
Software Piraterie
Ein rheinland-pfälzisches Ingenieurbüro versuchte laut einer Pressemitteilung der BSA bis vor kurzem erfolglos, die Haftung für im Unternehmen eingesetzte unlizenzierte Software an seinen IT-Dienstleister auszulagern. Nach Ende des Rechtsstreits muss das Ingenieurbüro nun 45.000 Euro Schadensersatz an die Business Software Alliance und ihre Mitglieder bezahlen. Hintergrund: Der beauftragte IT-Dienstleister hatte sich die „Lizenzen“ über eBay „besorgt“ und die so bezogenen Programme auf den Computern des Ingenieurbüros installiert. Der Dienstleister wurde zur Zahlung von weiteren 15.000 Euro zuzüglich einer Geldstrafe verurteilt. Im Vorfeld war es zu diffamierenden Aussagen durch zwei Personen gekommen. Nach einer Strafanzeige durch die BSA wurde eine Durchsuchung bei beiden Unternehmen veranlasst. Dort fand man auf insgesamt 22 Arbeitsplätzen nicht korrekt erworbene Programme von Adobe, Autodesk und Microsoft.
Der beschuldigte IT-Fachmann wurde nach einem umfassenden Geständnis zu einer Strafe in Höhe von 90 Tagessätzen zu 35 Euro verurteilt. Weiterhin wurden das Ingenieurbüro und der IT-Dienstleister von den Firmen Adobe, Autodesk und Microsoft in einem Zivilgerichtsverfahren auf Unterlassung und Schadensersatz verklagt. Sie verpflichteten sich schließlich zur gemeinsamen Zahlung von insgesamt 60.000 Euro Schadensersatz. Das Ingenieurbüro argumentierte vor Gericht, man habe sich ausnahmslos auf die Lizenzierung des IT-Dienstleisters verlassen. Wie die ungewöhnlich niedrigen Preise zustande kamen, wurde offenbar nicht weiter hinterfragt. Auch sonstige Indizien wie merkwürdige Seriennummern oder unvollständige Softwareprodukte waren den Ingenieuren nicht aufgefallen.
Man könne laut BSA aber nicht die eigene Haftung outsourcen, selbst wenn viele kleine IT-Anbieter unter Druck ihrer Kunden nicht legale Kopien installieren, um ihnen Kosten zu sparen. Nach eigenen Angaben nimmt man angeblich jährlich hunderte Hinweise auf illegal genutze Programme in deutschen Firmen entgegen. Am Ende der BSA-Pressemitteilung wird wie üblich auf die Webseite verwiesen, auf der eine ehemalige Geschäftspartner oder Arbeitgeber anonym denunziert werden können. Die Lobbyvereinigung und ihre Partner leiten diese Hinweise dann an die zuständigen Stellen bei der Polizei und Staatsanwaltschaft weiter. Für solche Fälle wurde sogar eigens eine telefonische Hotline eingerichtet, wo man den Mitarbeitern persönlich oder auch deren Anrufbeantworter mitteilen kann, wer in welchem Unternehmen welche schwarzkopierte Software einsetzt. Die BSA bezeichnet solche Hinweisgeber als "Whistleblower" und verfremdet damit völlig die ursprüngliche Bedeutung dieses Wortes.
Bild-Quellen: Cen0byte.deviantart.com
Lars Sobiraj am Dienstag, 10.01.2012 15:36 Uhr
.. Eine Privatperson testet vielleicht mal Photoshop oder spielt mit 3dsmax rum, aber benutzt es nicht täglich, um die damit geschaffenen Produkte zu verkaufen. Sowas wird ja auch eher toleriert von den Herstellern. Wenn jeman Gefallen daran findet und talentiert ist, wird ...
Es gibt keinen einzigen vernuenftigen it Dienstleister, der freiwillig illegale Lizenzen verkauft. Wir (ich bin selbst einer) wollen ja auch Geld verdienen und das geht am besten mit teuren originalen. Die Kunden wollen alles immer billig billig billig und pushen in diese Richtung. Oh wie teuer ist ...
Privatmenschen liegen bei Autodesk/Adobe/usw einfach so gar nicht in der Zielgruppe, daher... warum dafür ne Version anbieten, die nur noch mehr Raum für Missbrauch auf dem Hauptmarkt schafft? Studenten bekommen von Autodesk ohnehin fast alles umsonst (was in meinen Augen eher cleveres Marketing, ...
@zeyka: Ich denke einmal, dass dem Ingenieurbüro zum Verhängnis wurde, dass er davon gewusst hat (oder haben muss). Im Normalfall dürfte es ein solches Urteil nicht geben oder müsste von einer höheren Instanz wieder kassiert werden. Unfair ist und bleibt aber, dass der IT-Dienstleister deutlich ...
Wer Software einsetzt um damit Geld zu machen, soll die Scheisse auch richtig bezahlen. Sehe ich auch so, und kenne auch die ein oder andere Firma, die entweder gar keine oder eine Studentenlizenz benutzt für Programme, die sie für ihre Arbeit benötigt. Eine Privatperson testet v ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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