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Karlsruhe: Auch Grüne mögen keinen eSport (Update)

In der Debatte um umstrittene Action-Computerspiele (von Kritikern sogenannte "Killerspiele") melden sich nun auch die Karlsruher Grünen zu Wort - und reihen sich bei den Spielegegnern ein.

In Karlsruhe soll am 5. Juni ein sogenanntes Intel Friday Night Game (IFNG) stattfinden, eines der Events der bekannten eSport-Liga Electronic Sports League. Auf IFNGs gibt es, neben einem Begleitprogramm wie Freegaming, Verlosungen Gewinnspielen und Verkaufs- und Info-Ständen von Szenefirmen immer einige Spiele des aktuellen ESL-Spieltages zu sehen, die live im LAN gespielt werden. Auf IFNGs wird seit langem auch der Taktik-Shooter Counterstrike, in der Szene eines der beliebtesten Spiele, gespielt. Das sorgte in den vergangenen Monaten, seit dem Amoklauf von Winnenden, immer wieder für Kritik an den IFNGs und Verbotsdiskussionen. Das IFNG in Stuttgart musste sogar abgesagt werden, da die Stadt sich weigerte, dem ESL-Veranstalter Turtle Entertainment wie zugesagt die geplante Halle zur Verfügung zu stellen.

So weit, eine Absage zu erzwingen, wollen die Karlsruher Grünen scheinbar nicht gehen - jedenfalls vorerst. Allerdings wendet man sich in seinen Aussagen massiv "aggressive" Spiele, darunter auch Counterstrike. "Wir lassen uns in dieser Frage nicht vom Oberbürgermeister vereinnahmen", so Bettina Lisbach und Anne Segor im Namen der Grünen-Fraktion. In der von der Stadtverwaltung herausgegebenen Pressemitteilung vermissten die Grünen eine klare Positionierung der Stadt gegen "Killerspiele".

"Wir haben große Bedenken gegen diese Art von Freizeitbeschäftigung. Spiele wie Counter Strike verherrlichen Gewalt und verletzen die Würde der Menschen. Sie können bei exzessivem Gebrauch abstumpfen und bergen dann ein enormes Gefahrenpotential. Als Grüne fordern wir, dass die Stadt hier eindeutig Stellung bezieht", so Lisbach und Segor. Zudem fühlen sich die Grünen bei der Entscheidungsfindung übergangen. Sie seien nicht genügend in die Diskussion über das IFNG mit einbezogen worden. Juristisch allerdings, das geben auch die Mitglieder der Grünen-Fraktion zu, besteht allem Anschein nach kaum eine Handhabe gegen das IFNG.

Daher fordern sie, derartige Veranstaltungen in Zukunft schon im Voraus strenger zu überprüfen. "Wir erwarten von der städtischen Gesellschaft KMK, dass sie in Zukunft vor der Vermietung einer Halle Informationen über deren geplante Nutzung einholt und gegebenenfalls die Räumlichkeit nicht oder nur unter Auflagen zur Verfügung stellt. Wenn es nach uns ginge, hätte Karlsruhe dem Intel Friday Night Game in der jetzt geplanten Form frühzeitig einen Riegel vorgeschoben, indem die KMK für diese Veranstaltung keine Halle zur Verfügung gestellt hätte," betonen die Grünen.

Das allerdings reicht ihnen noch nicht, denn es hätte nach Ansicht der Politiker "das Problem nicht gelöst" - nicht, solange auch zuhause noch viele Jugendliche und Erwachsene Spiele wie Counterstrike spielen. "Jeder kann sich diese Spiele heute zu Hause auf den Computer laden, ganz ohne dass die Öffentlichkeit etwas davon mit bekommt," kritisieren die Grünen und fordern daher "eine auf Dauer angelegte kritische öffentliche Auseinandersetzung mit dem Thema Killerspiele".

Um das IFNG in Karlsruhe noch zu verhindern, ist es wohl schon zu spät. Daher planen die Grünen ein "vom Veranstalter unabhängiges, kritisches Begleitprogramm [...], bei dem neben Eltern, Sozialarbeitern und dem Stadtjugendausschuss auch Wissenschaftler aus Pädagogik und Hirnforschung zu Wort kommen." Zudem wolle man auch den Dialog mit Jugendlichen suchen. Ob das allerdings angesichts einer so aggressiven Rhetorik gegen die beliebten Computerspiele gelingt, darf bezweifelt werden. Trotzdem halten die Grünen an ihrer Agenda fest: "Es muss deutlich herausgearbeitet werden, welchen gefährlichen Einfluss Killerspiele auf unserer Gesellschaft haben können. Wer in diesem Segment Geschäfte macht, handelt unverantwortlich". (Annika Kremer)

(via Nachrichten für Karlsruhe, thx!)

(Bildquelle: docherty @ deviantART, thx!)

Update:

Die Grünen haben mittlerweile an Kritiker, die sie in dieser Sache angeschrieben haben, eine offizielle Antwort verschickt. Diese relativiert die zuvor getroffenen Aussagen teilweise und ist hier im gulli:board nachzulesen. (Annika Kremer)

News Redaktion am Dienstag, 19.05.2009 14:50 Uhr

Tags: amoklauf killerspiel esport grüne counterstrike electronic sports league ifng intel friday night game eps turtle entertainment european pro series tötungstrainingssoftware wahlkampf esl

 
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48 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • reggn am 19.05.2009 23:00:43

    Was ist bei exzessivem Gebrauch nicht schädlich ? :confused: LUFT:D ...

  • reggn am 19.05.2009 22:44:06

    Hey des sind die Greens die sind halt so, aber wenigstens kann man sich mit denen im Gegensatz zu anderen Parteien einigermasen vernünftig unterhalten und manche können behaupten mit dem Typ/in der da im Bundestag sitzt hab ich schon mal einen Gekifft und des Zeuch wa hamma. ...

  • zord911 am 19.05.2009 20:41:03

    Wirtschaftskrise sei dank, scheinbar schwimmt der grünen Pest entgültig die Felle davon, wenn sie sogar im konservativen Millieu wildern müssen. Die Grünen bekommen erst wieder aufschwung, wenn man von der Wirtschaftskrise nichts mehr hört und die Klimakrise wieder aus der Schublade geholt wird. ...

  • demonsgalore am 19.05.2009 20:35:34

    tatsache. lang wirds nicht mehr dauern dann werden uncut-importe auf deutschen konsolen nicht mehr laufen. ...

  • m08 am 19.05.2009 16:10:57

    Und obwohl es üblich ist, bei jungen Menschen Spiele wie Counter Strike, Call of Duty (der Titel ruft schon bestimmte Assoziationen hervor), oder Warcraft vorzufinden, so mögen wir uns als Partei nicht damit abfinden, dass es normal ist, Spiele, die militärische oder paramilitärische Kampfhan ...

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