
Adrian Lamo
Lamo, der wegen seiner Entscheidung Spitznamen wie "Verräter" oder "der meistgehasste Hacker der Welt" erhielt, erklärte, er verstehe, dass Manning ein idealistischer junger Mann sei, der etwas zum Positiven verändern wollte. Manning habe auch womöglich nicht gewusst, was er tue, so Lamo. "Ich denke jeden Tag an ihn. Die Entscheidung war keine, die ich mich entschlossen habe zu treffen, sondern sie wurde mir aufgezwungen," sagte der Ex-Hacker.
Lamo betont, er habe nicht anders handeln können. "Hätte ich nichts getan, hätte ich mich immer fragen müssen, ob die hunderttausenden von Dokumenten, die an unbekannte Dritte geleakt wurden, am Ende Menschenleben kosten würden, direkt oder indirekt," sagte er gegenüber der britischen Zeitung "The Guardian".
Den Hass der Hacker-Gemeinde nimmt Lamo nach eigener Aussage mit Gelassenheit. "Ich bin kein Politiker, der für die Wiederwahl kandidiert. Ich muss nicht innerhalb der Hacker-Gemeinde beliebt sein, und ich werde höchstwahrscheinlich nie in der Hacker-Gemeinde gemocht werden," sagte er. Nichtsdestotrotz sei er überrascht gewesen, wieviel Aufmerksamkeit sein Handeln erregt habe. Anfangs sei er noch nicht einmal sicher gewesen, dass die Vorgänge berichtenswert seien. Dies habe wohl "ein bestimmtes Ausmaß an Naivität" seinerseits demonstriert.
Lamo berichtete, er habe zunächst viel darüber nachgedacht, wie er sich Manning gegenüber verhalten solle. "Ich erinnerte mich daran, wie es war, in Mannings Alter - 22 - zu sein - das war das Alter, in dem ich für etwas festgenommen wurde, was in meinen Augen Straftaten waren, die ich aus Gewissensgründen begangen hatte. Ich dachte darüber nach, ob ich jemanden in dem Alter den selben Prozess antun wollte, den ich durchgemacht habe," sagte er. Am Ende habe er jedoch entschieden, dass "Mannings Wohlergehen nicht so wichtig war wie die Sicherheit unserer Streitkräfte". Lamo erklärte, er habe sich nie als besonders patriotisch betrachtet. Als es jedoch darauf angekommen sei, sei "das Wohlergehen der Nation" auf einmal von überragender Bedeutung für ihn gewesen. Berichte über Mannings zeitweise Misshandlung während der Inhaftierung in Quantico hätten bei ihm dennoch "ein großes Ausmaß an inneren Konflikten" ausgelöst, sagte Lamo.
Lamo wollte im Interview mit Guardian-Reporter Ed Pilkington nicht darüber spekulieren, was im Falle eines Schuldspruchs eine angemessene Strafe für Manning sei. Allerdings sagte er, eine hypothetische Person, die Staatsgeheimnisse an Dritte weitergegeben habe, verdiene eine Haftstrafe von "25 bis 50 Jahren". Diese Äußerungen weichen deutlich von früheren Aussagen Lamos ab. Insbesondere seine denkwürdige Wette mit dem Journalisten Glenn Greenwald kommt ins Gedächtnis. Lamo wettete damals "um ein Bier auf einer Hackerkonferenz", dass Manning nicht länger als ein halbes Jahr in Haft bleiben werde.
"Das hier ist anders als ein Bond-Film. WikiLeaks war in eine insgesamte Schwächung von strategischen Operationen und Diplomatie verwickelt, von der sich zu erholen Jahrzehnte dauern wird," erklärte Lamo. Er sei sich aber der Tatsache bewusst, dass auch er bleibenden Schaden verursacht hätte. Er erklärte: "Es gibt Momente im Leben, wenn man eine Reihe von Optionen hat, von denen man keine richtig findet. Alle von ihnen schaden jemandem und man muss diejenige aussuchen, die der geringste Anzahl von Menschen schadet. Das heißt, dass man immer noch jemandem schadet, und aus diesem Grund denke ich jeden Tag an Manning". Bradley Mannings Anhörung wird am morgigen Freitag beginnen. Für die nächsten Tage haben Unterstützer zahlreiche Solidaritäts-Aktionen angekündigt.
Text-Quellen: Bradley Manning
Annika Kremer am Donnerstag, 15.12.2011 23:54 Uhr
Lamo ist ne Aufmerksamkeitshure. Einfach ignorieren, dann geht er weg. Tut er nicht, der wird demnächst erstmal im Manning-Prozess aussagen... ...
Lamo ist ne Aufmerksamkeitshure. Einfach ignorieren, dann geht er weg. ...
Fällt der Manning unter Hoch/Landesverrat ? Dann erhält er eh die Höchststrafe soweit ich weis. ...
Es wäre wirklich zu bedauern,falls Verrat nur noch mit langer Haft bestraft wird. ...
Ob die Dokumente Menschenleben kosten? Das ist den Amis ja wirklich wichtig. So ein friedvolles Land wie Amerika, schön dass es sowas noch gibt :rolleyes: ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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