
LulzXmas (ASCII-Art)
In ihrer Nachricht auf Pastebin nehmen die Hacktivisten, die als Teil der "Aktion AntiSec" handeln, Bezug auf den Stratfor-Hack. Sie schreiben, sie hätten diesen genossen und machen sich über die schlechten IT-Sicherheitsvorkehrungen der Beraterfirma lustig. Dann stellen sie den nächsten Teil ihrer "einwöchigen Feier des Stiftens von totalem Chaos bei globalen Finanzsystemen, Streitkräften und Regierungen" vor. Das Ziel diesmal: die Website "Specialforces.com", die Ausrüstung für Militär und Streitkräfte anbietet. Aus der Nachricht geht hervor, dass diese Aktion unter anderem als Zeichen gegen Polizeigewalt wie beispielsweise im Umfeld der Occupy-Bewegung gemeint ist. Den Polizisten wird vorgeworfen, zu hart gegen insbesondere friedliche Demonstranten Unschuldige vorzugehen, beispielsweise unter Benutzung von Pfefferspray oder Elektroschock-Waffen, die sich beide bei SpecialForces.com kaufen lassen.
Auch auf SpecialForces.com gab es nach Aussage der Hacktivisten, trotz angeblich "zertifizierter Sicherheit", ernstzunehmende Sicherheitslücken. So seien die Kundendaten zwar mit Hilfe des Blowfish-Algorithmus verschlüsselt gewesen. Die Angreifer hätten aber relativ leicht in den Server einbrechen und die Schlüssel kopieren können. Sie brachten in der Folge "die Klartext-Passwörter, Kreditkarten-Nummern und Ablaufdaten zu allen Karten ihrer Kunden" an sich. Insgesamt sollen 14.000 Passwörter und 8000 Kreditkarten-Datensätze erbeutet worden sein. Der Hack geschah offenbar schon vor einigen Monaten. Die Daten sollten jedoch erst im Rahmen von LulzXmas veröffentlicht werden. Ein "ehemaliger Genosse" habe die Passwort-Liste jedoch zu früh veröffentlicht. Die "volle Geschichte dieses Ownings" will man erst demnächst veröffentlichen. Bis dahin veröffentlicht man eine Verzeichnis-Liste des Servers sowie die Adressen und Passwörter der Kunden als Proof of Concept. Gegenüber dem US-Nachrichtenportal "CNET News" bestätigte der Betreiber von SpecialForces.com, dass die Server des Unternehmens im August Ziel einer Attacke wurden, bei denen Angreifer Zugriff auf Passwörter und verschlüsselte Kreditkartendaten hatten. Die Daten seien jedoch über ein Jahr alt und es seien bislang keine Missbrauchsfälle bekannt.
Offenbar sind die beteiligten Anons noch nicht am Ende ihrer "LulzXmas" angekommen. Sie kündigen weitere Aktionen "auf Kosten von Kapitalistenschweinen, korrupten Volksvertretern und all jenen Dritten, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Wünsche der nach wie vor existierenden oligarchischen Elite weltweit zu erfüllen" an. "Wir sind eure Sekretärinnen, eure Hausmeister, eure Babysitter, eure IT-Beauftragten, eure Busfahrer, eure Dienstmädchen, eure hart arbeitenden, zielstrebigen und entschlossenen Mitmenschen," schreiben die Hacktivisten über sich. Sie kündigen an: "Wir sind gekommen, um zu bleiben, und mittlerweile tätet ihr gut daran, mit uns zu rechnen, denn die Zeit für einfache 'lulz' ist lange vorbei." Sie fragen außerdem, ob der inhaftierte mutmaßliche WikiLeaks-Informant Bradley Manning sein von zahlreichen Hacktivisten gefordertes Festmahl schon bekommen habe. Wenn dies nicht bald geschehe, werde man zusätzliche Ziele angreifen.
Daneben gibt es einen Ausblick auf Dokumente, die die Hacktivisten angeblich bereits in ihrem Besitz haben. "Habt ihr jemals gedacht, das Obama wirklich, wirklich gruselig ist? Nun… er ist es! Und wir haben die Dokumente, um es zu beweisen," behaupten die Anons. "Unsere einzige Forderung ist es, dass die US-Regierung Bradley Manning frei lässt. Wenn nicht, werdet ihr die Hölle auf Erden erleben," drohen sie.
Daneben enthält die Pastebin-Nachricht einen Link zu weiteren Dokumenten. Laut Beschreibung handelt es sich um Gerichtsdokumente, die angeblich extrem kompromittierende Informationen über die US-Politiker Joe Lieberman, Hilary Clinton und Sarah Palin sowie über Doping- und Betrugsskandale in der US-Football-Liga NFL enthalten. Die Echtheit dieser Dokumente, die laut Anonymous "wie ein Lauffeuer verbreitet" werden sollen, kann bislang nicht bestätigt werden.
Auch das Unternehmen Sony, dessen IT-Infrastruktur in der jüngeren Vergangenheit bereits mehrfach kompromittiert wurde, bedrohen die Hacktivisten: "Und Sony… wir beobachten euch. Ihr seid die nächsten," heißt es in der Botschaft.
Unklar ist, in wie weit die Aktion die Billigung einer größeren Hacktivisten-Gemeinde besitzt. Der Stratfor-Hack war in der Szene scheinbar nicht unumstritten. Die Angreifer handelten im Namen des Anonymous-Kollektivs. Andere Anons distanzierten sich jedoch von der Verhaltensweise der Beteiligten, insbesondere der Veröffentlichung von Daten unbeteiligter Privatpersonen.
Annika Kremer am Freitag, 30.12.2011 21:51 Uhr
:rolleyes: Akzeptiert, ich ziehe mich auf "Sie haben nichts veröffentlicht und ich vermute daher, dass sie auch nichts haben", zurück. ...
Nö, wie ich in dem beitrag über deinem schrieb, haben sie keins. Davon gehe ich auch aus. Ich habe im Gegensatz zu dir allerdings nicht diese absolute Gewissheit in einer Frage, die die Nichtexistenz/Nichtbesitz von Informationen betrifft... :P ...
Wir werden sehen, ob die wirklich relevantes Kompromat haben oder nicht. Manning wird eh nicht freigelassen, weil man ihn noch als Exempel braucht. Nö, wie ich in dem beitrag über deinem schrieb, haben sie keins. Es würde mich dabei sogar wundern, wenn die Docs in i ...
Ich haue dir was aufs Maul und du bringst den Schuhhersteller xy wegen Körperverletzung vor Gericht, weil der ja meine Schuhe hergestellt hat, mit denen ich zu dir gelaufen bin. ;) Die Störerhaftung für Schuhe wär auch nicht absurder als die bereits bestehende für In ...
Also ich "ertrage" die Realität auch nüchtern, Du machst scheinbar was falsch. Entschuldigung angenommen. ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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