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  • Der Bundesnachrichtendienst (BND) auf der CeBIT 2012
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Update

Der Bundesnachrichtendienst (BND) auf der CeBIT 2012

CeBIT (Logo)

CeBIT (Logo)

Geheimdienste stellt sich der durchschnittliche Leser von Spionageromanen - oder Konsument entsprechender Filme - oft als mysterlöse und äußerst mächtige Organisationen vor, die im Hintergrund die Fäden ziehen und bei denen kaum jemand weiß, was genau sie eigentlich tun. Vielleicht war genau dies der Eindruck, dem der Bundesnachrichtendienst (BND) mit seinem CeBIT-Stand entgegen wirken wollte.

Auf einer Technologie-Messe wie der CeBIT rechnen Besucher vor allem mit Anbietern von Hard- und Software, Mobilgeräten und anderen technischen Produkten. Auch, dass viele Behörden - seien es Behörden anderer Staaten, der deutschen Bundesregierung oder der Bundesländer - vertreten waren, überraschte nicht, spielt doch Themen wie eGovernment dieses Jahr eine maßgebliche Rolle auf der CeBIT. Das Motto "Managing Trust" bietet sich für derartige Aussteller und Themen an, ist doch das Vertrauen der Bevölkerung häufig eines der Dinge, um die sich Regierungen besonders bemühen.

Dass allerdings auch eine Behörde auf der CeBIT vertreten ist, von der man als normaler Bundesbürger naturgemäß die meiste Zeit sehr wenig mitbekommt, nämlich der Bundesnachrichtendienst (BND), überrascht dann doch ein wenig. Offenbar nutzt der Geheimdienst vor allem die Möglichkeit zur Rekrutierung, wobei man die sonstige PR angesichts des derzeit - nach Cablegate, dem Stratfor-Hack, der Staatstrojaner-Affäre und ähnlichen Skandalen - eher schlechten Rufs derartiger Dienste wahrscheinlich gern mitnimmt. Der Messestand des BND ist im nüchternen weiß-blau aller Stände der Bundesregierung gehalten, zeigt allerdings unter anderem durch die Ausstellung einer alten Chiffriermaschine an, womit man sich befasst, und bietet eifrigen Lesern von Agenten-Romanen so zumindest einen gewissen Anknüpfungspunkt. Die Mitarbeiter zeigten sich äußerst freundlich und suchten das Gespräch mit den Interessierten.

Der CeBIT-Stand des BND

Der CeBIT-Stand des BND

Der Bundesnachrichtendienst ist, wie das reichlich ausgelegte Info-Material mitteilt, "der Auslandsnachrichtendienst der Bundesrepublik Deutschland. Im Auftrag der Bundesregierung gewinnt und analysiert der Bundesnachrichtendienst Informationen über das Ausland und leistet damit einen unverzichtbaren Beitrag zur Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland und ihrer Bürger/innen". Der BND sei "konstitutives Element im außen- und sicherheitspolitischen Entscheidungsprozess der Bundesregierung", heißt es weiterhin, was im Grunde bedeutet, dass die Außen- und Sicherheitspolitik der Bundesrepublik durch die Erkenntnisse des BND maßgeblich mit gestaltet wird. Ziel des BND ist nach eigenen Angaben dabei "die schnelle und umfassende Unterrichtung politischer Entscheidungsträger". Der BND, so wird einem außerdem mitgeteilt, habe sich in den letzten Jahren maßgeblichen Modernisierungen unterzogen. Als Einsatzgebiete des BND werden vor allem internationaler Terrorismus, internationale organisierte Kriminalität und der Bereich "Proliferation, ABC-Waffen, Wehrtechnik" genannt. Unter Proliferation versteht der Geheimdienst "die Weitergabe von atomaren, biologischen und chemischen Waffen sowie entsprechender Trägertechnologie". Daneben beobachtet der BND technische Weiterentwicklungen im Bereich der "Wehrtechnik", also von Waffen im weitesten Sinne.

Eines der wichtigsten Ziele des BND-Standes war offenbar, wie bereits kurz erwähnt, die Rekrutierung von Nachwuchs. So hatte man extra Flyer ausgelegt, die mit den Worten: "Sie sind engagiert und motiviert und wollen bei einem international agierenden Arbeitgeber tätig werden? Dann bietet ihnen der Bundesnachrichtendienst ein nicht alltägliches Arbeitsumfeld" versuchen, das Interesse junger Leute zu gewinnen. Wahrscheinlich ist, dass man sich gerade auf einer Technologie-Messe wie der CeBIT erhofft, junge Mitarbeiter mit besonderen Fähigkeiten im IT-Bereich gewinnen zu können. Bekanntermaßen haben viele Behörden in den letzten Jahren Probleme, in diesem Bereich genug qualifizierte Mitarbeiter für sich zu gewinnen, was angesichts der vielfach geäußerten Befürchtungen über Internet-Kriminalität, Hacktivismus und Cyberwar von den Regierungen als großes Problem angesehen wird. Dies würde erklären, wieso der BND verstärkt und gerade in einem solchen Umfeld die Öffentlichkeit sucht. Es wird kaum zufällig sein, dass ein längerer Abschnitt der BND-Broschüre der sogenannten technischen Aufklärung beziehungsweise Fernmeldeaufklärung (SIGINT) gewidmet ist, bei der, so heißt es, "nachrichtendienstliche Erkenntnisse durch gezielte Filterung der internationalen Kommunikationsströme" gewonnen werden.

Eine vom BND ausgestellte historische Chiffriermaschine.

Eine vom BND ausgestellte historische Chiffriermaschine.

Ob sich allerdings so tatsächlich mehr junge Menschen für einen Job beim BND interessieren - oder ob die gerade in Hacker-Kreisen verbreitete Skepsis gegenüber derartigen Behörden und/oder die besseren Verdienstmöglichkeiten in der Privatwirtschaft dies weiterhin verhindern - wird wahrscheinlich, trotz aller werbewirksamen Offenheit der Behörde, vorerst geheim bleiben. 

(Bilder: Annika Kremer)

Update:

Auf Nachfrage unserer Leser: der Messestand des BND befindet sich in Halle 26, Stand E54.

Annika Kremer (g+) am Mittwoch, 07.03.2012 16:46 Uhr

Tags: bnd geheimdienst bundesnachrichtendienst cebit

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7 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • skybrush am 08.03.2012 01:16:18

    Hahaha! Wird "geheim bleiben" - JETZT NICHT MEHR!! ;) ...

  • Annika_Kremer am 07.03.2012 23:33:50

    Danke. ...

  • TRON2 am 07.03.2012 23:24:38

    Interessanter Artikel. ...

  • Annika_Kremer am 07.03.2012 23:01:00

    Tut man vermutlich. Es ist aber trotzdem nicht ganz das, was ich schreiben wollte ;) danke für den Hinweis. ...

  • Antonio-Montana am 07.03.2012 19:13:20

    werden vor allem internationaler Terrorismus, internationaler Terrorismus und der Bereich Man scheint es mit dem internationalen Terrorismus doppelt so ernst zu nehmen wie gewöhnlich. ...

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