
Nach Angaben eines früheren Redenschreibers von George W. Bush in dessen nun veröffentlichten Memoiren soll J.K. Rowling im Gespräch für eine "Presidential Medal of Freedom", die höchste zivile Auszeichnung in den USA, gewesen sein. Diese Auszeichnung kann auch an Ausländer vergeben werden.
Im Falle von Rowling hatte Bush jedoch schwerwiegende Bedenken: Die Bücher der Britin "ermunterten zur Hexerei", so der Republikaner. Aus diesem Grund entschied er letztendlich, Rowling die Auszeichnung nicht zu verleihen. Kritiker merken an, dies zeige einerseits, wie "politisiert" die Vergabe der Auszeichnung sei - und andererseits die "engstirnige" Denkweise der Bush-Regierung.
Annika Kremer von gulli meint:
Dass George Bush einige sehr merkwürdige und gestrige Ansichten hat, ist nach acht Jahren Präsidentschaft wohl kein Geheimnis mehr. Daher ist es weniger überraschend, dass unter seinen Vorurteilen auch Erfolgsautorin J.K. Rowling zu leiden hatte. Traurig allerdings sind diese Geschehnisse definitiv. Zwar dürfte Rowling den Verlust der Auszeichnung verschmerzen können - sie hat es angesichts der Beliebtheit ihrer Bücher kaum nötig, diese Art von Bestätigung zu erhalten, und anders als anderen Opfern von Bush und seiner freiheitsfeindlichen Denkweise ist ihr kein Schaden entstanden, der ein zufriedenes Weiterleben unmöglich machen oder erheblich erschweren würde.
Und doch - eine solche Auszeichnung, oder eben der Verzicht auf eine solche, hat immer auch symbolische Bedeutung. Und in diesem Fall zeigt Bushs Entscheidung - ja, was eigentlich? Neben Ignoranz und einem vehementen Eintreten gegen genau die (gedanklichen) Freiheiten, für die Amerika angeblich steht, vor allem, dass der gute Mann die von ihm kritisierten Bücher höchstwahrscheinlich noch nicht einmal gelesen hat. Sonst nämlich wäre ihm einmal aufgefallen, dass die Werte, die in den Potter-Büchern zu finden sind, von der Art sind, die er als Christ und als Oberhaupt eines demokratischen Staates eigentlich gutheißen müsste. Verantwortliches Handeln, Freundschaft, Liebe, Tapferkeit, Hilfsbereitschaft, anyone? Aber dazu müsste man die Bücher, wie gesagt, erst lesen und verstehen. Ansonsten bleibt es wohl bei der seit Jahrhunderten bekannten Reflexreaktion "sie hat Hexe gesagt - steinigt sie". Und da diese Maßnahme zum Glück ebenso wie die Scheiterhaufen abgeschafft ist, greift man zu subtileren Methoden, um sein Missfallen über bestimmtes Gedankengut zum Ausdruck zu bringen - und sei es nur ein, eigentlich vollkommen harmloses, Fantasy-Buch.
Ironisch an dieser Geschichte: Hätte Bush die Bücher gelesen, hätte er wahrscheinlich noch mehr Grund gehabt, sie nicht zu mögen. Die Politiker nämlich kommen bei Frau Rowling größtenteils nicht gut weg - ängstlich, machtgeil und nur an einem guten Presse-Image interessiert verhaften und schikanieren sie die Falschen, während die wirklichen Bösewichte ungehindert ihrem finsteren Tun nachgehen. Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen sind selbstverständlich rein zufällig.
(via The Guardian, thx!)
(Bildquelle: *gabbyd70@DeviantArt, thx!)
News Redaktion am Donnerstag, 01.10.2009 23:49 Uhr
Hier wird absolut KEINER so bezeichnet, und der Tod gewünscht wird schon gar keinem. Egal, wie es die Mods in den anderen Foren halten, mir persönlich ist es vollkommen hacke, ob es nun um George Bush, Osama bin Laden, Bill von Tokyo Hotel oder euren nervigen Nachbarn geht bei ...
was bitte hat ne kinderbuchautorin mit auszeichnungen dieser art zu tun. ich denke nicht das ihr anliegen war etwas für den weltfrieden zu tun als sie die bücher schrieb... daher sehe ich diese entscheidung als durchweg nachvollziehbar an. man sollte diese auszeichnungen nicht bagatellisieren. so ...
Eine, vom Bush Clan unterstützte Auszeichnung nicht zu bekommen, ist eine Auszeichnung! "ermunterten zur Hexerei" Also glauben die an die Existens von Hexerei, Gehirne scheinen in dieser Gesellschaft recht unmodern zu sein. Meine Meinung, weshalb sollte eine Buchautorin ...
Weiß nicht ob man für das Schreiben eines fiktiven Buches ohne maßgebliche, neue Erkenntnisse in den Themen Gesellschaft, Ethik, Philosophie etc. eine Ehrenmedaille bekommen sollte. Ich mochte die Bücher, aber so eine Medaillenvergabe hielte ich doch für reichlich übertrieben. ...
Bushs Lieblingsbuch ist "Die kleine Raupe Nimmersatt" :D Das stimmt wohl wirklich. Der ehemalige US-Präsident George W. Bush erlebte einen Heiterkeitserfolg auf seine Kosten, als er 1999 "Die kleine Raupe Nimmersatt" zu se ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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