Israel (Flagge)
Der unter dem Pseudonym "OxOmar" auftretende Angreifer hatte am vergangenen Dienstag rund 14.000 und am Donnerstag noch einmal etwa 11.000 Datensätze online veröffentlicht (gulli:News berichtete). Einige der Daten, die offenbar von Online-Shopping-Seiten abgegriffen wurden, waren allerdings fehlerhaft oder veraltet. Die anderen Karten wurden von den Kreditkarten-Unternehmen nach Bekanntwerden der Kompromittierung zügig gesperrt. In einigen Fällen kam es allerdings zuvor zu einer missbräuchlichen Verwendung der Karten für Online-Einkäufe. In der Folge zeigen sich derzeit viele Israelis skeptisch gegenüber Einkäufen im Internet; entsprechende Dienste verzeichnen eine gesunkene Nachfrage.
OxOmar nahm am gestrigen Donnerstag zu seinen Angriffen Stellung. Er behauptete, er habe - entgegen der bislang bekannten Zahlen - Informationen über insgesamt rund 400.000 Israelis veröffentlicht. Die "jüdische Lobby" vertusche aber das wahre Ausmaß des Angriffs. Der Angreifer forderte die Internet-Gemeinde auf, mit den gestohlenen Daten Einkäufe zu tätigen. "Kauft alles, was ihr wollt," forderte er die Leser auf. Dies lässt etwas genauere Rückschlüsse auf die Motivation des Angreifers zu - offenbar will er möglichst großen Schaden für die Betroffenen anrichten. Die meisten Fälle, in denen Kreditkartendaten von Kriminellen missbraucht werden, geschehen dagegen aus Profit-Interesse, weswegen die Daten in diesen Fällen praktisch nie öffentlich auftauchen.
Israelische Behörden teilten mit, der Angreifer habe neben den Kreditkarten-Informationen auch Login-Daten samt Passwörtern - für welche Dienste, ist bislang nicht bekannt - veröffentlicht. Die Identität von "OxOmar" habe man aber bislang nicht herausfinden können, weswegen auch eine Bestätigung seiner Nationalität nicht mit Sicherheit möglich sei. Trotz der eher spärlichen vorhandenen Informationen zeigt sich die israelische Regierung besorgt. Yoram Hacohen, Sprecher des israelischen Justizministeriums, sagte gegenüber Journalisten: "Der Vorfall sollte als Cyber-Angriff behandelt werden". Hacohen sagte aber auch, dass es schwierig sei, den Angreifer zu identifizieren, falls dieser Vorsichtsmaßnahmen getroffen habe.
Berichten zufolge ist der durch die Angriffe angerichtete Schaden - zumindest bislang - eher gering. Trotzdem erhöht der Vorfall in Israel die Besorgnis, man könnte Opfer eines Cyber-Angriffs werden. Wissenschafts- und Technologie-Minister Daniel Hershkowitz bezeichnete den groß angelegten Kreditkartendaten-Diebstahl gegenüber "Radio Israel" als "Besorgnis erregend". Der Vorfall sei ein "Beispiel für die große Gefahr draußen im Cyberspace", so der Minister.
Hershkowitz machte in diesem Zusammenhang auch Andeutungen über zukünftige Pläne der israelischen Regierung zum Thema "Cyber War". Er sagte, Israel habe diesbezüglich "beeindruckende Kapazitäten" - eine Ansicht, die von vielen Experten innerhalb der IT-Sicherheits-Gemeinde geteilt wird - und baue, wie von Premierminister Benjamin Netanyahu im vergangenen Jahr angekündigt, derzeit eine neue Behörde auf, die für dieses Thema zuständig sein soll.
Nächste Woche soll anlässlich des Kreditkartendaten-Diebstahls außerdem eine Sitzung des zuständigen Parlaments-Ausschusses stattfinden. In dieser soll "Israels Bereitschaft, sich gegen Cyber-Angriffe zu verteidigen" evaluiert werden. "Wir müssen uns darauf vorbereiten, mit Cyber-Bedrohungen umzugehen angesichts der Möglichkeit, dass versucht werden könnte, Israel durch Internet-Terror anzugreifen," sagte Ronit Tirosh, die Vorsitzende des Ausschusses.
Israelische Medien spekulieren derzeit, dass es sich bei den Angriffen um eine Vergeltungsaktion für den Stuxnet-Trojaner handeln könnte. Stuxnet, eine auf die Sabotage von Siemens-Industrieanlagen spezialisierte Schadsoftware, hatte im Iran erhebliche Schäden angerichtet. Viele Experten vermuten, dass Israel, womöglich zusammen mit den USA, hinter dem Trojaner steckt. Nachweisen konnte dies allerdings bislang niemand. "Der merkwürdige Vorfall, mit dem wir es zu tun haben, könnte ein schlechter Witz, ein jugendlicher Scherz, ein hasserfüllter Terror-Angriff für Anfänger oder die erste Stufe eines iranischen Cyber-Terrorangriffs sein," schrieb der israelische Journalist Ben Caspit am heutigen Freitag. Hershkowitz lehnte derartige Spekulationen ab und sagte, in solchen Fällen gehe oft die Fantasie durch. Dies lässt sich kaum bestreiten. Wessen Fantasie kommt aber der Wahrheit am nächsten? Handelt es sich um das Werk eines gelangweilten Scriptkiddies oder um einen regelrechten Cyber-Angriff? Versuchen womöglich Verfechter verstärkter staatlicher Kontrolle im sogenannten "Cyberspace", den Vorfall für sich zu nutzen?
Update:
Der britische Rundfunksender BBC zitiert israelische Offizielle sogar mit noch drastischeren Aussagen. Dem zufolge bezeichnete Vize-Außenminister Danny Ayalon den Vorfall als "einen Bruch unserer Souveränität, der mit einem Terror-Anschlag vergleichbar ist und als solcher behandelt werden muss." Israel, so Ayalon weiter, habe "aktive Kapazitäten, diejenigen anzugreifen, die versuchen, ihm zu schaden, und keine Behörde und kein Hacker wird gegen Vergeltungsschläge immun sein." Die BBC berichtet unter Berufung auf die Nachrichtenagentur Reuters außerdem, bei OxOmar handle es sich derzeitigen Vermutungen zufolge womöglich um einen 19-Jährigen aus Mexiko. Ein Assistent Ayalons habe erklärt, er sei sich dieses Verdachts bewusst, Israel habe aber bislang noch nicht bei den mexikanischen Behörden um Amtshilfe ersucht, so die BBC weiter.
Text-Quellen: Reuters
Annika Kremer (g+) am Samstag, 07.01.2012 19:18 Uhr
Ist gut jetzt. Topic bitte.Der Topic sind doch Angriffe gegen Israel. ...
Ist gut jetzt. Topic bitte. ...
Mittlerweile verstecken sich die Leute noch nicht mal mehr hinter Israelkritik. In verwechsel Israelkritik nicht mit Antisemitismus ...
Eine Überzeichnung ist ja an sich nichts Unsinniges, allein dein Kommentar ist eben keine, diese zeichnet ja gerade aus, dass der Kern des Ganzen erhalten bleiben, nur die essentiellen Grenzen deutlicher hervortreten, wenn man aus der Zusammenarbeit von israelischen und mexikanischen Behörden aber a ...
Dem zufolge bezeichnete Vize-Außenminister Danny Ayalon den Vorfall als "einen Bruch unserer Souveränität, der mit einem Terror-Anschlag vergleichbar ist und als solcher behandelt werden muss." Israel, so Ayalon weiter, habe "aktive Kapazitäten, diejenigen anzugreifen, die versuchen, i ...
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Lars Sobiraj am 14.05.2013, 13:52 Uhr
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Lars Sobiraj am 12.05.2013, 12:51 Uhr
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