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US-Armee: Berichterstattung über Manning-Anhörung war "ausgeglichen"

US Army

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Die US-Armee verfolgte die Online-Berichterstattung über die im Dezember abgehaltene Anhörung des mutmaßlichen Whistleblowers Bradley Manning offenbar genau. Sowohl klassische Medien als auch Social-Media-Dienste analysierte die Army darauf, ob und wie über die Anhörung berichtet wurde. Das Fazit: die Berichterstattung scheine "negativ", sei aber "ausgeglichen und faktenbasiert" gewesen.

Schon seit längerem ist bekannt, dass die US-Behörden sich sehr dafür interessieren, wie ihre Aktivitäten im Internet - insbesondere auf Social-Media-Diensten - wahrgenommen werden. So machte Ende vergangenen Jahres die Meldung Schlagzeilen, dass US-Agenten etwa fünf Millionen Tweets am Tag überwachen (gulli:News berichtete). Auch im Umfeld der Manning-Anhörung wollte die US-Armee offenbar genau wissen, was das Internet über sie denkt. Das US-Politik-Newsportal "Politico" fand in den Gerichtsakten eine Zusammenfassung der Analyse-Ergebnisse bezüglich der Medien-Berichterstattung und veröffentlichte diese am gestrigen Dienstag.

In der Analyse finden sich kurze Zusammenfassungen der Geschehnisse der einzelnen Anhörungs-Tage und dazu interessante Beobachtungen bezüglich der darüber stattgefundenen Berichterstattung. So heißt es über den ersten Tag, es seien insgesamt 76 Medienvertreter von 46 Organisationen anwesend gewesen, die in einer beiligenden Liste aufgeführt seien (die Zusammenstellung dieser Liste dürfte trivial gewesen sein, da sich alle Medienvertreter, die der Anhörung beiwohnen wollten, zuvor mit Namen anmelden mussten). Es wird außerdem genau aufgeführt, wie viele Artikel, Audio-Clips und Konversationen auf Sozialen Netzwerken zu welchem Zeitpunkt registriert wurden. Interessantes Detail: am sechsten Verhandlungstag, der der letzte erwähnte Tag der insgesamt sieben Tage dauernden Anhörung ist, waren der Analyse zufolge nur noch 28 Journalisten von 20 verschiedenen Organisationen anwesend. Dies deckt sich mit der bereits während der Anhörung von anwesenden Medien-Vertretern geäußerten Einschätzung, dass das Interesse an der Anhörung - insbesondere unter den US-Medien - im Laufe der Tage deutlich abnahm.

"Während die VOCUS-Medien-Seite den Großteil der Manning-Berichterstattung weiterhin als 'negativ' bewertet, bleibt ein Großteil der Berichterstattung über die Anhörung ausgeglichen und faktenbasiert," heißt es immer wieder zur Analyse der Berichterstattung. Diese Floskel taucht an jedem der besprochenen Verhandlungstage auf. Wie genau diese Einschätzung zustande kommt und wie die Kritierien dafür aussehen, wird nicht erläutert.

Neben diesen Auflistungen finden sich kurze Erwähnungen der Vorgänge rund um die Pressevertreter während der Verhandlung, wie etwa die Entfernung eines nicht akkreditierten Reporters, Treffen des PR-Beauftragten der Armee mit den Medienvertretern oder der Aktivitäten der anwesenden Fotografen und Gerichtszeichner. Auch die kontroverse Entfernung des Manning-Unterstützers Daniel Choi aus dem Gerichtsgebäude, die ein recht großes Medien-Echo nach sich zog, wird erwähnt.

Leider fehlt es der nun veröffentlichten Zusammenfassung an interessanten Details, die eine genaue Einschätzung, wie die US-Armee die Manning-Berichterstattung sieht, erlauben würden. Auch die bei der Analyse der Quellen angewandte Methodik wird nicht klar. Trotzdem lässt es durchaus interessante Rückschlüsse - auch für eine eventuell bevorstehende Kriegsgerichtsverhandlung - zu, wie genau die Army offenbar darauf schaut, wie ihr Verhalten im Fall Manning öffentlich wahrgenommen wird.

Annika Kremer am Mittwoch, 11.01.2012 13:52 Uhr

tagsTags: pressefreiheit whistleblowing usa us army wikileaks bradley manning

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2 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • freemind am 12.01.2012 12:45:33

    Selbstverständlich fiel die Berichterstattung in ihrem Sinne "ausgeglichen" aus, wurden doch alle kritischen Stimmen im Vorfeld von der Anhörung ausgeschlossen. ...

  • Elrola am 11.01.2012 15:54:47

    ohne konkrete details und begründungen zu nennen, wie sie zu diesem schluss kommen, kann die army das so oft behaupten, wie sie wollen die army ist dadurch vermutlich ebenso glaubwürdig wie die browsersicherheitswebseite von microsoft ihr wisst schon, die auf der sie sagen der aktuellste internet ...

  • Annika_Kremer am 11.01.2012 13:52:43

    Die US-Armee verfolgte die Online-Berichterstattung über die im Dezember abgehaltene Anhörung des mutmaßlichen Whistleblowers Bradley Manning offenbar genau. Sowohl klassische Medien als auch Social-Media-Dienste analysierte die Army darauf, ob und wie über die Anhörung berichtet wurde. Das Faz ...

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