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Begonnen hatte die Woche wie üblich am letzten Montag. Die österreichische Jörg-Haider-Gesellschaft wollte im Anbetracht der baldigen Apokalypse wohl noch einmal zeigen, dass man keinesfalls ein braun-besumpftes Auffangbecken für deprimierte Anhänger des verstorbenen Politikers Jörg Haider ist, sondern durchaus auch auf einer pseudo-neumodischen Jugendschiene fahren kann. Im Rahmen der Vorratsdatenspeicherungs-Debatte erklärte man in einer Meldung auf der offiziellen Webseite, dass man mit dem Kollektiv Anonymous sympathisiere und deren Meinung bezüglich der Abhörmethodik teile. Man erstellte sogar eine Karikatur, auf der das szenetypische Pwny Rainbow Dash auf der (mysteriöserweise linken) Schulter des Politikers thront. Bei diesem (bildlich gesprochen) überraschenden Spurwechsel auf der Landstraße der politischen Meinung kam es jedoch zu Kollision. Etliche Mitglieder des Verbandes meldeten sich und waren gar nicht erfreut über die offene Sympathie mit dem bösen Kollektiv. Kurzerhand wurde der Artikel wieder gelöscht und stattdessen eine entschuldigende Stellungnahme veröffentlicht.
Doch auch im Nachbarland Deutschland gab es diese Woche wieder einige zweifelhafte Nachrichten. Von der aktuellen Debatte des stolzen Eigenheimbesitzers Christian Wulff abgesehen meldete sich diesmal das leidige Thema über den Zensus 2011 zurück. Tatsächlich gab es einige mutige Bürger der Bananenrepublik, die der Zwangsbefragung des deutschen Staates trotzten und den angeforderten Befragungsbogen nicht ausfüllten oder ihn mit unsinnigem Quatsch beschrifteten. Der zuständige Erbsenzählerverein versandte jedoch geschwind etliche Mahnung an alle, die sich dem Willen des Staates widersetzten. Laut eines zuständigen Zensusbeauftragten der Stadt Bielefeld würde durch fehlende Angaben das gesamte Ergebnis um den Faktor 35 verfälscht. Was er gute Mann vermutlich nicht weiß: Das wird den Widerständlern um den Faktor 100 egal sein. Ganz grundsätzlich lässt sich fragen, was die gesamte Aktion überhaupt soll. Da werden in einer Stadt ein paar Hartz-IV-Empfänger, faule Studenten, Senioren und andere Gestalten befragt, und aus deren Kreuzchen wird die gesamte Situation der Bevölkerung errechnet. Um diese einzuschätzen, reicht schließlich auch ein Blick in das Gesicht eines manchen Politikers. Endzeit-Stimmung eben.
Am Mittwoch half die internationale Registrierungsstelle für Domains, auch das Internet schon einmal präventiv in das totale Chaos zu stürzen. Schon bald sollen die Endungen von Internetadressen nicht mehr an ein bestimmtes Land gebunden sein. Große Unternehmen, reiche Staatsmänner und andere Betrüger können also schlichtweg einen ganzen Domainstamm kaufen. Künftig sind also auch Adressen mit dem Namen www.ichbin.toll, www.wassoll.das oder www.geile.sau verfügbar. Sicherlich könnte man mit diesen Möglichkeiten auch als Privatperson viel Spaß haben, allerdings belaufen sich allein die Antragskosten für eine Adresse auf über 100.000 Euro. Was der ganze Kram soll, weiß noch niemand so recht. Letztendlich wird wohl nur Google von dem ganzen Durcheinander profitieren, da man sich im Internet bis zum Weltuntergang schließlich noch irgendwie zurecht finden muss.
Eine ähnliche fragliche Schiene fährt man offensichtlich auf beim Unternehmen Symantec. Dem fiel offenbar auf, dass kaum jemand seine Produkte kaufen will, weshalb man seine potenzielle Kundschaft schlichtweg anlog. Testversion von Programmen der Virenschutz-Firma sollen angeblich fälschlicherweise Fehler und Schädlinge diagnostiziert haben, nur damitPersonen die Software aus Angst, jemand könnte beispielsweise ihre Biologie-Bildersammlung finden, kauften. Ein anschauliches Beispiel (sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten): Symantec verhält sich wie ein Arzt, der seinem gesunden Patienten mit einem Füller das Wort „krank“ auf die Stirn schreibt und ihm daraufhin einen Tintenlöscher verkaufen will.
Die kuriose Nachricht vom Freitag ereilte uns aus einem etwas ferneren Land. Im schönen Irland sah man nach rund 10 Jahren ein, dass man in Zukunft auf elektronische Wahlen am Automaten verzichten wird. Eigentlich wäre die Entscheidung kein großes Problem und grundsätzlich nur zu begrüßen – wenn da nicht die 7.000 Wahlcomputer wären, die man für unfassbare 54 Millionen Euro einkaufte. Der kluge Geschäftsmann würde sagen: „Verkaufen wir die Geräte doch einfach“. Dem ist in diesem Fall jedoch die traurige Tatsache entgegen zu halten, dass die Schrottkisten nicht einmal funktionieren. Ein niederländischer Hacker bewies, dass sich die Geräte spielend leicht manipulieren lassen. Nun sitzt die Regierung auf einem großen Haufen Schrott und weiß nichts damit anzufangen. Statt auf die Idee zu kommen, die Computer zu zerlegen und die Einzelteile zu verkaufen, äußerte der Finanzminister den Vorschlag, weltweit Irish Pubs mit den Kästen auszustatten. Dort können dann die irischen Gäste ihrem Frust über diese maßlose Steuerverschwendung freien Lauf lassen.
Auch wenn wir gemäß all dieser Neuigkeiten wohl mit großer Wahrscheinlichkeit mit dem baldigen Weltuntergang rechnen können, sei allen Gulli-Leser noch ein schönes Wochenende gewünscht. Auf dass wir alle den nächsten Sonntag noch erleben.
Julian Wolf am Sonntag, 15.01.2012 18:13 Uhr
Schön geschrieben.:T ...
Sehr schicke Glosse - jaja, die Biologie-Bildersammlung... :D Womit recht? Auch 2012 findet kein Weltuntergang statt. Och menno, jetzt verdirbst du uns die ganze V ...
ich vertrete immer noch die Meinung, dass die Maya einfach gedacht haben. so 4000 Jahre für einen Kalender sind genug, jetzt hören wir erstmal auf mit dem teil ...
Schwachsinnige Regierungen, stümperhafte Unternehmen und neumodische Rechtsradikale: Alle scheinen wegen des bevorstehenden Weltuntergangs bereits in den intellektuellen „Economy-Mode“ geschaltet zu haben. Nicht zu vergessen die zunehmende Islamisierung Europas und die zunehmend ...
Man könnte meinen, die Mayas hatten recht. Womit recht? Auch 2012 findet kein Weltuntergang statt. ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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