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Kanada: Musik auf Hochzeiten wird kostenpflichtig

it's all about money!?

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Die Aufsichtsbehörde Copyright Board of Canada hat kürzlich die Ausdehnung der Erhebung von Gebühren bei öffentlichen Veranstaltungen beschlossen. Wer in Kanada kommerzielle Musik bei Hochzeiten oder Umzügen abspielt, muss abhängig von der Anzahl der Besucher und der Art der Veranstaltung dafür bezahlen. Besonders bizarr: Wird getanzt, verdoppelt sich die Gebühr.

Die neue Gebühr ist bei Events nachvollziehbar, bei denen Eintritt verlangt wird oder diese schlichtweg umsatzorientiert sind. So etwa in Karaoke Bars, kommerziellen Shows, Ausstellungen, Messen etc. Schwerer nachzuvollziehen ist dagegen, dass auch private Veranstaltungen wie Hochzeiten, Feiern und Umzüge von Vereinen von der Regelung betroffen sind. Auch die Tatsache, dass neben der neuen Vereinigung Re:Sound auch noch die Society of Composers, Authors and Music Publishers of Canada (SOCAN) kassiert, werden viele Betroffene nicht verstehen können. Sie dürfen künftig doppelt bezahlen.

Die eigens dafür gegründete Organisation zum Inkasso der Gebühren, Re:Sound ist sich sicher, dass die Einführung der neuen Tarife jährlich mehrere Millionen Kanadische Dollar in die eigenen Kassen spülen wird. Re:Sound-Sprecher Matthew Fortier drückte aus, ein Großteil der Einnahmen soll vor allem den kleinen Künstlern und Labels zugutekommen. Auch ist man sich sicher, die meisten öffentlichen Veranstaltungen seien so ganz ohne Musik nicht durchführbar. Die Veranstalter der Events geben an, in welchem Umfang sie Musik abgespielt haben. Ein Team von Kontrolleuren soll im ganzen Land umherfahren, um die Angaben der Veranstalter vor Ort zu überprüfen. Bei privaten Veranstaltungen mit weniger als 100 Teilnehmern sind pro Feier umgerechnet 7,15 Euro fällig. Bei Events mit mehr als 500 Personen sind etwa 30 Euro zu zahlen. Wird getanzt, fällt die doppelte Gebühr an. Beispielsweise für Karaoke Bars fällt die Gebühr jährlich an. Zwischen 66,50 bis 95,80 Euro müssen pro Jahr abhängig davon gezahlt werden, wie oft innerhalb der Bar gesungen wird.

Der kanadische DJ Bill Yorke glaubt, man müsse sich in den heutigen Zeiten etwas einfallen lassen, damit die Künstler finanziell unterstützt werden. Ansonsten gebe es in absehbarer Zeit keine Musik mehr. Wer sich der Regelung entziehen möchte, könnte alternativ komplett auf Creative Commons lizenzierte Musik ausweichen. In dem Fall müsste das Hochzeitspaar oder der Karnevalsverein keine zusätzlichen Kosten tragen.

Bild-Quellen: waterinmyeyez4u2.deviantart.com

Text-Quellen: CBC News

Lars Sobiraj (g+) am Sonntag, 03.06.2012 13:02 Uhr

Tags: kanada copyright board of canada re:sound socan

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18 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Mindlock am 06.06.2012 10:24:15

    Und sollte aufgrunddessen abgesprochen werden, dass nicht getanzt wird, folgt sogleich der nächste logische Schritt: Die Einführung sogenannter (T)anz-Männer (ehemals V-Männer). Dieses schleusen sich unbemerkt in die Party-Gesellschaft und fangen dann plötzlich zu tanzen an, exakt in dem Augenblick, ...

  • Baltersar am 05.06.2012 11:57:01

    Und ich dachte schon das nur die GEMA ein Scheiß verein währe!!!!!! ...

  • schippox am 04.06.2012 19:21:26

    Ich sehe schon die ersten GNU Hochzeiten :D Oh mann...die Leute kommen echt überall auf der Welt auf verrückte Ideen. ...

  • fr33k4 am 04.06.2012 11:36:13

    Der DJ ist aber auch lustig... was bringt einem die schönste Musik wenn man sie nicht spielt da zu teuer oder zu riskant? Und wie verdient der DJ dann sein Geld, wenn er nicht mehr seiner Tätigkeit nachkommt? :D Na so: http://s.gullipics.com/image/0/f/y/hq ...

  • machineH3aD am 04.06.2012 11:04:53

    Und wenn man einfach einen guten (legalen) internetradiosender anmacht? Dann zahlt man doch schon dafür ne Abgabe (zumindest wenns so ist wie in DE). Aber die haben echt nen Arsch offen. Warum soll man 2x bezahlen nur weil getanzt wird? Wird die Musik dadurch wertvoller? Manchmal haben die wohl fal ...

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