
Die GEMA in Berlin
Die völlig unbekannte Musikerin Zoe.Leela möchte gerne ihr neues Album promoten, weswegen sie derzeit über das Plattenlabel Motor Music einige GEMA-kritische Thesen vom Stapel lässt. Das passt dann „ganz zufällig“ perfekt zu mehreren Interviews und einem Dossier des Labelchefs Tim Renner, der bei Motor.de schon mal häufiger gerne seine Meinung kundtut. Befragt wurde dort unter anderem der Prinzen-Tenor Sebastian Krumbiegel, der findet, dass man nicht „immer bei den Kleinen, den Schwachen ansetzen“ sollte. Also eben nicht „bei kleinen Clubs oder in (den) Kindergärten“. Im Gespräch auch der GEMA-Sprecher Peter Hempel, der manches nicht verraten darf und der erzählt, man sei um „Gleichmut bemüht“, wenn sich die Besucher der Facebook-Seite immer wieder darüber beschweren, dass ihr Lieblingsvideo bei YouTube nicht verfügbar wäre. Die Hacktivisten von den AnonyPwnies hatten ja bekanntlich ihre ganz eigene Methode entwickelt, um die Wichtigkeit der Verfügbarkeit von Webseiten herauszustreichen. Die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA) musste dies höchst selbst schmerzlich erfahren. 6x hintereinander, um genau zu sein. Um es aber mit Herrn Hempels Worten zu sagen. Dort wie auch bei Facebook gilt die Devise: nur nicht provozieren lassen!
Die deutsche Netzmusikkünstlerin Zoe.Leela fragt sich im Rahmen ihrer Thesen, wie es dazu kommt, dass die Strukturen der GEMA derart festgefahren sind. Die Verwertungsgesellschaft verschließe sich vor neuen Medien und Möglichkeiten der Schöpfung von neuartigen Werken im digitalen Zeitalter. Doch in ihrem Statement geht es vor allem um die Ungerechtigkeit aufgrund der Unterscheidung zwischen ordentlichen, angeschlossenen und außerordentlichen Mitgliedern. „Wenn die GEMA der Staat wäre, müssten alle Steuern zahlen, aber nur 5 % dürften wählen gehen, die fünf Prozent Reichsten. Nur die beitragsstärksten Mitglieder haben Mitspracherecht. Das sind von ungefähr 60.000 nur 3200 Mitglieder. Der Rechteverwerter GEMA beruft sich dabei auf das deutsche Vereinsrecht. Mitspracherecht haben also die, die viel am Gesamtumsatz beitragen und somit auch am meisten GEMA-Einnahmen haben.“ Klar ist: Die Großverdiener haben sicher kein Interesse daran, dass sich etwas an diesen ungerechten Verhältnissen ändern wird, weswegen die Musikerin hinterfragt: „(...) braucht ein Künstler den Staat GEMA denn überhaupt, sofern er einer wäre?“
Volltreffer Madame Leela, Schiff versenkt, dürfte man bei solchen Worten sagen. Deshalb verschenkt sie ihre aktuelle Single „Come on“, ihr vorheriges und auch künftiges Album per Creative Commons Lizenz und versucht die Werke gleichzeitig bei Motor Music gegen Bezahlung an Frau und Mann zu bringen. Frei nach dem Motto: Wer ein Pirat sein will, lädt dennoch legal herunter. Die ehrlichen Kunden kaufen hingegen, weil sie die Leistung des Musikers zu schätzen wissen und auch bereit sind, etwas dafür zu bezahlen. Wenn nur genug Portale darüber berichten sollten: mission accomplished.
Fast allen Beteiligten wird bei dieser geschickten PR-Strategie etwas zuteil, nur der GEMA selbst nicht. Wer mehr darüber erfahren möchte, wie man sich als Netzkünstler verwirklicht, sollte einmal beim Podcast Trackback 254 von Radio Fritz reinhören. Auch den darf man sich ganz legal herunterladen.
Lars Sobiraj am Donnerstag, 15.12.2011 12:34 Uhr
Lieber Ghandy, zu Deiner einleitenden Aussage zu ZOE.LEELA;Betreff: "die völlig unbekannte Sängerin.." möchte ich gern ein paar weiterführende Links posten: http://www.gulli.com/news/14232-free-music-contest-2010-doppelalbum-veroeffentlicht-2010-09-08 http://www.sueddeutsche.de/k ...
Hättest du genauer hingesehen wüsstest du, dass die GEMA diesen angeblichen Sonderstatus auch nicht hat. Nur wer in irgendeiner Form Mitglied ist, wird auch vertreten. Und eine außergesetzliche Beweislastumkehr existiert nicht. Da meinst du wohl die sekundäre Darlegungslast. Das hat mit der GEMA ...
Dir ist schon klar, dass die GEMA ein wirtschaftlicher Verein ist? Wenn dir nicht gefällt was irgendein Verein macht willst du ihn einfach mal abschaffen? Mir gefällt nicht was der Fußballverein der gegnerischen Mannschaft so treibt.. abschaffen Als ich das let ...
Dir ist schon klar, dass die GEMA ein wirtschaftlicher Verein ist? Wenn dir nicht gefällt was irgendein Verein macht willst du ihn einfach mal abschaffen? Mir gefällt nicht was der Fußballverein der gegnerischen Mannschaft so treibt.. abschaffen! ...
Wieso nicht gleich abschaffen? Scheffeln doch eh nur Geld mit sowas.... mehr hamse ja auch nicht nötig anscheinend..:rolleyes: ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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