
EFF (Logo)
In letzter Zeit wurden - unter anderem durch die Veröffentlichung der "Spy Files" durch WikiLeaks, aber auch durch Recherchen mehrerer namhafter US-Zeitungen - zahlreiche Dokumente und Berichte veröffentlicht, die das Handeln der Überwachungsindustrie ein Stück weit transparenter machten. Anhand der Veröffentlichungen sei es "leicht zu sehen, wie die Tools benutzt werden können, um diejenigen, die sich für Menschenrechte und grundlegende Freiheiten einsetzen, zu überwachen und zu unterdrücken," schreibt die EFF.
"Viele der Dinge, die diese Software tut, würden als bösartiges 'Black-Hat-Hacking' eingestuft werden, wenn eine Privatperson sie nutzen würden," kritisieren die Bürgerrechtler. In der Tat würden einige Firmen mit dieser Parallele sogar explizit werben. Als Beispiele nennt die EFF etwa gefälschte, mit Schadcode verseuchte Programm-Updates und Man-in-the-Middle-Angriffe.
Nach Einschätzung der EFF zeigten die Unternehmen bislang eine "gleichgültige Einstellung" den ethischen Problemen ihres Marktes gegenüber. Die in letzter Zeit erzwungene Transparenz zeige aber erste Erfolge. Die Bürgerrechts-Organisation will nun die nächsten Schritte unternehmen. Nun, da die Namen und Geschäftsstrategien der Unternehmen bekannt seien, müsse die Frage lauten: "Wer sind ihre Kunden?" Wünschenswert, so die Bürgerrechtler, sei es, wenn die Unternehmen sich selbst verpflichten würden, darauf zu schauen, an wen sie ihre Technologie verkaufen. Momentan aber sei es auch am Gesetzgeber und der Presse, herauszufinden, an welche Regierungen Überwachungstechnologie verkauft wird. Wenn die Käufer identifiziert seien, müsse festgestellt werden, "ob ihre Technologie verkauft wird, um Menschenrechtsverletzungen direkt oder indirekt zu erleichtern". Dazu müssten die genauen Umstände des Verkaufs ebenso herangezogen werden wie die allgemeine Einstellung der betreffenden Regierung zu den Menschenrechten.
Zeichne sich ab, dass die Software für Menschenrechtsverletzungen eingesetzt werde, müsse Druck auf die betreffende Firma ausgeübt werden, sich von dem Geschäft zurückzuziehen. Es werde Zeit, sagen die Aktivisten. Selbst diejenigen, die sich schon zuvor mit dem Thema befasst hätten, seien überrascht, wie sehr der Markt für Überwachungstechnologie in letzter Zeit gewachsen sei. So habe sich im Zuge des arabischen Frühlings herausgestellt, dass die betreffenden Länder ausnahmslos weitaus größere und technisch höher entwickelte Überwachungs-Kapazitäten gehabt hätten, als zuvor angenommen. Es werde für Regierungen zunehmend einfacher, mit Hilfe von Überwachungsmaßnahmen abweichende Meinungen zu unterdrücken, erklärte ein früherer Berater der Obama-Regierung, Andrew McLaughlin.
Text-Quellen: EFF
Annika Kremer am Freitag, 23.12.2011 16:33 Uhr
Oh ja, das klingt ganz so, als wollten die Schafe den Wolf bequatschen, doch demnächst Vegetarier zu werden... ;-) Ethik und Profit sind ein ebenso problematisches Paar wie Ethik und Macht. Für Macht und Profit wird jede Ethik verkauft - egal ob in der Wirtschaft oder der Po ...
Zudem will man verstärkten Druck auf die Firmen ausüben, sich zur Einhaltung ethischer Standards zu verpflichten. Oh ja, das klingt ganz so, als wollten die Schafe den Wolf bequatschen, doch demnächst Vegetarier zu werden... ;-) Ethik und Profit sind ein ebenso problematisches Pa ...
Die US-amerikanische Bürgerrechts-Organisation "Electronic Frontier Foundation" (EFF) will stärker als bisher gegen die Überwachungsindustrie vorgehen. Dazu sollen als nächsten Schritt die Kunden entsprechender Unternehmen offen gelegt werden. Zudem will man verstärkten Druck auf die Firmen aus ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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