Bradley Manning
Manning war nach seiner Festnahme im Frühjahr 2010 zunächst in Kuwait inhaftiert. Einige Monate später wurde er nach Quantico im US-Bundesstaat Virginia verlegt. Nach massiver Kritik an den dortigen Haftbedingungen erfolgte eine Verlegung nach Fort Leavenworth in Kansas. Kürzlich wurde Manning aufgrund seiner Gerichtstermine in die Nähe des Verhandlungsortes Fort Meade in Arlington, Virginia, verlegt. Danach allerdings erfolgte offenbar eine weitere Verlegung - einem Bericht der Nachrichtenagentur AFP von vergangener Woche zufolge wird Manning derzeit "an einem geheimen Ort in der Nähe von Fort Meade, aber nicht auf dem Gelände der Basis" gefangen gehalten.
Diese plötzliche Geheimnistuerei erregte das Interesse des "Bradley Manning Support Network", der wohl größten Unterstützer-Organisation für den mutmaßlichen Whistleblower. Aktivist Nathan Fuller schrieb mehrere Offizielle an und erhielt schließlich die Antwort, Mannings genauer Aufenthaltsort für den Zeitraum der gerichtlichen Verhandlungen - die aller Voraussicht nach noch Monate andauern werden - werde der Öffentlichkeit "aus Sicherheitsgründen" nicht mitgeteilt. Fuller vermutet nun, dass das Militär so Proteste an Mannings Aufenthaltsort verhindern will. Er verweist auf die massiven Proteste anlässlich von Mannings mutmaßlich menschenrechtswidriger Behandlung in Quantico und den daraus entstandenen Image-Schaden für das US-Militär, um zu begründen, wieso das Militär seiner Meinung nach Angst vor erneuten Protesten hat. Auch die Tatsache, dass Mannings Fall in letzter Zeit - vor allem durch die Nominierung Mannings für den Friedensnobelpreis und die Proteste mehrerer namhafter Medienschaffender gegen die Intransparenz des gerichtlichen Vorgehens gegen Manning - verstärkt mediale Aufmerksamkeit erregt, könnte Fullers Ansicht nach mit in diese Entscheidung hineingespielt haben.
"Das Militär hält seinen [Mannings] Aufenthaltsort geheim, weil es weiß, wie viele Bradley als Helden ansehen. Wir haben Mannings Misshandlung in Quantico durch massiven öffentlichen Protest beendet. Wir können seine Gefangenschaft ebenfalls beenden," erklärt Fuller. Er sei der Ansicht, dass der massive Ausdruck von Solidarität mit Manning die womöglich einzige Chance für den Verdächtigen sei, bald wieder frei zu kommen, so der Aktivist. Es wird sich zeigen, in welcher Form das Unterstützer-Netzwerk versuchen wird, diese Ideen in die Tat umzusetzen. Dass sie es versuchen werden, ist wohl mehr als wahrscheinlich.
Text-Quellen: Bradley Manning Support Network
Annika Kremer (g+) am Dienstag, 27.03.2012 00:57 Uhr
Finds toll wie schön du an der Story dran bleibst Annika :) Bin ja mal gespannt wie das Ende von der Geschichte ist, denke mal das sie Ihn letzendlich doch raus lassen, man soll ja keine Märtyrer schaffen. Ohne die mediale Aufmerksamkeit hätte er im Falle eines Schuldspruches sicherlich die Todesst ...
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