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Neue "Cyber-Gesetze" erst nach einem Angriff?

Die US-Geheimdienste haben "einzigartige Fähigkeiten, die helfen können, amerikanische Unternehmen vor Cyber-Spionage und -Angriffen zu schützen". Damit die Gesetze so geändert werden, dass entsprechende Kooperationen zustande kommen, muss es aber wahrscheinlich zunächst eine Krise geben. So zumindest lautet die Theorie des ehemaligen Geheimdienst-Chefs Mike McConnell.

Geheimdienste wie die National Security Agency (NSA) dürfen nach derzeitiger Rechtslage nicht innerhalb der USA selbst, sondern nur im Ausland operieren. Dies steht einer Kooperation mit US-Unternehmen bei der IT-Sicherheit in vielen Fällen entgegen. McConnell erklärte am vergangenen Montag, er halte eine Gesetzesänderung für wünschenswert. Dafür müsse es jedoch wahrscheinlich erst zu einem massiven Cyber-Angriff kommen. "Bis wir einen Banken-Zusammenbruch haben oder der elektrische Strom mitten während eines Schneesturms acht Wochen lang ausfällt, reden wir wahrscheinlich nur darüber und tun nicht viel," so der Ex-NSA-Direktor, der mittlerweile für die Consulting-Firma Booz Allen Hamilton arbeitet.

In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters erklärte McConnell, Regierungen könnten einige Dinge tun, die Privatunternehmen nicht tun, wie beispielsweise das Knacken von Codes. Es gelte, diese einzigartigen Fähigkeiten der Regierung für den privaten Sektor so nutzbar zu machen, dass dessen Infrastruktur besser geschützt sei. Derzeit seien Geheimdienste oft machtlos. So habe die NSA im Rahmen ihrer Abhör-Tätigkeit von Angriffsplänen gegen ein namhaftes US-Unternehmen erfahren. Sie sei aber machtlos gewesen, "etwas anderes zu tun, als einen Bericht zu schreiben".

McConnell machte auch einige Andeutungen über die Fähigkeiten der USA im "Cyber War". Im Ausnutzen von Exploits, um etwa unbemerkt in den E-Mails gegnerischer Gruppen zu schnüffeln, hätten wahrscheinlich Großbritannien, die USA und Russland die besten Fähigkeiten, erklärte er. Die USA verfügten außerdem auch über offensives Potential: sie könnten Angriffe starten, die die Systeme des Gegners lahmlegen, erklärte Connell. Auf Nachfrage erklärte er, die USA hätten diese Möglichkeit bereits genutzt und dies habe auch funktioniert. Details nannte der ehemalige Geheimdienst-Chef aber nicht.

In den USA werden derzeit verschiedene neue oder geänderte Cybersicherheits-Gesetze diskutiert. Die Befürworter einer stärkeren staatlichen Kontrolle argumentieren dabei häufig mit der Gefahr massiver Angriffe auf kritische Infrastrukturen, wie sie auch McConnell in seiner Rede beschwor. Kritiker bezweifeln allerdings, dass das Risiko tatsächlich derart massiv ist. Sie sprechen in diesem Zusammenhang von Panikmache und weisen auf das massive Missbrauchsrisiko einiger geplanter Maßnahmen hin.

Text-Quellen: Reuters

Annika Kremer am Mittwoch, 25.01.2012 14:38 Uhr

tagsTags: cyberwar kritische infrastrukturen nsa usa cyberwarfare

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9 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Sempralon am 26.01.2012 05:58:06

    Nachtigall, ick hör dir trappsen LOL. Daher wohl der "Hackerangriff" auf das Eisenbahnnetz. L ... ich wollte es nicht schreiben! Aber man kann mit Sicherheit sagen, das es wohl keine gute Idee ist, irgendwelche Weichen per Internetportal für den allgemeinen "Ge ...

  • lullsaeckel am 26.01.2012 00:04:19

    Die US-Geheimdienste haben "einzigartige Fähigkeiten, die helfen können, amerikanische Unternehmen vor Cyber-Spionage und -Angriffen zu schützen". Damit die Gesetze so geändert werden, dass entsprechende Kooperationen zustande kommen, muss es aber wahrscheinlich zun ...

  • Sempralon am 25.01.2012 21:35:25

    McConnell erklärte am vergangenen Montag, er halte eine Gesetzesänderung für wünschenswert. Dafür müsse es jedoch wahrscheinlich erst zu einem massiven Cyber-Angriff kommen. Die USA verfügten außerdem auch über offensives Potential: sie könnten Ang ...

  • lalaAmsel am 25.01.2012 19:50:53

    oO Ich kann mir vorstellen dass die amis es als Problem sehen wenn sie die emails ihrer Konkurrenz nich lesen können, oder gleich ganz abschalten. Dass sie das so in die Presse geben hab ich aber nicht erwartet. Immer wieder muss ich feststellen: ich bin einfach doch naiv. ;/ ...

  • gILLbATES am 25.01.2012 19:12:25

    und nun ratet mal wofür ciaonymous geschaffen wurde :D ...

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