In Bletchley Park aufgestellte Schiefer-Statue Alan Turings
Bereits in den 1930er Jahren verfasste Turing einige bedeutende mathematische Schriften, darunter das bekannte Werk "On Computable Numbers, with an Application to the 'Entscheidungsproblem'", in dem er auch die Idee der heute als "Turingmaschine" bekannten mathematischen Geräte vorstellte. Mit diesem Gerät, das eine Art abstraktes Modell eines Computers darstellt, kann jedes mathematische Problem gelöst werden, sofern es durch einen Algorithmus lösbar ist. Turingmaschinen haben bis heute Bedeutung insbesondere in der theoretischen Informatik.
Große Verdienste erwarb sich Turing im Zweiten Weltkrieg. Zusammen mit anderen Intellektuellen arbeitete er im Codeknacker-Zentrum in Bletchley Park an der Entschlüsselung verschlüsselter deutscher Funksprüche. Insbesondere aufgrund der sehr starken Chiffriermaschine "Enigma" war dies eine große Herausforderung. Turing erwarb sich große Verdienste um die Konstruktion geeigneter Geräte und Modelle. Letztendlich gelang es den Krypto-Analysten in Bletchley Park, einen Durchbruch bei der Entschlüsselung der Nazi-Codes zu erzielen. Man geht heute davon aus, dass dies maßgeblich zum Sieg Englands im U-Boot-Krieg beitrug. Damals allerdings wurde die Arbeit der Krypto-Analysten durch die britische Regierung streng geheim gehalten.
Nach dem Krieg war Turing zunächst im National Physical Laboratory in Teddington tätig. Er arbeitete an den ersten Computern und entwickelte unter anderem den Turing-Test, mit dessen Hilfe festgestellt werden soll, ob ein Computer eine dem menschlichen Gehirn vergleichbare Abstraktionsfähigkeit erreicht hat. Heute werden Turing-Tests - vor allem in Form von CAPTCHAs, also "Completely Automated Turing Tests to tell Humans and Computers Apart" - auch dazu eingesetzt, automatisierte Scripts zu erkennen und so Angriffe mit Hilfe von Bots zu erschweren. Von 1952 bis zu seinem Tod 1954 arbeitete Turing an mathematischen Problemen der Biologie.
Ab 1952 wurde Turing aufgrund seiner Homosexualität, deren Ausleben damals als "grobe Unzucht und sexuelle Perversion" gewertet wurde, von den britischen Behörden schikaniert. Er wurde gezwungen, sich einer Hormonbehandlung, einer sogenannten "chemischen Kastration", zu unterziehen, die erhebliche Nebenwirkungen hatte. Außerdem verlor er seine Sicherheitseinstufung. Dies führte vielen Berichten zufolge zu einer Depression.
Turing starb am 7. Juni 1954 an einer Zyanid-Vergiftung. Die gängige Erklärung ist, dass er aufgrund der Repression, die er wegen seiner Homosexualität erlitt, Suizid beging. Jüngst äußert der Turing-Experte Prof Jack Copeland allerdings Zweifel an dieser Theorie. Er argumentiert, dass damals nur sehr schlampig ermittelt wurde und ein Unfall ebenso als Erklärung für den Tod des Mathematik-Pioniers in Frage kommt.
Screenshot des heutigen Google-Doodles, das eine Turing-Maschine zeigt
Angesichts des heutigen Jahrestages gedenken Computer-Begeisterte in aller Welt der Verdienste Turings. Zu diesem Anlass startete beispielsweise das Distributed-Computing-Projekt "Prime Grid", bei dem nach Primzahlen gesucht wird, einen dreitägigen Marathon, der noch bis Mitternacht am heutigen Samstag (Greenwich-Zeit) andauert. Die vom Projekt gesuchten großen Primzahlen spielen vor allem in der Kryptographie eine große Rolle. Auch Suchmaschinen-Gigant Google ehrt Turing: im Gedenken an die Arbeit des Mathematikers befindet sich als Doodle auf der Google-Startseite heute eine funktionsfähige Turing-Maschine.
Bild-Quellen: Jon Callas unter CC-BY 2.0 via Wikimedia Commons
Annika Kremer (g+) am Samstag, 23.06.2012 12:36 Uhr
@IronCandy: Jo GB geht mit Turing falsch um, man sollte ihm Statuen errichten, Straßen und Instituten nach ihm benennen... oh wait... :rolleyes: ...
Bitte geht hier nicht auch noch Off-Topic... ...
Was hat das bitte mit der Finanzkrise zu tun? ^^ Naja wenn keiner hinsieht dann wird des in soner Runde im Hintergrund gemacht oder hast du gesehn dass das nen Thema war und GB hier mal öffentlich gezuckt hat?? Wäre es wirklich öffentlich behandelt worden dann hätte ...
gibts das irgendwo noch? ...
Wie toll ihr alle mit nem binary-to-text-converter umgehen könnt :rolleyes: *keks* Binary-to-text-converter? Ich doch nicht... http://s.gullipics.com/image/s/s/2/hq2x3b-j9kpn2-wbfy/503496984a24761f70cm.jpeg Wenn ich es nicht gerade ganz anders mache ^^ [ ...
Heutzutage ist die Internettelefonie neben Fest- und Mobilnetztelefonie immer gefragter. Per Internet zu kommunizieren ist nicht nur komfortabler und billiger, man ist zudem unabhängig von Tarifen, welche nur eine bestimmte Gesprächszeit günstig ermöglichen. Also wieso nicht auch Internet-Telefonie nutzen?
Lars Sobiraj am 14.05.2013, 13:52 Uhr
Der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags steht seit vielen Jahren den Bürgern und Gruppen für ihre Anliegen offen. Wir haben uns kürzlich mit einem der 80 Mitarbeiter des Hauses unterhalten. Da seit der Gründung nur sehr wenige Gesetzesänderungen durch Petitionen entstanden sind, wollen wir den Sinn dieser Institution hinterfragen. Dies ist vorerst der letzte Teil unserer Interview-Serie.
Lars Sobiraj am 12.05.2013, 12:51 Uhr
Wie ein 73-jährige Japaner beweist, kann man das am häufigsten benutzte Tabellenkalkulationsprogramm Microsoft Excel nicht nur für reguläre Berechnungen einsetzen. Tatsuo Horiuchi erstellt ausnahmslos seine traditionellen Gemälde mit Hilfe dieses Programms. Er arbeitet bereits seit 10 Jahren mit der Software und stellt seine Bilder in diversen Ausstellungen vor.