
Am Wochenende kam es in der kalifornischen Stadt Oakland zu Protesten von Occupy-Demonstranten und in der Folge zu heftigen Auseinandersetzungen mit der Polizei (gulli:News berichtete). Neben den gewalttätigen Handlungen sorgt in der Öffentlichkeit vor allem eine Szene mit hohem Symbolwert für Diskussionen: bei Ausschreitungen rund um das Rathaus von Oakland wurde auch eine US-Flagge verbrannt (gulli:News berichtete).
Rechtlich gesehen ist die Sache klar: in den USA ist die Verbrennung der Landesflagge - anders als etwa in Deutschland - nicht verboten. Sie wird laut einem höchstrichterlichen Urteil von 1989 vom ersten Verfassungszusatz, der die Meinungsfreiheit garantiert, abgedeckt. Moralisch und auch taktisch aber gehen die Meinungen der Occupy-Bewegung in dieser Frage auseinander. Dies zeichnete sich bereits während der Proteste in der Nacht von Samstag auf Sonntag ab. Als maskierte Demonstranten Anstalten machten, die Flagge in Brand zu setzen, skandierten einige Umstehende "Verbrennt sie! Verbrennt sie!". Eine andere Demonstrantin allerdings versuchte, die Maskierten von ihrem Tun abzubringen. Sie warf ihnen vor, mit der Flaggenverbrennung der Sache der Protestbewegung zu schaden.
Die Flagge wurde trotzdem verbrannt. Dies brachte die Occupy-Bewegung, um die es in letzter Zeit ruhiger geworden war, mit einem Schlag wieder in den Blickpunkt öffentlichen Interesses. Bilder der Flaggenverbrennung verbreiteten sich rasant im Internet. Einige Occupy-Unterstützer bezeichneten die Tat als "unpatriotisch" und als "schwarzen Fleck auf der Bewegung", während andere sie als gerechtfertigt ansehen.
Aber nicht nur die Ansichten innerhalb der Bewegung selbst stehen in dieser Frage zur Diskussion. Auch die mögliche Wirkung der Flaggenverbrennung auf die Öffentlichkeit wird von den Aktivisten diskutiert. Viele Aktivisten befürchten, dass diese Tat den Ruf der weitgehend friedlichen Protestbewegung beschädigen und potentielle Unterstützer, die den Einsatz der Bewegung gegen Korruption und Lobbyismus unterstützen, vor den Kopf stoßen könnte. "Ich bin ziemlich sicher, dass die allgemeine Meinung ist, dass diese Art von Gewalt - sei sie symbolisch oder anders - dem Geist der Bewegung entgegen steht und abgelehnt werden sollte," sagte etwa der Soziologe Todd Gitlin von der Columbia University, der sich ausführlich mit der Occupy-Bewegung befasst hat und derzeit ein Buch über die Proteste schreibt. Er erklärte, dass die US-Flagge von der Bewegung häufig als Symbol genutzt wird - allerdings in positiver und respektvoller Art, indem sie beispielsweise über Protestcamps gehisst wird.
Legitimer Ausdruck des Protests, oder Akt "symbolischer Gewalt", den eine friedliche Bewegung wie Occupy vermeiden sollte? Das ist wohl eine der zentralen Fragen in Bezug auf diese umstrittene Protesthandlung. Ebenso dürfte der traditionell in den USA sehr starke Patriotismus die öffentliche Meinung über das Verhalten der Demonstranten beeinflussen. Wird dies dazu führen, dass die Occupy-Bewegung an Unterstützung verliert, oder ihr eher mehr Aufmerksamkeit bringen? Sollte es bei einer Bewegung, die mittlerweile weltweit vertreten ist und neuartige Lösungen globaler Probleme suchen will, überhaupt um Patriotismus gehen? Diese und andere Fragen muss die Occupy-Bewegung wohl beantworten, aber sie sind es auch für jeden interessierten Beobachter wert, darüber nachzudenken.
Text-Quellen: AP/Huffington Post
Annika Kremer am Dienstag, 31.01.2012 20:27 Uhr
Patriotismus ... "Nicht"Patriotismus ... wie auch immer! Die Flagge ist nicht das "Problem", das "Problem" ist das was sie Repräsentiert! (Jetzt mal nicht Ausflippen) Ich bin Stolz ein Deutscher zu sein, ich bin Stolz auf unsere Vergangenheit, die sich auf Kunst und technische Entwicklung bezieht! ...
man kann jedoch trotzdem stolz auf sein Land, ... Idiotisch ist das keineswegs. da hast du recht, idiotisch ist das nicht. das ist dem umstand geschuldet das wir herdentiere sind und unsere herde besser stellen wollen als die anderen. es ist unsere natur. da sucht ...
Patriotismus ist ein Relikt aus der Geschichte. Das war früher nötig, um Leute für Kriege zu motivieren, in die sie sonst nicht gezogen wären. Länder wie die USA benutzen das heute noch - und es funktioniert (zum Teil) auch immer noch. Im 21. Jahrhundert sollte Patriotismus überhaupt keine R ...
... Man kann natürlich nicht beeinflussen in welchem Land man geboren wird... man kann jedoch trotzdem stolz auf sein Land, mit seinen Bewohnern, seiner Geschichte (auch wenn sich gerade Deutschland da ja nicht mit Rum bekleckert hat), seinen Leistungen etc. ...
Auch wenn ich mit vielen Zielen und Meinungen der Occupy-Aktivisten übereinstimme, so bin ich doch zuviel Partiot um die Flage meines eingenen Landes zu verbrennen Patriotismus ist die dümmste Art des Stolzes überhaupt: Es ist der Stolz auf etwas, das man sich w ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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