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Operation Robin Hood: Hacktivisten gegen Banken

Robin Hood

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Bereits seit einigen Wochen widmen sich die Hacktivisten-Kollektive Anonymous und TeaMp0isoN einem gemeinsamen Projekt: der "Operation Robin Hood". Diese wendet sich gegen große Banken und soll - wie das berühmte Vorbild - von den Reichen nehmen, um den Armen zu geben. Dabei wendet man allerdings eine umstrittene Methode an: das massenhafte Knacken von Kreditkarten namhafter Banken.

Fast jeder kennt die Geschichte von Robin Hood, der angeblich im Mittelalter in England lebte und die Reichen und Mächtigen bestahl, um den Armen zu helfen. Zwar vermuten die meisten Historiker, dass es Robin Hood nie gegeben hat. Trotzdem hat seine Sage im Laufe der Geschichte zahlreiche Menschen inspiriert. Das gilt offenbar auch für die Hacktivisten von Anomymous und TeaMp0isoN. Vor Kurzem starteten diese die "Operation Robin Hood", deren Ziel es ist, durch das massenhafte Cracken von Kreditkarten Geld von oben nach unten umzuverteilen.

In einer Videobotschaft bezeichnen sich die Hacktivisten als "p0isAnon". Ihre neue Aktion, die "Operation Robin Hood", bezeichnen die Hacktivisten als Reaktion auf die Occupy-Bewegung. "Wir haben zugesehen, wie unseren Brüdern und Schwestern ihr hart verdientes Geld von den Banken vorenthalten wurde, neben der Tatsache, dass sie von Polizeibeamten während friedlicher Demonstrationen geschlagen und misshandelt wurden. Glückwunsch, Banken, ihr habt unsere Aufmerksamkeit erregt," so die Aktionsteilnehmer. Sie werfen den Banken vor, ihre Kunden zu ignorieren und sich der Autoritäten zu bedienen, um "ihre Stimmen zu zensieren". Banken hätten "Millionen von ihren Kunden gestohlen" und hätten außerdem nicht die nötigen Sicherheitssysteme, um die Daten und das Geld ihrer Kunden effektiv zu schützen. Sie seien außerdem in großem Umfang an Korruption und Lobbyismus beteiligt und übten so unverhältnismäßigen Einfluss auf die Politik aus. Aus diesen Gründen habe man nun die Operation Robin Hood ins Leben gerufen.

Die Operation wolle "das Geld an diejenigen zurückgeben, die von unserem System betrogen wurden und vor allem an diejenigen, denen durch unsere Banken geschadet wurde". Man wolle daher "Kreditkarten nehmen und an die 99% sowie an verschiedene Charities in aller Welt spenden". Die Banken seien dann gezwungen, den Betroffenen ihr Geld zurück zu erstatten. 

"Wir werden uns nehmen, was uns gehört. Die Banken haben Menschen mit korrupten Handlungen auf die Straße gesetzt. Wenn der Arme stiehlt, wird es als Gewalt betrachtet, aber wenn die Banken uns bestehlen, nennt man es Geschäft," erklären die Hacktivisten kämpferisch. Sie erklären, es habe bereits großflächige Kompromittierungen von Kreditkarten der Banken Chase, Bank of America und CitiBank gegeben. Das Geld sei an die Armen "die es verdienen" gespendet worden. Es seien "tausende" von Dollar an verschiedene Protestbewegungen in aller Welt gegangen. Ebenso habe man tausende von Dollar an Obdachlose und Wohltätigkeitsorganisationen gespendet. "Unsere Regierung hat in vieler Hinsicht versagt. Es ist Zeit für die Menschen, aktiv zu werden. Wir sind fertig damit, davon abhängig zu sein, dass unsere Regierung uns gerecht behandelt. Welche Sicherheit können die Banken euch bieten wenn es uns bereits einfach möglich ist, tausende zu stehlen. Ihr habt das Glück, dass wir die Guten sind," heißt es in der Stellungnahme.

Die Hacktivisten betonen, sie hätten keine Angst vor "der Polizei, dem Secret Service oder dem FBI". Sie würden "zeigen, dass die Banken nicht sicher sind" und den Menschen ihr Geld zurückgeben. "Wir werden das wahre Böse treffen, während wir ihren Kunden nicht schaden und anderen helfen," erklären die Aktionsteilnehmer. Man werde "das Geld der 99% zurückholen".

Die bisherigen Erfolge der Operation Robin Hood sind schwer abzuschätzen. Auf den diversen Social-Media-Diensten jedenfalls wird das Thema heiß diskutiert. Mit den Zielen der Aktionsteilnehmer dürften viele Menschen im Internet - und auch außerhalb - sympathisieren. An der Methode der Hacktivisten dürften sich allerdings die Geister scheiden. Ist ihr Handeln angesichts der Verfehlungen der Großbanken gerechtfertigt, oder geht Operation Robin Hood womöglich zu weit?

Bild-Quellen: "Robin Of Loxley" by ChrisRawlins@DeviantArt

Annika Kremer am Sonntag, 11.12.2011 13:03 Uhr

tagsTags: anonymous hacktivismus #occupywallstreet team poison operation robin hood

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29 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Lil Ill am 12.12.2011 21:12:12

    An wen wollen sie denn konkret Geld zurückgeben? Ach ja, da fällt mir gearde ein, dass meine Bank mir €5.000.000 vorenthalten hat. Bitte auf mein Konto überweisen. :D ...

  • limlug am 12.12.2011 14:28:43

    Wieso umstrittene Methoden? Als ob Raubmord im Mittelalter so unumstritten gewesen wäre....:cool: ...

  • Thorzton am 12.12.2011 09:24:14

    Ich glaube der moderne Robin Hood, hätte ähnlich John Connor, nur mit besserem Equipment, aus tausenden Kartenrohlingen, mit seiner Magnetstreifenmaschine Auszahlungskarten gemacht und diese dann direkt an die Bettler verteilt. ...

  • Rowlf am 12.12.2011 08:58:51

    Jede Art von Missbrauch ist in den Kartengebühren direkt oder indirekt als Mischkalkulation vorhanden. Weder ausgebende Banken noch die Kartenunternehmen als Finanzdienstleister bleiben langfristig auf Kosten sitzen, die nicht längst eingepreist sind bei Akzeptanzstellen und Karteninhabern. Etwas ...

  • Schinni999 am 12.12.2011 08:18:55

    Mal angenommen sie kommen an die Kreditkartendaten von Wirtschaftsbossen, Bankchefs und Politikern die uns die Wirtschaftskriese eingebrockt haben. Und wie durch ein Wunder gelingt es ihnen 100Mio. abzuzweigen und sicher zu bunkern.(gelingt in 1000 Jahren nicht, aber was ...

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