
Wenn SOPA sich durchsetzen kann, könnten manche Seiten im Netz dunkel bleiben
Dass die Zensurgesetze Protect IP Act und SOPA (Stop Online Piracy Act) auf heftigen Widerstand innerhalb der Netzgemeinde stoßen, musste der Domainhoster GoDaddy kürzlich erst erleben. Setze er sich für SOPA ein, hagelte es prompt Kritik und die Nutzerzahlen sanken dramatisch. Auch bekannte Websites wie imgur und Wikipedia wandten GoDaddy den Rücken zu. Andere Hoster warben damit, Abgänger von GoDaddy zu vergünstigten Konditionen bei sich zu übernehmen.
Auch bei anderen großen US-Internetunternehmen stoßen diese Gesetze auf starken Widerstand. Schwergewichte wie Google, Ebay, Facebook und Amazon wollen die Zensurgesetze nicht kampflos hinnehmen. Zur Zeit diskutieren die Unternehmen mit bis zu mehreren hundert Millionen Nutzern über eine zwischenzeitliche Abschaltung ihrer Dienste.
Betroffen wären davon hunderte Millionen von Internetnutzern, da die Unternehmen große Bereiche des Internets mit ihren Dienstleistungen abdecken. Anstelle der normalen Seite des Unternehmens soll eine Zensurwarnung erscheinen. Zusätzlich erfolgt der Aufruf, seinen Abgeordneten zu kontaktieren und den Druck auf ihn zu erhöhen, um die Zensurgesetze zu Fall zu bringen.
Die Unternehmen setzen darauf, dass die kanalisierte Macht vieler erboster Internetnutzer mehr Einfluss auf die Politiker haben werde, als die eigenen Lobbyisten. Dies erklärte Markham Erickson, Leiter der NetCoalition, einem Zusammenschluss der SOPA-Gegner. "Es gibt einige ernsthafte Diskussionen darüber. So etwas hat es noch nie zuvor gegeben".
SOPA wird von vielen Internetnutzern als der bisher größte Affront gegen ein freies Netz angesehen. Wie der Name es bereits verrät dient es dazu, Piraterie im Internet einzudämmen und deswegen Internetseiten zu sperren, die zum Beispiel Raubkopien verbreiten.
Das Ausmaß dieser Eingriffe ist aber erschreckend: Nicht nur Hoster würden gezwungen, den Content zu löschen, auch Kreditkartenunternehmen dürften keinerlei Geschäfte mit den vermeintlichen Verbrechern machen. Betroffen davon sind aber nicht nur die Download-Plattformen selbst: Auch indirekt an Filesharing beteiligte Seiten müssten blockiert werden. Unter diese Kategorie fallen zum Beispiel Suchmaschinen wie The Pirate Bay, aber auch ein Online-Projekt wie Gulli.com in seiner Anfangsphase wäre nach diesem Gesetz nicht mehr möglich und müsste gesperrt werden.
Text-Quellen: Winfuture
Robert Clausen am Dienstag, 03.01.2012 00:54 Uhr
Erschreckenderweise ist gerade das eins der Argumente, das die MAFIAA vorgebracht hat - "in China funktionierts doch auch". Zum kotzen, ehrlich. :confused: Ich finde das eher völlig logisch und daher nicht wirklich überraschend: Organisationen mit dem selben Rechtsv ...
China hat diese Möglichkeit viel früher erkannt, als alle anderen. Erschreckenderweise ist gerade das eins der Argumente, das die MAFIAA vorgebracht hat - "in China funktionierts doch auch". Zum kotzen, ehrlich. :confused: ...
Interessant wäre auch wie dieses Gesetz ausgelegt werden würde... schließlich kann man auch über Google (und jede andere Suchmaschine) nach "Raubkopien" suchen und diese auch finden, genau wie auf TBP... Die Politik will die verlorene Deutungshoheit zurückerlan ...
Interessant wäre auch wie dieses Gesetz ausgelegt werden würde... schließlich kann man auch über Google (und jede andere Suchmaschine) nach "Raubkopien" suchen und diese auch finden, genau wie auf TBP... Ich sehe TBP mittlerweile lediglich noch als spezialisierte Suchmaschine an (Haben doch kein ...
SOPA und Protect IP sind im Grunde neue Versionen des alten COICA Entwurfes. Schon mehrmals wurde versucht dieses Gesetz durch zu boxen, es ist aber bisher immer gescheitert. Nun spricht im Grunde ja nichts dagegen einen abgelehnten Antrag wieder in die Diskussion ein zu bringen, zu überarbeiten un ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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