
Web Wars II: Return of the Jedi Kimbles?
Auf Twitter und diversen Newsportalen geistert derzeit die IP-Adresse 109.236.83.66 umher. Witzigerweise enthält die Seite exakt den gleichen Inhalt wie megavideo.bz. Die Counter von Facebook und Twitter zeigen hingegen unterschiedliche Werte an. Glaubhaft ist diese "Rückkehr" eines der größten Filehoster sowieso nicht, obwohl es zwischenzeitlich wohl etwas mehr zu sehen gab. Nämlich eine Webseite, die dem Original zumindest vom Aussehen her sehr ähnlich sehen soll.
Natürlich wird ein Filehoster sofort durch viele andere ersetzt. Doch bringt es etwas, auf die Rückkehr eines Kopfes der Hydra zu warten? Wahrscheinlich schon deswegen nicht, weil noch unklar ist, ob es tatsächlich jemandem gelang, den alten Datenbestand zu sichern. So überraschend der Bust die Betreiber ereilte, inklusive Versteckspiel im Panicroom der Villa, so wenig ist davon auszugehen, dass man entsprechende Vorkehrungen traf. Fraglich auch, ob die Accounts von Premium-Kunden noch auf der neuen Seite gültig sind. Jede skandalöse Meldung wird zudem gerne von Cyber-Kriminellen ausgenutzt, um Ahnungslose auf Phishing-Seiten zu locken. Das kann der Tod einer bekannten Persönlichkeit oder ein anderes historisches Ereignis sein. Aber auch manche Besucher auch der Suche nach Pornos, sonstigen Downloads oder Streams könnten ein lohnendes Ziel darstellen, sollte man sie mit derartigen Gerüchten auf ihre Seite locken können. Und wenn die Nachfahren kein Phishing betreiben sollten, so könnte man sich zumindest aufgrund der Zugriffszahlen über die entsprechend hohen Werbeeinnahmen freuen. Von daher sind die neuen Megauploads und Megavideos mehr als kritisch zu sehen.
Viel konkreter sind hingegen ganz andere Abläufe. Felix von Leitner wies darauf hin, die Aktie des Internet-Dienstleisters Cogent sei kurz nach dem Bust von Megaupload um bis zu 23% eingebrochen. Laut Reuters sollen 36 Server in Washington und Frankreich von Cogent angemietet worden sein. Nach dem Dot-Com-Zusammenbruch kaufte das Unternehmen zu extrem niedrigen Preisen Hardware zahlreicher insolventer Unternehmen ein, um ihre Dienste möglichst preisgünstig anzubieten. Monatlich soll Cogent von den Betreibern von Megaupload laut FBI-Angaben eine Million US-Dollar für die Bereitstellung der Server erhalten haben. Analysten schätzen, die Zahlungen von Kimble & Co. machten zwei bis drei Prozent des Unternehmensumsatzes aus.
Screenshot von Megaupload seit der Beschlagnahmung der Domain
Nach Bekanntgabe der Einschätzung des Analysten brach der Aktienkurs von Cogent ein. Zwar sei das Unternehmen ein angesehener Internet-Dienstleister mit vielen seriösen Kunden. Doch die Durchsuchungen dürften ebenfalls Druck auf das Ansehen und den Wert des Unternehmens ausgeübt haben. Die Börse hatte stets mehr mit Psychologie als mit reinen Fakten gemeinsam.
Man sieht also: Gänzlich abkoppeln kann man den Graubereich des Internet von der seriösen Wirtschaft nicht. Bei neuen Informationen werden wir diese hier sofort bekannt geben.
Lars Sobiraj am Samstag, 21.01.2012 14:57 Uhr
Wieso isn die IP ( http://109.236.83.sechs sechs hier Zensiert ? Weil die Seite vmtl. Malware verbreitet. Siehe http://board.gulli.com/thread/1690475-megaupload-dicht-kim-schmitz-verhaftet-/?p=14357006#post14357006 ...
Arstechnica impliziert, dass die Megaupload-Aktion wohl mehr mit Wildwest-Justiz zu tun hat als mit Recht und Gesetz (link below). Zudem haben die Behörden nicht nur Megaupload-Eigentum beschlagnamt, sondern auch (legales) Eigentum der Nutzer, und vorausbezahlte Premium-Accounts. Wenn ein Bankmanag ...
Wieso isn die IP ( http://109.236.83.sechs sechs hier Zensiert ? Warum zensiert das g:b überhaupt etwas? :eek: Wisst ihr denn nicht, daß Zensur das absolute und ultimative BÖSE ist!? :m) ...
Wieso isn die IP ( http://109.236.83.sechs sechs hier Zensiert ? ...
Wer anderer Schreibfähigkeit bemängelt, sollte erst vor seiner eigenen Haustür kehren, sonst wirds peinlich... ...
Lars Sobiraj am 17.02.2012, 15:15 Uhr
So schnell wie ursprünglich geplant wird man ACTA nicht umsetzen können. Eine erste große Protestwelle rollte letztes Wochenende über alle internationalen Spitzenpolitiker hinweg. Die nächste wurde bereits angekündigt. Sie befindet sich in Planung. Wenn ACTA dennoch umgesetzt wird, was könnte sich dadurch verändern? Ein Gespräch mit dem fraktionslosen österreichischen Politiker Martin Ehrenhauser.
Lars Sobiraj am 17.02.2012, 18:18 Uhr
Udo Vetter beschreibt einen kuriosen Fall, bei dem Polizisten in ein Grundstück eindringen, für das kein Durchsuchungsbeschluss vorliegt. Ihre Begründung für die Missachtung der Strafprozessordnung: Hätten sie den zuständigen Richter hinzugezogen, so hätte der Betroffene wegen der Verzögerung unverhältnismäßig lange in Haft verbleiben müssen. Auch auf die Hinzuziehung von Zeugen wurde verzichtet.
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