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Twitcident: Tweets sollen Rettungskräfte unterstützen

Twitcident (Screenshot)

Twitcident (Screenshot)

Niederländische Forscher planen, den Kurznachrichtendienst Twitter zur Unterstützung der Rettungskräfte zu nutzen. Da viele Menschen sowieso über alles, was sie gerade erleben, auf Twitter berichten - sei es ein Unfall, ein Brand, ein Unwetter oder ein anderes Ereignis - sollen diese Tweets nun so aufbereitet werden, dass die Rettungskräfte sie nutzen können.

Ein Forscherteam der Niederländischen Organisation für Angewandte Naturwissenschaftliche Forschung (TNO) unter dem Wissenschaftler Richard Stronkman von der TU Delft will ein Verfahren entwickeln, Tweets über Unfälle oder Katastrophen-Situationen so aufzubereiten, dass die Rettungskräfte sie für ihre Arbeit nutzen können. Sowohl zur Früherkennung von Gefahren als auch zur besseren Koordination von Einsätzen soll Twitter nach Ansicht der Wissenschaftler nützlich sein. 

Ein wichtiger Teil des Verfahrens ist dabei die Erkennung und Bewertung besonders vertrauenswürdiger Tweets. Zudem sollen relevante Nachrichten in verschiedene Kategorien eingestuft werden. Wichtige Informationen sind dabei etwa die eventuell im Tweet enthaltenen Geodaten, ob es bei einem Ereignis zu Verletzten gekommen ist, wie hoch die entstandenen Schäden sein könnten und ob die Nutzer, die die Informationen mitteilen, überhaupt in der Lage sind, relevante Informationen abzugeben. "Wir bringen Ordnung ins Chaos", sagt Stronkmans Kollege Fabian Abel. Um relevante Daten in der gigantischen Anzahl täglich verschickter Tweets zu erkennen, verwenden die Forscher semantische Verfahren. Bedeutende Informationen "nutzbar und vor allem auffindbar zu machen" sei "allerdings eine nicht triviale wissenschaftliche Aufgabe – besonders, wenn sich dies auf jede mögliche Krise anwenden lassen soll", sagt Stronkman.

Das Projekt der Forscher trägt den Namen "Twitcident". Es durchlief bereits eine einjährige Testphase, die nach Ansicht der Beteiligten zeigte, dass ihr semantischer Agorithmus bereits wesentlich bessere Ergebnisse liefert als eine einfache Suche nach Schlüsselbegriffen. Zudem kann Twitcident Karten, Fotos, Videos und relevante Statistiken einblenden. Vergangenes Silvester wurde Twitcident bereits erfolgreich dazu eingesetzt, illegale Feuerwerkskörper zu lokalisieren und Brände frühzeitig zu bekämpfen. "Wir wollen der Polizei dabei helfen, die öffentliche Ordnung zu schützen," erklären die beteiligten Forscher.

In der geplanten Beta-Phase von Twitcident soll das System von der niederländischen Polizei und Feuerwehr genutzt werden. Später soll es auch die Möglichkeit für Privatpersonen geben, das System - etwa für die bessere und sicherere Organisation von Großereignissen - zu nutzen.

Aufgrund der Notwendigkeit, Twitcident individuell an geographische und soziale Situationen anzupassen, befürchten die Entwickler nach eigenen Angaben nicht, dass ihr Projekt zum Überwachnungswerkzeug in autoritären Regimes werden könnte. Vielmehr hoffen sie, dass Twitcident dabei helfen kann, Leben zu retten. 

Text-Quellen: Technology Review

Annika Kremer (g+) am Freitag, 08.06.2012 13:00 Uhr

Tags: twitter social media twitcident

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3 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • xxmo am 08.06.2012 17:29:36

    ich dachte twitter sei so langsam aber sicher am sterben...o_O ...

  • P7BB am 08.06.2012 14:19:45

    Interessante Entwicklung. Da nun umfangreiche Daten über Personen von verschiedenen Plattformen erhoben wurden, überlegt man, was man damit so anstellen kann. Die Schufa will damit die Menschheit ausbeuten und die Forscher wollen diese nutzen, um den Menschen zu helfen. Letztendlich geht bei beidem ...

  • Metal_Warrior am 08.06.2012 14:12:26

    Ach du meine Fresse - noch mehr kalte Alarme*... * Bedeutet: Fehlalarm bzw. Feuer, das bei der Ankunft der Feuerwehr bereits wieder kalt ist, weil nur irgendein Fetzen Papier in einem Blecheimer gebrannt hat. ...

  • Annika_Kremer am 08.06.2012 13:00:17

    Niederländische Forscher planen, den Kurznachrichtendienst Twitter zur Unterstützung der Rettungskräfte zu nutzen. Da viele Menschen sowieso über alles, was sie gerade erleben, auf Twitter berichten - sei es ein Unfall, ein Brand, ein Unwetter oder ein anderes Ereignis - sollen diese Tweets nun so a ...

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