Polizei setzt Gummigeschosse bei 1. Mai-Krawallen in Zürich ein
Nach gewalttätigen Ausschreitungen bei Protestkundgebungen gegen einen Hamburger Neonazi-Aufmarsch setzt sich die Deutsche Polizeigewerkschaft erneut für ein härteres Vorgehen ein. Die Beamten müssten Gummigeschosse einsetzen dürfen, wenn Wasserwerfer nicht mehr ausreichen, urteilt Gewerkschaftschef Rainer Wendt. Linke Gegendemonstranten seien "rücksichtslos und brutal" gegen die Polizisten vorgegangen, die in Hamburg einen Aufmarsch von rechtsradikalen Demonstranten beschützen sollten. Insgesamt trugen 38 Polizisten Verletzungen davon. Nach Informationen eines Zeugen von gulli.com ging aber auch Gewalt von mehreren Polizisten aus.
Zwar wird es weder in NRW noch in Hamburg vorerst auf Landesebene zu einer Umsetzung der DPolG-Forderung kommen. Auf Dauer wird man diese Forderung aber sicherlich bei erneuten Zusammenstößen wiederholen. Das Problem ist vor allem, dass diese Munition darauf ausgelegt ist, Menschen mit Absicht zu verletzen. In Nordirland wurden beim Einsatz derartiger Waffen 17 Menschen getötet. Während der Aufstände in Ägypten verloren aufgrund des teils gezielten Einsatzes von Gummigeschossen fünf Menschen ihr Augenlicht. Auch in der Schweiz kam es zum Verlust von Augenlicht durch die Verwendung derartiger Munition. Bei der erheblichen Steuung der Munition nütze es nichts, auf eine große Distanz auf die Beine zu zielen. Unbeabsichtigte Verletzungen im Gesicht könne man schlichtweg nicht ausschließen. Auch könne man nicht verhindern, dass Dritte von den Geschossen getroffen und dadurch ernsthaft verletzt werden. In zahlreichen Ländern Europas ist der Einsatz komplett verboten. Die GdP NRW hält diese Munition für "unverantwortlich". Man lebe hier nicht in einem Bürgerkrieg und sollte ihn mit derartigen Forderungen auch nicht herbeireden, warnte der NRW-Landesvorsitzende der GdP, Frank Richter. „Wer Gummigeschosse einsetzen will, nimmt bewusst in Kauf, dass es zu Toten und Schwerverletzten kommt. Das ist in einer Demokratie nicht hinnehmbar“, warnte Richter. Die Polizei verfüge über genügend andere Mittel, aggressive Angreifer auf Distanz zu halten. „Unser Rechtsstaat muss wehrhaft sein, aber die Polizei darf dabei nicht bewusst den Tod von Menschen im Kauf nehmen“, sagte der GdP-Landesvorsitzende.
Thomas Wüppesahl, Bundessprecher der Kritischen Polizisten kommentiert: "Nachdem PolizeibeamtInnen in nahezu allen Bundesländern, einschließlich der sogenannten Bundespolizei, vielfachst den Nachweis erbracht haben, dass sie mit den Einsatzmitteln Wasserwerfer und (mehr noch) Pfefferspray rechtsmißbräuchliche Dienstleistungen an unseren Bürgern vollziehen, die in hunderten Anwendungsfällen glatt rechtswidrig sind und zum Teil auch noch zu großen gesundheitlichen Schäden führen, ist alleine dieser feststehende Sachverhalt Begründung genug, dass den bundesdeutschen Polizeien nicht noch ein martialisches und hoch gefährliches Einsatzmittel an die Hand gegeben werden darf." Die Bundesarbeitsgemeinschaft Kritischer PolizistInnen hält die Gummigeschosse einsatztaktisch zudem für "vollkommen überflüssig".
Bild-Quellen: Mark Hull - CC-BY-SA/2.0
Text-Quellen: stern.de gdp.de www.abendblatt.de
Lars Sobiraj (g+) am Samstag, 09.06.2012 13:38 Uhr
Sag das mal Scott Olsen... Er wurde aus einer Entfernung von weniger als 10 Metern am Kopf getroffen. Bean Bags sind inzwischen auf ...
Klar, aber der Polizei sollte schon irgendwo die Möglichkeit gegeben werden, die richtigen Leute ein zu schüchtern. Auch wenn man damit hoch pokert, kann sowas eine Situation ohne Blutvergiessen beenden. Ich war damals mit in Feyenoord als Dortmund um den Pokal gespielt hatte. Die Fans da unten sind ...
Bitte erzähl mir keiner, dass das Filmen von Demos Provokation ist und natürlich mit Beleidigung und Gewalt beantwortet werden muss Auf einer Freiheit statt Angst - einer Demo gegen staatliche Überwachung und Repression? Ich wüsste nur weniges, was da provokant ...
Wenn die Entfernung für den Knüppel zu groß ist, dann braucht man keine andere Waffe, sondern dann gilt es die Entfernung zu verringern.:coffee: ...
Vertretbare Alternativen zu Gummigeschossen wären imo Bean Bags. Jeder Laie kann auf rund 30m so zielen, dass der Kopf nicht getroffen wird. Sag das mal [URL="http://www.gulli.com/news/18414-occupy-oakland-verletzter-aktivist-angeblich-mit-absicht-getroffen-2012-03-16 ...
Heutzutage ist die Internettelefonie neben Fest- und Mobilnetztelefonie immer gefragter. Per Internet zu kommunizieren ist nicht nur komfortabler und billiger, man ist zudem unabhängig von Tarifen, welche nur eine bestimmte Gesprächszeit günstig ermöglichen. Also wieso nicht auch Internet-Telefonie nutzen?
Lars Sobiraj am 14.05.2013, 13:52 Uhr
Der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags steht seit vielen Jahren den Bürgern und Gruppen für ihre Anliegen offen. Wir haben uns kürzlich mit einem der 80 Mitarbeiter des Hauses unterhalten. Da seit der Gründung nur sehr wenige Gesetzesänderungen durch Petitionen entstanden sind, wollen wir den Sinn dieser Institution hinterfragen. Dies ist vorerst der letzte Teil unserer Interview-Serie.
Lars Sobiraj am 12.05.2013, 12:51 Uhr
Wie ein 73-jährige Japaner beweist, kann man das am häufigsten benutzte Tabellenkalkulationsprogramm Microsoft Excel nicht nur für reguläre Berechnungen einsetzen. Tatsuo Horiuchi erstellt ausnahmslos seine traditionellen Gemälde mit Hilfe dieses Programms. Er arbeitet bereits seit 10 Jahren mit der Software und stellt seine Bilder in diversen Ausstellungen vor.