
... die Piraten kommen
Das kalifornische Portal „Technologizer“ beleuchtet das Thema Softwarepiraterie derzeit in einem ganz neuen Licht. Zwar kann man zum Beispiel die beliebtesten Nintendo Games über den japanischen Hersteller beziehen. Was aber ist beispielsweise mit all den unbekannten Atari-, SNES- oder N64-Games von Drittherstellern? Wie kommt man an alte ZX81-, MS-DOS-, Amiga- oder C64-Spiele heran, wenn nicht, inde, man sich eine Raubkopie davon "besorgt"? Weniger populäre Spiele aus dem Jahr 1988 oder den Folgejahren sind bis auf wenige Ausnahmen nicht mehr auf legalem Weg erhältlich. Die damaligen Unternehmen existieren oftmals nicht mehr. Wo also die Software bestellen, wenn man keinen Glücksgriff in einem der bestehenden Internetauktionshäuser tätigen kann?
Dazu kommt die zunehmende Kontrolle der Unternehmen über jegliche Inhalte. Gerade Apple ist äußerst streng bei der Sperrung unerwünschter Inhalte. Beinhalten Apps beispielsweise zu viel Frischfleisch, werden sie über den eigenen Store schlichtweg nicht vertrieben. Allzu freizügige Spiele abseits der Prüderie des Unternehmens aus Cupertino wird man dort nicht finden. Doch das ist nicht alles. Da der Anwender ohne Jailbreak die Kontrolle über sein Gerät verloren hat, könnte man ältere Apps auch nachträglich aus dem Angebot nehmen und so dem digitalen Radiergummi des Netzes übergeben. Nicht die Gamer haben die Oberhand über die gekauften Inhalte, sondern die Schrankenwärter von Valve (Steam), Origin (Electronic Arts), PlayStation-Store (Sony), den Wii-Shop-Kanal (Nintendo), Xbox Live (Microsoft) und viele mehr.
Es mag auf den ersten Blick unlogisch klingen, aber letztlich hat Softwarepiraterie mehr Kultur gesichert als sie zerstört hat. Schon jetzt haben Piraten als ungewollte Bewahrer digitaler Kultur zehntausende Programme vor der endgültigen Vernichtung bewahrt. Die gecrackten Games und Anwenderprogramme sind im Internet unabhängig von jeglichen Datenträgern oder Kopierschutzmaßnahmen allzeit verfügbar. Disketten aus den Anfängen des Computerzeitalters verlieren mit den Jahren immer mehr ihrer Daten. Ohne die Arbeit der Hobbyarchivare wären zahllose Spiele schon jetzt für immer verloren gegangen. In der größten Datenbank für Videospiele, MobyGames, wurden bislang 60.000 verschiedene Spiele festgehalten. Ungefähr 23.000 Spieletitel wurden in Form einer Audio-Kassette oder Diskette veröffentlicht. Man überlege sich, wie viele der aufgeführten Spiele innerhalb der nächsten zehn Jahre verschwinden würden. Spielbar wären die alten Games auf Emulatoren natürlich auch nicht, sofern der Kopierschutz noch darin enthalten ist.
Viel wichtiger jedoch ist die Feststellung, dass alle DRM-Maßnahmen es uns unmöglich machen, Firmen davon abzuhalten, ihre Software im Nachhinein zu verändern. Autor Benj Edwards ist der Meinung, dass die Unternehmen, wenn sie die Gewalt über die Geschichte besitzen würden, diese auch nach Lust und Laune verändern und verfremden würden. Wer will ihnen das Gegenteil beweisen, wenn wir ohne entsprechende Schwarzkopie keinen Anhaltspunkt dafür haben, dass von Beginn an Mario der Gute und nicht König Bowser der Böse war.
Wer sich den uneingeschränkt empfehlenswerten Originalartikel durchlesen möchte, der noch weitere Aspekte behandelt, kann dies hier an dieser Stelle tun.
Video: 100 Amiga-Games in zehn Minuten!
Bild-Quellen: vintage computing
Text-Quellen: kotaku.com technologizer.com
Lars Sobiraj am Dienstag, 31.01.2012 12:06 Uhr
die alten zx spectrum games waren noch die besten. ant attack, jet pac, jet set willy (oder wie der hiess), atic attack, scuba dive. ein emulator wäre nice. jemand tipps? Schau mal auf worldofspectrum.org. Ich benutze den ZX Spin Emulator. Habe selber noch Spect ...
Oder das gute alte Duke Nukem 3D oder Quake, aber hey, die ist eh schon OpenSource! Das steht noch mal auf ner ganz anderen Ebene als Games die nur in Assembler vorliegen :T ...
die alten zx spectrum games waren noch die besten. ant attack, jet pac, jet set willy (oder wie der hiess), atic attack, scuba dive. ein emulator wäre nice. jemand tipps? ...
Der Anspruch der heutigen Gamer-Gemeinde an immer besserer Spielgrafik wurde meiner Meinung nach doch wunderschön mit Minecraft widerlegt. Das stimmt, wenn allerdings Minecraft die üblichen 40 bis 60 Euro kosten würde, wäre der Anspruch an die Grafik wieder höher ...
Das kenne ich auch noch gut. Haben früher auch immer AOE im Netzwerk gezockt. Die Karte selber erstellt und in Bereiche aufgeteilt die mit Wald abgegrenz waren. Dann noch genug Gold und Nahrung sowie Stein für alle. Hat dann immer 2 Stunden gedauert bis jemand den Wald durch hatte aber dann ging d ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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