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Polizistinnenmord: Heilbronner Polizei überwacht Besucher ihrer Webseite

Aufgrund der Ermordung der Heilbronner Polizistin Michèle Kiesewetter Mitte 2007 berichtet das Nachrichtenmagazin Focus, dass das BKA in Zusammenarbeit mit der Heilbronner Polizei Besucher ihrer Webseiten überwachten, die sich für den Fall interessierten. Das Einrichten solcher Honeypots durch die Polizei ist allerdings nicht neu.

Die Besucher der Webseiten des BKA und der Heilbronner Polizei wurden offenbar systematisch überwacht. Das berichtet das Nachrichtenmagazin Focus. Offenbar wurden die IP-Adressen aller Besucher gespeichert, die sich auf den entsprechenden Webseiten für den Fall der getöteten Polizistin Michèle Kiesewetter interessierten. Focus berichtet: "Bei der Suche nach den Tätern griff die Soko 'Parkplatz' laut FOCUS auf juristisch heikle Methoden zurück. So überwachten die Fahnder mit Hilfe des Bundeskriminalamts zwischen Mai 2007 und Januar 2008 die Homepage der Polizeidirektion Heilbronn. Jeder Internetnutzer, der sich über den Mordfall informierte, wurde registriert. In vertraulichen Vermerken der Polizisten heißt es FOCUS zufolge, die Spionage-Aktion sollte der Öffentlichkeit 'nicht bekannt werden', da sie rechtlich auf 'sehr wackeligen Beinen steht'."

Diese Methode ist beim Bundeskriminalamt nicht unbekannt. Offenbar geht dort das systematische Aufstellen von so genannten Honeypots als praxistaugliche Ermittlungsmethode durch, obwohl sich die Beamten über die Fragwürdigkeit im Klaren sind. Eine ähnliche Taktik wurde von den Ermittlungsbehörden bereits seit 2004 angewendet. Im Fall der linken Untergrundorganisation militante gruppe speicherte das BKA nicht nur die IP-Adressen sämtlicher Besucher der eigens für diese Gruppe angelegten Unterseite von bka.de, sondern stellte auch Anfragen über die Inhaber der IP-Adressen an die Provider. Dabei handelt es sich ganz klar um Honeypots. Im Rahmen der Ermittlungen gegen die militante Gruppe erlaubten sich die Ermittlungsbehörden aber noch ganz andere Kuriositäten. Weil sie beim googlen von Begriffen wie 'Gentrifizierung', die von der militanten Gruppe genutzt wurden, auf den Sozialwissenschaftler Andrej Holm stießen, observierten sie diesen über ein Jahr und nahmen ihn schließlich fest, obwohl er unschuldig war.

Auch im Fall der Polizistin Michèle Kiesewetter kamen merkwürdige Ermittlungstaktiken ans Licht. So sollen Polizisten mit Geisterbeschwörern nach dem Mörder der 22-Jährigen gesucht haben. Sie wurde 2004 vermutlich von Mitgliedern der rechten Terrorgruppe NSU erschossen.

Text-Quellen: focus.de

Robert Clausen (g+) am Donnerstag, 21.06.2012 22:08 Uhr

Tags: privacy honeypot terrorismus rechtliches nsu

vgwort
 
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10 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Ghandy am 22.06.2012 11:15:04

    Das Vorgehen ist als solches nichts Neues. Ich bezweifel aber ob denen das überhaupt etwas gebracht hat. Wer seine Identität verschleiern will, hat dafür doch genügend Mittel und Wege. ...

  • enteKross am 22.06.2012 07:37:36

    Ich erinnere mich an News wo es darum ging dass denen das eindeutig verboten wurde. Meiner Meinung nach war das ein Verbot gegen das BKA. Keine Ahnung, ob dieses Verbot auch für andere gilt. Wie ich Deutschland kenne wahrscheinlich nicht... Aber da das BKA ja ber ...

  • Trollolol am 22.06.2012 01:31:59

    1984 kommt näher. Ich würd sagen, es ist schon vorbei und entfernt sich immer weiter. :) ...

  • fleischwurscht am 22.06.2012 00:04:21

    1984 kommt näher. ...

  • Superkopierer am 21.06.2012 23:50:14

    Wie Hirnverbrannt: Geisterbeschwörer zu befragen. Ich hoffe nicht auf Steuerzahlerkosten. also bin mir sehr sicher, dass alles was der Geisterbeschwörer erzählt hat, stimmt. Nur hatte er sich wohl einfach verwählt :D ...

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