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Kaspersky veröffentlicht IT-Sicherheits-Prognosen für 2012

Kaspersky (Logo)

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Das IT-Sicherheitsunternehmen Kaspersky Labs Labs veröffentlichte kürzlich seinen "Cyberthreat Forecast for 2012", eine Prognose, mit welchen Trends auf dem Gebiet der IT-Sicherheit die Experten des Unternehmens für 2012 rechnen. Eine Vermutung: Angriffe sollen gezielter werden, es wird mehr politisch motivierte Angriffe geben und Mobile Devices werden noch stärker als bisher zum Ziel werden.

Einer der in dem Bericht vorgestellten Trends sind "Cyberwaffen". Das Jahr 2011, so die Experten, sei das Jahr gewesen, in dem fast alle wichtigen Mitspieler weltweit ihre Bereitschaft signalisiert hätten, "Cyber-Waffen zu entwickeln und an Ort und Stelle zu bringen". Motiviert unter anderem durch die "Hysterie" um den Sabotage-Trojaner Stuxnet im Jahr 2010 hätten sich mehrere Staaten dazu entschlossen, IT-basierte Angriffe auf nationale Ressourcen als kriegerischen Akt zu werten. Dies lasse aber einige wichtige Aspekte derartiger Bedrohungen außer acht. So seien die verwendete Angriffstatktik und Software häufig so spezialisiert, dass es kaum passende Gegenmaßnahmen gebe. Kaspersky geht davon aus, dass auf Sabotage spezialisierte Schadsoftware wie Stuxnet auch künftig nur in eng definierten Einzelfällen zum Einsatz kommen wird. Das Auftauchen solcher Software hängt nach Ansicht der Experten primär "vom Verhältnis spezifischer Staaten zueinander" ab. So müsse es eine Dynamik geben, in der sowohl ein Angreifer als auch ein Opfer vorhanden seien. Für den Angreifer müsse es Probleme mit dem anderen Staat geben, die sich nicht mehr ignorieren ließen, es müsse aber auch äußere Umstände geben, die einen konventionellen Militärschlag ausschließen. Die Experten gehen davon aus, dass sich durch gezielte Analyse von Konflikten zwischen den Staaten derartige Vorfälle in Zukunft häufig verhindern lassen könnten. Andere "Cyber-Waffen" allerdings, die Daten zerstören oder Rechner lahmlegen, werden nach Ansicht von Kaspersky häufiger zum Einsatz kommen. Diese könnnen weitaus flexibler programmiert und somit gegen mehrere Ziele eingesetzt werden. Außerdem lässt sich ihre Entwicklung an Privatunternehmen delegieren. "Es kann mit Sicherheit gesagt werden, dass die Haupt-Cyber-Konflikte im Jahr 2012 sich um traditionelle Konfrontationen drehen werden: die USA und Israel gegen den Iran sowie die USA und Westeuropa gegen China," schlussfolgert Kaspersky.

Eine relativ neue Kategorie von Angriffen, die nach Vermutung von Kaspersky im kommenden Jahr an Bedeutung gewinnen wird, sind die "massenhaften gezielten Angriffe" oder "Mass Targeted Attacks" wie zum Beispiel "Poison Ivy" und "Duqu". Neue Malware-Quellen und gezielte Cyber-Angriffe seien im Jahr 2011 erstmals aufgetaucht. Im kommenden Jahr werde es wahrscheinlich "eine signifikante Steigerung bei der Anzahl neuer Akteure und Bedrohungen sowie Aufsehen erregende Vorfälle" geben, vermuten die Experten. Zudem, so die Prognose, würden die Erkennungs-Mechanismen für derartige Angriffe derzeit bei weitem effektiver, was die Anzahl bekannter Vorfälle wahrscheinlich zusätzlich erhöhen werde. Die besseren Sicherheitstechnologien würden wiederum auch die IT-Kriminellen dazu bringen, ihre Methoden zu verfeinern und zu variieren.

Kaspersky geht davon aus, dass bisher populäre Angriffs-Techniken wie etwa das Versenden verseuchter E-Mail-Anhänge im Jahr 2012 an Bedeutung verlieren werden. Stattdessen werde zunehmend der Webbrowser als Angriffsvektor in den Vordergrund rücken. Wie effektiv dies sein werde, hänge davon ab, wie viele Sicherheitslücken in populärer Software vorhanden seien und wie gut sich diese ausnutzen ließen.

Die Experten denken außerdem, dass zunehmend auch Unternehmen und Behörden aus anderen als den bisher als Ziel populären Bereichen unter Beschuss kommen werden. Bislang, so heißt es, seien vor allem "Firmen und staatliche Organisationen aus den Bereichen Waffenherstellung, Finanz-Operationen sowie High-Tech und naturwissenschaftliche Forschung" zum Ziel geworden. Künftig könnten auch Gruppen, die sich mit der Gewinnung natürlicher Ressourcen, Energie, Transport und Lebensmitteln befassen sowie die Pharma-Industrie verstärkt attackiert werden. Auch die geographische Region, in der solche Angriffe stattfinden, werde sich erweitern. Zusätzlich zu Mittel- und Westeuropa und den USA seien auch Osteuropa, der Mittlere Osten und Süd-Ost-Asien zunehmend gefährdet.

Mobile Bedrohungen gewannen bereits in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung. Kaspersky rechnet damit, dass sich dieser Trend auch 2012 weiter fortsetzen wird. Insbesondere das immer populärer werdende Mobil-Betriebssystem Google Android sehen die Experten für 2012 als beliebtes Ziel der Malware-Autoren. Dies habe sich im zweiten Halbjahr 2011 bereits abgezeichnet. Sowohl mit Malware als auch mit dem Ausnutzen von Exploits werde Android in nächster Zeit zunehmend zu kämpfen haben. Kaum Malware und Exploits werde es dagegen für Symbian und Windows Mobile geben, vermuten die Experten. Dies begründen sie mit der mittlerweile extrem geringen Bedeutung dieser Plattformen. Für Microsofts neues Mobil-Betriebssystem Windows Phone 7 werde dagegen 2012 wahrscheinlich erste Proof-of-Concept-Malware auftauchen, vermutet Kaspersky. Für Apples Mobil-Betriebssystem gibt das Unternehmen dagegen eher Entwarnung: iOS sei nie viel im Ziel von Malware-Autoren gewesen; es habe lediglich vereinzelte Malware für gecrackte beziehungsweise mit einem Jailbreak versehene Geräte gegeben. Dies werde sich wahrscheinlich auch 2012 nicht ändern. Auch in einer anderen Hinsicht werden Mobiltelefone 2012 verstärkt in den Fokus rücken: Kaspersky rechnet mit einem weiteren Ansteigen von "Mobilspionage". Damit meint das Unternehmen das unbefugte Auslesen von auf Mobilgeräten gespeicherten Daten sowie das Erstellen von Bewegungsprofilen mit Hilfe des Mobiltelefons. 

Nach wie vor werden der Prognose zufolge Angriffe auf Online-Banking-Dienste zu den beliebtesten Methoden von Kriminellen gehören, sich zu bereichern. Dies werden auch Verbesserungen der Sicherheitsmaßnahmen durch die Banken nicht verhindern können, vermutet Kaspersky. Zunehmend werden solche Angriffe laut Prognose auch in Asien - vor allem Süd-Ost-Asien und China - an Bedeutung gewinnen, wo Online-Banking derzeit zunehmend populär wird. 

Eher noch an Bedeutung gewinnen werden auch die Themen Datenschutz und Privatsphäre. Der Schutz privater Daten entwickle sich schnell zu einem der heißesten Themen in der IT-Sicherheit, so Kaspersky. Im vergangenen Jahr seien zahlreiche Datenbanken mit sensiblen persönlichen Daten kompromittiert worden. Dies liege unter anderem daran, dass Unternehmen immer mehr Informationen über ihre Kunden sammeln und speichern würden. Diese seien oftmals nicht ausreichend abgesichert. Die zunehmend Nutzung von Cloud-Diensten erhöhe das Risiko zusätzlich. Die Unternehmen sind jedoch scheinbar kaum bereit, auf die Wettbewerbsvorteile zu verzichten, die das Sammeln von Kundendaten ihnen bietet. Demzufolge werden derartige Angriffe wahrscheinlich auch im nächsten Jahr Schlagzeilen machen. 

Hacktivismus, also aus politischem Protest durchgeführte Hacker-Angriffe, machten bereits 2010 und 2011 immer wieder Schlagzeilen. Insbesondere das Internet-Kollektiv Anonymous konnte wieder und wieder die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit mit den verschiedensten Angriffen - darunter DDoS-Attacken, Defacements und Leaks interner Informationen - auf sich ziehen. Derzeit, so Kaspersky, erlebe diese Form des politischen Aktivismus ein Revival und erreiche dabei eine neue Dimension. Hacktivistische Angriffe auf Unternehmen und Regierungsbehörden werden laut Kaspersky auch 2012 nicht nachlassen. Daran, so glauben die Experten, könne auch die Verhaftung und Verurteilung einiger besonders aktiver Hacktivisten nichts ändern. Kaspersky vermutet zudem, dass derartige Angriffe noch politischer werden als in der Vergangenheit und nur noch selten "for the lulz" stattfinden werden. Außerdem hält es das Unternehmen für möglich, dass Hacktivismus als Vorwand oder Deckmantel für andere Angriffe benutzt werden könnte. Hacktivisten hätten in der Vergangenheit "in großem Ausmaß (und vielleicht unfreiwillig) anderen Gruppen geholfen, die von ihren Methoden profitieren können, um Informationen in Angriffen einer ganz anderen Art zu stehlen." Wie wahrscheinlich dies allerdings ist, ist fraglich - an einer Beantwortung dieser Frage in die eine oder andere Richtung besteht zweifellos auch politisches Interesse. Man erinnere sich nur an die kürzlich in der Manning-Anhörung von der US-Regierung vertretene Ansicht, dass Plattformen wie WikiLeaks "die Feinde der USA unterstützen".

Wie jedes Jahr präsentieren die Sicherheitsexperten teils sehr ausführliche Prognosen. Diese sind zweifellos durch Beobachtung und Analyse der aktuellen Situation abgesichert. Trotzdem geschehen auch in diesem Bereich immer wieder Dinge, mit denen keiner - die Experten eingeschlossen - vorher rechnet. Welche dieser Prognosen also zutreffen, welche sich als falsch erweisen und welche völlig unvorhergesehenen Dinge 2012 womöglich passieren werden, ist momentan unmöglich zu sagen. Unsere Leser sind zu eigenen Prognosen und Spekulationen herzlich eingeladen.

Annika Kremer am Donnerstag, 29.12.2011 00:05 Uhr

tagsTags: cyberwar kaspersky cybercrime malware hacktivismus

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10 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • elcraxoenormo am 03.01.2012 16:24:58

    Wenn ich die Kommentare lese, wird mir wieder bewusst, wie naiv die Nutzer doch sind. Lächerlich, wie einige von euch glauben, sie könnten auch "solche Prognosen" machen. Lächerlich sind auch die, die jeglichen Nutzen absprechen und diese Analysen für sinnlos halten. Das ist wieder typisches ...

  • tupac6550 am 29.12.2011 21:18:37

    Alle Jahre wieder... ...

  • SerialMino am 29.12.2011 15:53:59

    Da hat jemand aber Ahnung vom Fach.. ich nehme an das du dann kein Antiviren Programm installiert hast. Nö, hab ich nicht. Ich benutze brain.exe und lade nicht einfach alles runter was mir in den Sinn kommt... Komisch ist nur das ich immer wie ...

  • dontlikemondays am 29.12.2011 10:57:15

    Kaspersky hat bei mir bisher mehr Probleme verursacht als irgendein Virus! Angefangen von zerschossenen Daten bis hin zu blockieren von unbedenklichen Anwendungen! Ich prognostiziere Kaspersky, dass dieses Programm nicht mehr ins Haus kommt! ...

  • TRON2 am 29.12.2011 08:20:05

    Btw. Was heißt eigentlich "nur" MS Essentials? Ein Virenschutz taugt nur etwas, wenn er was kostet? Nur Kaspersky kann uns noch helfen. Der ist zwar Geisteskrank, aber was soll man machen? http://s.gullipics.com/image/x/3/z/hq2x3b-jzfus8-wk5h/img.jpeg[ ...

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