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Heveling blamiert sich auch in eigener Partei

Der CDU-Netzpolitiker Ansgar Heveling sorgte gestern vor allem auf Twitter für einen Sturm der Entrüstung und des Spotts mit einer Kampfansage an die Netzgemeinde und der Behauptung, das Web 2.0 würde nicht mehr lange exitieren. Auch in seiner Partei sorgen diese Äußerungen für Unverständnis.

Auf Twitter häuften sich gestern ironisch-bissige Kommentare über die Äußerungen des CDU-Politikers. Unter dem Hashtag #Hevelingfacts sammelten die Nutzer Bemerkungen zu einem Gastartikel des Netzpolitikers im Handelsblatt. So wurde sich massiv über die netzkritischen Aussagen lustig gemacht und Heveling als ein Mensch dargestellt, der vom Internet nur sehr wenig Ahnung hat. Eine Aussage war zum Beispiel: "Ansgar Heveling bittet #Hevelingfacts einzustellen. Dem Sekretariat ist das Papier zum Ausdrucken ausgegangen". Auch die Tatsache, dass er sich sehr für geistiges "Eigentum" und die Contentindustrie einsetzt, wurde aufs Korn genommen: "Strom ist total überbewertet, gefährlich und schadet den Kerzenherstellern und Lieferanten.“ Selbst im Handelblatt wird er mittlerweile "Hinterbänkler" genannt. 

Und auch in seiner eigenen Partei wird Kritik laut. In einem Interview mit dem WDR bezeichnet sein Kollege Henrik Bröckelmann (CDU) die Aussagen Hevelings als "sehr unpassend und niveaulos". Inhaltlich habe er aber nichts anderes erwartet. Bröckelmann stören vor allem die Verallgemeinerungen seines Kollegen und merkt an, Heveling habe das Internet nicht verstanden, da er immer noch von einzelnen, wenigen Menschen hinter dem Rechner spreche, die anderen etwas vorschreiben wollten. Er übersehe dabei, dass mittlerweile fast eine ganze Generation regelmäßig online gehe.

Seiner Meinung nach kann Heveling die Entwicklung des Internets nicht aufhalten. Dies sei "lächerlich und peinlich für viele". Außerdem stehe in dem Gastbeitrag "so viel Müll drin", dass er gar nicht sagen könne, ob überhaupt irgendein konstruktiver Vorschlag von seinem Kollegen gekommen sei.

Bröckelmann ist aber der Meinung, dass die ganze Kritik von Heveling wohl kaum angenommen werden wird, da sich seiner Meinung nach "im Netz nur irgendwelche Chaoten tümmeln".

Bild-Quellen: cducsu.de

Text-Quellen: wdr.de

Robert Clausen am Dienstag, 31.01.2012 20:15 Uhr

tagsTags: internet cdu interview enquete-komission enquete-kommission internet und digitale gesellschaft

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18 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Gugel am 02.02.2012 04:03:35

    Schön war seine Büttenrede schon irgendwie. Erst dachte ich, dass sich da wieder ein Aktivist nen üblen Scherz auf Kosten eines hilflosen Politikers erlaubt hat... Aber die Krönung ist, dass seine verlogenen Partei-"Freunde" ihm jetzt den Dolch in den Rücken rammen. Als ob die nicht eigendlich ...

  • Viehzeug am 01.02.2012 16:13:08

    Tja noch lacht ihr... Der hat sich lediglich verplappert (neudeutsch geleakt), hatte wohl schon Einblick in die ACTA Dokumente u wollte uns Seelisch u Moralisch schon mal auf BTX 3.0 einstimmen.:eek: ich war auch immer dagegen, aber dann habe ich einen pfeil ins knie bekommen xD ...

  • Chibo am 01.02.2012 15:19:39

    Er übersehe dabei, dass mittlerweile fast eine ganze Generation regelmäßig online gehe. Ich finde, diese Aussage steht dem, was dieser Mensch kritisiert, nicht sehr viel hinterher: Mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung nutzt das Internet regelmäßig und de ...

  • titus_shg am 01.02.2012 15:02:02

    Als Nächstes sollte Heveling aber mal schleunigst einen Gedenk-Gottesdienst für all die Opfer der Raubkopierer und Digital-Maoisten fordern. Vielleicht hilft das ja.... :) MfG Andy ...

  • musv am 01.02.2012 11:03:39

    http://www1.wdr.de/themen/digital/kampfansageheveling100.html Imo lesenswert. Das Problem ist aber, dass Köpfe wie Heveling an den Schaltern sitzen. Leute wie Bröckelmann dürfen zwar versuchen, das niveaulose Gepöbel bei ihrer Partei den normalen Leut ...

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