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Eines der Dinge, die auch im neuen Jahr unverändert gelten: es wird viel über die Vorratsdatenspeicherung diskutiert, mal mit mehr, mal mit weniger Ahnung, aber immer im vollen Bewusstsein der immensen eigenen Bedeutung. Zur Abwechslung meldete sich mal wieder jemand aus der FDP zu Wort. Diesmal handelte es sich um FDP-Politker Dirk Niebel (FDP), Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, der unbedingt auch noch seinen Senf zur Diskussion geben musste (wieso eigentlich nicht mal Ketchup oder auch Schokoladensirup? das wäre mal was anderes… wobei letzteres eher unwahrscheinlich wäre; die braune Soße kommt tendenziell meist von anderen Parteien). Niebel schaffte es jedoch immerhin, mit einer Argumentation zu überraschen, die man so noch nicht allzu oft gehört hat. Angesichts der Tatsache, dass die Vorratsdatenspeicherung mittlerweile von Politikern, Aktivisten und Medien nicht nur totdiskutiert, sondern dann auch noch ausgebuddelt und als Zombie weiter durch's Dorf getrieben wurde, ist das eine beachtliche Leistung. Niebel nämlich bot nicht "einen Kompromiss an" wie einige Parteifreunde (was, wie wir spätestens seit der letzten Großen Koalition wissen, ein Euphemismus für "ich gebe euch was ihr wollt und verpacke es hübsch als Geschenk, aber die Farbe des Geschenkpapiers darf ich selbst aussuchen" ist), sondern forderte im Gegenteil ein Entgegenkommen der Unionsparteien. Zur Begründung erklärte der FDP-Politiker sinngemäß, angesichts der desaströsen Umfrage-Ergebnisse müsste die CDU die FDP auch mal gewinnen lassen, sonst stünde sie demnächst nicht mehr als Koalitionspartner zur Verfügung. Eines muss man zugeben: kreativ ist das immerhin mal. Geht es normalerweise in der Politik um Macht und Stärke, wird hier geschickt mit der eigenen Schwäche argumentiert. Klappt allerdings nur, wenn man sich für unentbehrlich hält. Hoffentlich müssen wir nicht demnächst horrende Abgaben zahlen, um die "systemrelevante" FDP zu retten.
Fiktive Streifenwagen-Dekoration - immer noch besser als eine Vorratsdatenspeicherung...
Ebenfalls erfolgreich vom alten ins neue Jahr gerettet hat sich offenbar die Staatstrojaner-Diskussion. Diesbezüglich teilte der CCC der Bundesregierung nun mit: "Ihr seid offensichtlich zu doof, um vernünftig Trojaner zu programmieren, deswegen solltet ihr das bitte zukünftig sein lassen". Also nichts mit "veralteten Versionen" oder "mittlerweile behobenen Fehlern" - die Kompetenz bei der Bundesregierung und deren Vertragspartnern Marke DigiTask und Konsorten ist offenbar in den letzten Jahren nicht auf magische Weise gewachsen. Das wäre ja auch in etwa so, wie mit einer Gießkanne in die Wüste Gobi zu gehen und erstaunt zu sein, wenn man da auch nach drei Jahren noch immer keine Äpfel ernten kann. Der CCC hält also fest: auch für die Zukunft ist ein Staatstrojaner abzulehnen. Daneben teilte CCC-Sprecherin Constanze Kurz auch gleich noch mit, dass ihr Verein kein Interesse daran habe, einen Trojaner-TÜV mitsamt Tipps für den Bau der idealen Schadsoftware für die Regierung zu stellen. Gut so. Die Friedensbewegung hat schließlich damals auch keine Beratung zum Bau qualitativ hochwertiger Atomraketen gegeben.
Weitere Randnotiz des neuen Jahres: Weißrussland ist offenbar noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen und glaubt tatsächlich noch an die Relevanz von Ländergrenzen nicht nur trotz des, sondern sogar im Internet. Sind einige Anachronismen durchaus charmant und sympathisch, ist dieser einfach nur ebenso freiheitsfeindlich wie dumm. Einen großen virtuellen Keks - auf Wunsch auch mit Schokolade - bekommt aber, wer dazu den ersten guten "Zurück in die Zukunft"-Witz erfindet und postet.
Das Rad der Fortuna, ein altes Symbol für die Wechselfälle des Schicksals, in einer Darstellung aus dem 15. Jahrhundert
Egal, was Fortuna euch für die nächste Woche zugedacht hat: ich hoffe, ihr macht das Beste daraus und habt trotz allem viel Spaß. Die News jedenfalls werden euch sicher wieder mit Beiträgen der Marke "die Realität ist verrückter als jede Fiktion" durch die Woche begleiten. Macht es gut, bis zum nächsten Sonntag.
Annika Kremer (g+) am Sonntag, 08.01.2012 20:22 Uhr
natürlich nervt die vds aber dieses übel müssen wir in kauf nehmen. lieber jeden Tag ne vds News als wenn nichts berichtet, dann vergessen und zu letzt heimlich eingeführt wird ...
Schöne Glosse, auch wenn man nicht wirklich noch was über die VDS hören mag. Da man den Schei* aber nicht At ACTA legen kann, ohne das es noch weitere Aufklärung zu verbreiten gilt, wird man vermutlich auch 2012 immer und immer wieder mit gekauften Stimmen und Stasieabgeordneten zu tun bekommen. ...
juhu neue glosse. ...
Das sprichwörtliche Rad des Schicksals dreht sich unaufhaltsam weiter und so konnten wir, gerade mehr oder weniger gut - und mit einem mehr oder weniger großen Kater - im neuen Jahr angekommen, gleich wieder die neuesten Auf- und Abstiege, unvorhergesehenen Ereignisse und irren Schlagzeilen bewunder ...
Heutzutage ist die Internettelefonie neben Fest- und Mobilnetztelefonie immer gefragter. Per Internet zu kommunizieren ist nicht nur komfortabler und billiger, man ist zudem unabhängig von Tarifen, welche nur eine bestimmte Gesprächszeit günstig ermöglichen. Also wieso nicht auch Internet-Telefonie nutzen?
Lars Sobiraj am 14.05.2013, 13:52 Uhr
Der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags steht seit vielen Jahren den Bürgern und Gruppen für ihre Anliegen offen. Wir haben uns kürzlich mit einem der 80 Mitarbeiter des Hauses unterhalten. Da seit der Gründung nur sehr wenige Gesetzesänderungen durch Petitionen entstanden sind, wollen wir den Sinn dieser Institution hinterfragen. Dies ist vorerst der letzte Teil unserer Interview-Serie.
Lars Sobiraj am 12.05.2013, 12:51 Uhr
Wie ein 73-jährige Japaner beweist, kann man das am häufigsten benutzte Tabellenkalkulationsprogramm Microsoft Excel nicht nur für reguläre Berechnungen einsetzen. Tatsuo Horiuchi erstellt ausnahmslos seine traditionellen Gemälde mit Hilfe dieses Programms. Er arbeitet bereits seit 10 Jahren mit der Software und stellt seine Bilder in diversen Ausstellungen vor.