Abmahnungen: Schutz des Urheberrechts oder Geldmacherei mit System?
Der Empfänger eines Schreibens der Kanzlei KSP kontaktierte kürzlich die Redaktion von gulli.com, weil er für einen über 10 Jahre alten Artikel des dapd eine Abmahnung erhielt. Der Artikel war selbst zwar noch auf dem Webserver des Betreibers vorhanden, allerdings war die Seite selbst nicht mehr auf dem eigenen Portal verlinkt. Der Abgemahnte merkt an, dass die Gesamthöhe der Abmahnungen absichtlich begrenzt werde, damit sich der Einsatz eines eigenen Rechtsanwaltes nicht "lohnt". Bei Rechnungen von 200 bis 400 Euro dürfte für viele Privatpersonen fraglich sein, ob der eingeschaltete Rechtsanwalt für sie nicht am Ende mehr Kosten verursacht, als die Forderung der Nachrichtenagentur zu begleichen. Der Betroffene soll für weniger als 200 Zeichen Text aus dem Jahr 2001 aktuell rund 360 Euro bezahlen, obwohl der Artikel inaktiv auf dem Server vorlag und er sogar die Quelle des Textes angab.
Im Frühjahr traf es auch den Journalisten Jens Weinreich, der im Jahr 2099 unter anderem mit dem Grimme online Award ausgezeichnet wurde. Weinreich versteht die Höhe der Abmahnungen nicht, zumal freie Mitarbeiter beim dapd ein Tageshonorar von 77 Euro erhalten. Die Forderung steht also in keinem ersichtlichen Verhältnis zu den Aufwendungen des Unternehmens. Sucht man im Internet nach dem Begriff dapd in Verbindung mit Abmahnung und KSP, entdeckt man zahlreiche Berichte von Abgemahnten und Tipps von Anwälten, die sich ihrerseits ein Stück vom Kuchen abschneiden wollen.
Doch es gibt noch andere Nachrichtenagenturen, die zahlreiche Abmahnungen verschicken. Der NDR berichtet von einem Fall, bei der die AFP abmahnte. Die AFP gab dem NDR übrigens als Statement zurück, für sie stehe nicht das Erzielen von Einnahmen im Vordergrund. Das Verfolgen der Urheberrechtsverletzungen sei lediglich eine Schutzmaßnahme, kein Geschäftsmodell. Laut Wikipedia verschickt die AFP aber bereits seit dem Jahr 2009, übrigens unter anderem in Zusammenarbeit mit der Hamburger Anwaltskanzlei KSP, Massenabmahnungen. Ob es sich hierbei tatsächlich um ein Geschäftsmodell handelt, hängt in erster Linie von der Menge der verschickten Abmahnungen ab. Da es Firmen gibt, die das gezielte Aufspüren von Texten anbieten, vergleichbar den IP-Ermittlern, die illegale Uploader von Musiktiteln identifizieren, scheint es hier deutliche Parallelen zur Musikbranche zu geben. Die KSP bezeichnet ihr Vorgehen auf ihrer Webseite als "anwaltliches Forderungsinkasso". Das sichere ihren Kunden "Liquidität" und verschaffe den Auftraggebern "Planungssicherheit", was den Unternehmen die Konzentration aufs Kerngeschäft ermöglichen soll.
Ob es sich dabei um ein Geschäftsmodell handelt? Nach Aussagen unseres Kontaktes deutet darauf die Tatsache hin, dass er nicht im Vorfeld gebeten wurde, zur Vermeidung weiterer Kosten seinen inaktiven Artikel über Wirbeltiere zu löschen. Letztlich hat er Glück gehabt. Nachdem er die dapd mit E-Mails und Anrufen überhäufte, versicherte man ihm, dass man ihn nicht weiter verfolgen werde, weil seine Webseite keinen kommerziellen Zweck verfolgt. Schaut man sich aber im Web um, teilen die meisten Privatpersonen dieses Schicksal nicht. Sie kamen nicht um die Zahlung der geforderten Summe und die Abgabe einer Unterlassungserklärung herum.
Auch lesenswert und durchaus informativ: Der Leipziger Fachinformatiker Henning Uhle beschreibt seine Auseinandersetzung mit der KSP Kanzlei Dr. Seegers, Dr. Frankenheim Rechtsanwaltsgesellschaft mbH in nicht weniger als 11 (!) Teilen.
Lars Sobiraj (g+) am Sonntag, 27.05.2012 18:17 Uhr
Abmahnanwälte dürfen nur auf Grund von Fremdanzeigen aktiv werden (...) Nun ja, das kann man aber auch sehr leicht umgehen. Man nehme die 40 Anwälte der Kanzlei Rasch und das Hamburger Schwesterunternehmen pro media, die die IP-Ermittlung für Rechteinhaber durchführt. ...
kommt nur her ihr Abmahnungen, es wird bald wieder Winter, das gibt dann wieder einen lustiges Feuerchen. ...
Dann verschickt die dapd eben Abmahnungen... . In unserem hiesigen Tageblatt finden sich sowieso unzählige Rechtschreib- und Grammatikfehler und die meisten Beiträge stammen von der dapd :D. Vielleicht entschwinden auch immer mehr Leser dem Feuilleton und die damit verbundenen finanziellen Einbußen ...
Dum! ...
Dum? Dum ist nur Deine primitive Geisteshaltung. Im Grunde auch nicht wert gerettet zu werden.Mensch Junge, komm' wieder runter, Du/ihr müsst meine Hilfe ja nicht annehmen ! Ich sitze auch lieber mit ein paar guten Leuten am Lagerfeuer, auch bei Jens, mit Freddi, Schachtschneider, Popp, A.Clauss,Se ...
Heutzutage ist die Internettelefonie neben Fest- und Mobilnetztelefonie immer gefragter. Per Internet zu kommunizieren ist nicht nur komfortabler und billiger, man ist zudem unabhängig von Tarifen, welche nur eine bestimmte Gesprächszeit günstig ermöglichen. Also wieso nicht auch Internet-Telefonie nutzen?
Lars Sobiraj am 14.05.2013, 13:52 Uhr
Der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags steht seit vielen Jahren den Bürgern und Gruppen für ihre Anliegen offen. Wir haben uns kürzlich mit einem der 80 Mitarbeiter des Hauses unterhalten. Da seit der Gründung nur sehr wenige Gesetzesänderungen durch Petitionen entstanden sind, wollen wir den Sinn dieser Institution hinterfragen. Dies ist vorerst der letzte Teil unserer Interview-Serie.
Lars Sobiraj am 12.05.2013, 12:51 Uhr
Wie ein 73-jährige Japaner beweist, kann man das am häufigsten benutzte Tabellenkalkulationsprogramm Microsoft Excel nicht nur für reguläre Berechnungen einsetzen. Tatsuo Horiuchi erstellt ausnahmslos seine traditionellen Gemälde mit Hilfe dieses Programms. Er arbeitet bereits seit 10 Jahren mit der Software und stellt seine Bilder in diversen Ausstellungen vor.