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Update

Hacktivismus: "Cyber-Waffenstillstand" im Nahen Osten? (Update)

Die Cyber-Angriffe im Rahmen des Nahost-Konflikts wurden am vergangenen Wochenende weiter fortgesetzt. Ein israelischer, unter dem Nickname "Hannibal" agierender Hacktivist veröffentlichte zehntausende von aus E-Mail-Adresse und Passwort bestehende Datensätze arabischer Facebook-Nutzer. Anschließend erklärte Hannibal einen Cyber-Waffenstillstand.

Hannibal nutzte, wie schon bei früheren Leaks, Pastebin für die Veröffentlichung der Daten. Diesmal teilte er die Liste allerdings in vier Teile auf, die er als separate Pastes veröffentlichte. Daneben bot er auch eine Textdatei mit allen Daten zum Download an.

Hannibal selbst behauptet in seiner Einleitung zum neuesten Leak, er habe mehr als 100.000 Datensätze arabischer Facebook-Nutzer aus aller Welt abgegriffen. Journalisten, die die Veröffentlichung analysierten, schätzen jedoch, dass die reale Zahl näher an 20.000 liegt. Auch dies allerdings ist immer noch eine beachtliche Anzahl. Wer befürchtet, von dem Datenleck betroffen zu sein, sollte schnellstmöglich sein Facebook-Passwort ändern. Facebook wurde auch bereits vom IT-Journalisten Emil Protalinski kontaktiert, der ihnen die geleakten Daten zukommen ließ mit der Bitte, die Passwörter dieser Konten zu sperren. Unklar ist, wie Hannibal an die Daten kam.

Der Hacktivist erklärt, mit dem Leak wolle er "seine große Stärke" demonstrieren. "Die Araber sollten eine Lektion lernen und wissen, dass sie sich nicht mit mir anlegen sollen," so der Hacktivist. Er behauptet, "das jüdische Volk" hätte ihn "zum General von Israels Hackern ernannt". Neben den Facebook-Daten habe er auch 30 Millionen E-Mail-Konten, 10 Millionen Bankkonten und 4 Millionen Kreditkarten-Datensätze von Arabern in seinem Besitz. Er habe "tausende von E-Mails von Arabern" erhalten, in denen diese ihn anflehen würden, keine Daten mehr über sie zu veröffentlichen und "aufzuhören, ihnen wehzutun". Diese Zeilen klingen in vieler Hinsicht wie die typische Prahlerei eines jugendlichen Hacktivisten. Interessant ist allerdings die Frage, ob Hannibal tatsächlich so viele Daten in seinem Besitz hat, die er veröffentlichen könnte.

Trotz oder gerade wegen seiner angeblichen Macht will Hannibal aber keine weiterenb Daten veröffentlichen: der Hacktivist sieht seine Seite offenbar als Sieger in dem seit Wochen andauernden politisch motivierten "Cybercrime-Wettstreit". Er erklärte, er werde - trotz der angeblich so riesigen noch in seinem Besitz befindlichen Datenmenge - keine weiteren Daten veröffentlichen, da "die arabischen Hacker weg" seien und seine Verbündeten und er somit gewonnen hätten. Er erkläre "das Ende des Cyber Wars", so Hannibal, "Israelische Hacker, Stop! Der Cyber War endet bis auf weiteres, ich werde wieder posten, wenn sie den Staat Israel angreifen. Wenn sie wieder erscheinen, komme ich wieder, um Israel zu retten. Vertraut mir. Ich werde immer da sein. Danke, Hannibal."

Die gegenseitigen Attacken, die für eine Weile bei den betroffenen Staaten ebenso wie bei der IT-Sicherheitsgemeinde für Aufmerksamkeit sorgten, hatten in den letzten Tagen bereits an Fahrt verloren. Somit ist es wohl keine allzu große Überraschung, dass in diesem höchst inoffiziellen "Cyber-Krieg" nun ein Waffenstillstand ausgerufen wurde. Ob dieser allerdings von allen Beteiligten respektiert wird, muss sich erst noch zeigen. 

Update:

Gegenüber Protalinski äußerte sich Facebook mittlerweile zu dem Vorfall. Dabei erklärte ein Sprecher des Sozialen Netzwerks, ein Großteil der von Hannibal geleakten Daten sei komplett unbrauchbar. Die Daten seien entweder falsch oder hätten gar nichts mit Facebook zu tun. Lediglich bei etwa einem Drittel der Datensätze handle es sich um brauchbare Facebook-Logins. Zudem, so der Facebook-Sprecher, würden die Sicherheitssysteme der Website Zugriffe unbefugter Dritter in vielen Fällen auch dann verhindern, wenn diese die korrekten Daten hätten.

Hannibal setzt derweil trotz seiner Ankündigung seinen "Cyber-Feldzug" fort. Zwar griff er Facebook in den letzten Tagen nicht mehr an. Er startete dafür aber eine neue Kampagne gegen den Iran. Auf Pastebin forderte er Geheimdienst-Mitarbeiter und Soldaten des arabischen Landes auf, ihm Geheimdokumente anonym zuzuspielen. Er behauptete, dieses Projekt hätte bereits neun Mitarbeiter. Überprüfen lässt sich diese Aussage aber nicht. So ist unklar, wieviel von Hannibals Behauptungen zu halten ist. (Quelle: Friending Facebook)

Text-Quellen: Friending Facebook@ZDNet

Annika Kremer am Dienstag, 24.01.2012 11:27 Uhr

tagsTags: cyberwar facebook israel hacktivismus

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5 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Debunker am 24.01.2012 19:21:11

    Was passiert eigentlich, wenn dieser Hacker an Dokumente der Iranischen Atomwaffe gelangt und veröffentlicht? (falls diese existiert, oder er die Daten fälscht) ...

  • simzep am 24.01.2012 18:59:53

    Der Kerl gehört in die Klapse wo sie ihm mal seinen Größenwahnsinn asustreiben. Wenn er in Israel sitzt wird er nix zu befürchten haben, aber in den USA sähe es da sicher schon ganz anders aus. ...

  • pressebericht am 24.01.2012 00:40:45

    naja ich sach nur kein waffenstillstand Do you like all my hack to Arabs? Click "Like" button in this Facebook Page! https://www.facebook.com/pages/Hannibal-Hacking/346471705372210 I will update often there. Soon - very cruel project that will show the Milita ...

  • KilahDentist am 23.01.2012 19:47:55

    Die ganze Welt ist verrückt geworden :m) Das sehe ich ähnlich. Aber seine kindlich-naive Ausdrucksweise find ich lustig :T ...

  • Freedom2 am 23.01.2012 19:44:42

    Die ganze Welt ist verrückt geworden :m) Abwarten und Tee trinken. Solche Probleme lösen sich bald von selbst. ...

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