
Anlass der Kritik ist ein virtuelles "Braufest", das momentan in der Spielewelt des geradezu irrsinnig beliebten Fantasy-RPGs stattfindet. Dieses wurde inspiriert vom Oktoberfest und dreht sich (wie sein Gegenstück in der realen Welt auch) primär um Alkohol. Einige Wettkämpfe basieren darauf, so betrunken wie möglich zu sein. So beispielsweise die Jagd nach dem Fantasiewesen Wolpertinger: "Die hasenähnlichen Wesen werden für euch aber erst sichtbar wenn ihr richtig betrunken seid. Kauf euch also den stärksten Alkohol, den ihr auf dem Braufest finden könnt und kippt ihn so lange runter, bis ein Wolpertinger vorbeigesprungen kommt." Auch in anderen Spielen wie beispielsweise NCSofts Guild Wars spielen alkoholische Getränke eine gewisse Rolle; so kann man beispielsweise "Säufertitel" erringen, wenn man eine entsprechende Anzahl von Spielminuten lang betrunken ist, was sich auch durch entsprechende Effekte wie ein verzerrtes Bild und das zufällige Durchführen bestimmter "Emotes" durch den Charakter bemerkbar macht. Beim Braufest allerdings wird dem Alkoholgenuss in besonders konzentrierter Art und Weise gehuldigt. Das rief nun Jugendschützer auf den Plan.
Die geäußerte Kritik basiert unter anderem darauf, dass bei WoW bereits Zwölfjährige "virtuell mitbechern" können. Darin sehen einige Kritiker eine Jugendgefährdung. "Das Spiel unterläuft damit eindeutig das Jugendschutzgesetz", kommentiert beispielsweise Christa Merfert-Diete von der deutschen Hauptstelle gegen die Suchtgefahren (Hamm) entsetzt. Den Einwand, dass es sich bei einem MMORPG immerhin um eine virtuelle Welt handle, läßt sie nicht gelten: "Werte der realen Welt werden infrage gestellt," ist sie überzeugt. Zudem würden "Gesetze konterkariert" und "die Gefahr des Alkoholkonsums verharmlost." Ähnlich sieht es das Bundesfamilienministerium: "Aus Sicht des Kinder- und Jugendschutzes sind jegliche Angebote mit der Botschaft ,Saufen, um zu gewinnen sehr kritisch zu sehen", erklärte das Ministerium gegenüber der Münsterländischen Volkszeitung.
Ebenfalls eine sehr kritische Meinung hat Professor Christian Pfeiffer, Spielern schon lange als einer der entschiedensten und lautstärksten Gegner ihres Hobbies bekannt. Pfeiffer läßt kein gutes Haar an WoW: Er hält das MMORPG für "das gefährlichste Computerspiel, das auf dem Markt ist". Aus seinem Munde will das etwas heißen angesichts der schrecklichen Folgen, die er beispielsweise auch durch das Spielen von Counterstrike und ähnlichen Shootern befürchtet. Die Begründung dafür allerdings erscheint aus Spieler-Sicht etwas kurios: Das Spiel "verharmlose nicht nur Alkohol" (was angesichts der jüngsten Geschehnisse zumindest nicht völlig aus der Luft gegriffen ist), sondern "verherrliche auch Gewalt." Ob sich Pfeiffer dabei auf das Abschlachten von Monstern bezieht? Oder eher auf die Team-Fights im Player-versus-Player-Bereich? Angesichts der bunten und eher wenig detaillierten Comic-Grafik von WoW kann wohl in beiden Fällen von einer realistischen Gewaltdarstellung keine Rede sein. Eine genauere Erklärung blieb Pfeiffer allerdings schuldig.
Eine Ankündigung von WoW-Publisher Blizzard, man werde in Zukunft "alkoholnahe Spielsequenzen" aus dem Spiel entfernen, ist den Kritikern dabei nicht genug und wird von ihnen als reines "Lippenbekenntnis" kritisiert. Pfeiffer begrüßte es daher, dass die Länder Bayern und Niedersachsen die Absicht haben, ein Rechtsgutachten erstellen zu lassen, das die Altersfreigabe für WoW überprüft. Pfeiffer rechnet mit einer Fertigstellung des Gutachtens noch in diesem Jahr - und damit, dass WoW ab diesem Zeitpunkt erst ab 18 Jahren freigegeben sein könnte. (Annika Kremer)
(Danke an titus_shg für den Tipp!)
News Redaktion am Samstag, 03.10.2009 19:41 Uhr
ich meine ich bin kein WoW spieler und werde auch nie einer werden aber solche aussagen sind völlig überzogen und vorallem unnötig...:dozey: Edit: bezogen auf die News versteht sich ...
Mit intelligent meine ich nicht die Spielmechanik (die bei WoW tatsächlich außerordentlich ausgeklügelt und komplex ist), sondern das Gameplay an sich. Es fragen sich wenige, warum sie immer wieder dieselben Quests á la "Laufe 10km von A nach B, sammle 10x den Gegenstand C und laufe dann wieder ...
Genau das ist auch meine Meinung. Nieder mit WoW und ein Hoch auf die intelligenten Computerspiele Ich hab kaum ein komplexeres Spiel als WOW gespielt, so dumm kann WOW ja wohl nicht sein. Spiele übrigens auf einem Privatserver da die Gebühren für so ein altes Game wir ...
Und dafür bekommen die Geld. So n Beruf währ doch was feines. ...
Diese News und die Kommentare rufen bei mir eine Dejavu Situation hervor. Hatten wir das nicht alles schon mal gehabt - letztes Jahr? Mir wäre es lieber würden die Kids sich virtuell besaufen, anstatt lallend, kotzend und taumelnd durch die Straßen zu gehen. Sollen sie doch ihre Freizeit vorm PC ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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