Wikipedia: Demänchst keine Links mehr?
Der Gesetzentwurf des Bundesjustizministeriums zum Leistungsschutzrecht für Presseverlage wurde gestern geleaked. Mit dem Entwurf soll Presseerzeugnissen die gesetzliche Möglichkeit eingeräumt werden, die gewerbliche Nutzung selbst kleinster Wortfetzen mit Unterlassungsansprüchen und Schadensersatzforderungen zu belegen. (gulli:News berichtete) Selbst die Angabe eines korrekten Titels wäre dafür ausreichend. Die Wikimedia Deutschland sieht sich und sein freies Online-Lexikon Wikipedia durch das Vorhaben im Kern bedroht.
Vor dem Aktivieren eines Links zu einem weiterführenden Artikel müsste man künftig nachhaltig prüfen, ob mit der Webseite mittelbar oder unmittelbar Einnahmen erzielt werden und ob man gegen das Zitatrecht verstößt. Sofern jemand auf seiner Webseite beispielsweise zu Spenden aufruft, würde die vom Verlag versendete Abmahnung der Prüfung eines Gerichts standhalten. Jan Engelmann, Leiter des Bereichs Politik & Gesellschaft bei Wikimedia Deutschland, erklärt: „Jeder, der im Internet freie Inhalte zur Verfügung stellt, wird damit potenziell dem Risiko von Abmahnungen ausgesetzt. Unsere seit langem gehegte Befürchtung, dass durch das neue Leistungsschutzrecht Kollateralschäden auch für Bildungsprojekte entstehen, scheint sich hier zu bewahrheiten. Dieses Vorhaben steht im Gegensatz zu den jüngsten Absichtserklärungen der Regierungskoalition, durch Rechtssicherheit die Akzeptanz des Urheberrechts im Internet zu erhöhen.”
Unklar ist bislang auch, ob die Überschriften von Zeitungsartikeln oder Online-Portalen überhaupt unter das Zitatrecht fallen sollen. Laut der Begründung des Bundesjustizministeriums sollen Links zwar nicht unter das neue Leistungsschutzrecht fallen. Unsicher ist jedoch, ob dies auch für die Texte auf dem Link gilt. Auch mangelt es an ausreichender Trennschärfe zwischen privater und kommerzieller Nutzung. Wikipedia ist ein ehrenamtliches Gemeinschaftsprojekt, das auf freiwillige Zusammenarbeit von Menschen auf der gesamten Welt beruht. Die dort angewandten Creative Commons-Lizenzen erlauben eine freie Bearbeitung und Weiterverwendung der Wikipedia-Inhalte für alle Nutzer, selbst wenn diese damit eine wirtschaftliche Gewinnerzielungsabsicht verbinden. Somit besteht die Gefahr, dass auch die kostenfreie Wikipedia als Wissensaggregator künftig Unterlassungsansprüchen ausgesetzt wird, die aus dem neuen Leistungsschutzrecht abgeleitet werden können. Von den möglichen Abmahnungen gegen die Autoren der Hintergrundberichte ganz abgesehen.
Eine regelmäßige Prüfung ob Links zu Abmahnungen führen können, ist bei mehr als 1.2 Millionen Artikeln der deutschsprachigen Wikipedia aus finanziellen und zeitlichen Gründen nicht durchführbar. Von daher ist offen, wie die Betreiber der Wikipedia mit dieser Problematik umgehen wollen.
Bild-Quellen: agaricpowder.deviantart.com
Lars Sobiraj (g+) am Freitag, 15.06.2012 16:09 Uhr
...zeitgleich sind auch alle Schiffe in einem Staat registriert und fahren unter der Flagge eines Staates (ausgenommen Piratenschiffe), dennoch gelten sie nicht als staatliches Territorium... Wenn ein Schiff in einem fremden Hafen liegt, dann stellt es kein ext ...
Scheißt euch doch in die Hose, nur wegen ein paar Nullen und Einsen... die wiederrum an veraltete Links (Ich nenn die jetzt mal so), die mindestens schon 7 Jahre sind und schon die halbe Welt kennt, noch Geld wollen, dann fehlt es aber deutlich an Gehirn, so 404 wie die sind, sch.... geldgeile ärs.. ...
Du verstehst hier offenbar was falsch nen Server der ne Seite hostet ist wie nen Hafen und Häfen sind meist nicht mitten in internationalen Gewässern sondern an Küsten von Staaten... ...zeitgleich sind auch alle Schiffe in einem Staat registriert und fahren unter d ...
ne d00fe frage zu den geschützten überschriften . wie würde sich das auf einen news ticker auswirken ? und ist das jetz das ENDE von s.news ? rofl ...
Die Suchmaschinenbetreiber sollten sich mal wieder zusammentun - und jede kommerzielle Webseite, die sich nicht explizit gegen dieses Leistungsschutzrecht ausspricht, blocken. Inklusive aller Regierungswebseiten, egal was die sagen, so lange, bis es für das entsprechend ...
Heutzutage ist die Internettelefonie neben Fest- und Mobilnetztelefonie immer gefragter. Per Internet zu kommunizieren ist nicht nur komfortabler und billiger, man ist zudem unabhängig von Tarifen, welche nur eine bestimmte Gesprächszeit günstig ermöglichen. Also wieso nicht auch Internet-Telefonie nutzen?
Lars Sobiraj am 14.05.2013, 13:52 Uhr
Der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags steht seit vielen Jahren den Bürgern und Gruppen für ihre Anliegen offen. Wir haben uns kürzlich mit einem der 80 Mitarbeiter des Hauses unterhalten. Da seit der Gründung nur sehr wenige Gesetzesänderungen durch Petitionen entstanden sind, wollen wir den Sinn dieser Institution hinterfragen. Dies ist vorerst der letzte Teil unserer Interview-Serie.
Lars Sobiraj am 12.05.2013, 12:51 Uhr
Wie ein 73-jährige Japaner beweist, kann man das am häufigsten benutzte Tabellenkalkulationsprogramm Microsoft Excel nicht nur für reguläre Berechnungen einsetzen. Tatsuo Horiuchi erstellt ausnahmslos seine traditionellen Gemälde mit Hilfe dieses Programms. Er arbeitet bereits seit 10 Jahren mit der Software und stellt seine Bilder in diversen Ausstellungen vor.