
Anonymous Austria (Logo)
Die verstärkte polizeiliche Aufmerksamkeit sorgt derzeit bei Anonymous Austria und dessen Sympathisanten für einige Diskussionen (gulli:News berichtete). Die Hacktivisten befürchten, dass womöglich ihr Engagement diskreditiert und potenzielle Unterstützer abgeschreckt werden sollen. Teilweise wurde ein Zusammenhang mit dem Engagement der Anons gegen die Vorratsdatenspeicherung, die derzeit in Österreich eingeführt wird, diskutiert.
Das Österreichische IT-Newsportal Futurezone veröffentlicht nun ein Gespräch mit einem anonymen Betroffenen. In dem von der Journalistin Sarah Kriesche geführten Interview berichtet der Aktivist über seine Erfahrungen mit der österreichischen Polizei und seine Einschätzung zu den Vorwürfen gegen Anon Austria. Der Betroffene engagiert sich laut Bericht seit Jahren "im Bereich Netz-, Informationsfreiheit und Datenschutz" und sympathisiert deswegen auch mit Anonymous Austria, die in diesem Bereich ähnliche Ansichten zu seinen eigenen vertreten. Deswegen habe er im letzten halben Jahr auch gelegentlich den IRC-Channel von Anon Austria besucht, berichtet der Aktivist.
Deswegen wurde er nun angeblich "gleich zwei Mal hintereinander einvernommen" und musste insgesamt rund sieben Stunden auf der Polizeiwache verbringen. "Fragen zu seinen EDV-Kenntnissen, was er von Datenschutz hält und wie er persönlich zu den Aktionen von Anonymous Austria steht, waren Teil der Einvernahme," berichtet Futurezone. Dies war auch schon im Netz aufgetauchten Dokumenten zu entnehmen, die Anon Austria angeblich durch eine Quelle innerhalb der Polizei zugespielt wurden.
Für Anonymous ist die Vernehmung lediglich "ein Vorwand, um Aktivisten und kritische Geister einzuschüchtern," berichtet Futurezone. Auch, dass der von der Polizei erhobene Vorwurf, in den besagten Chats seien rechtsextreme Beiträge zu finden, nicht standhalte, würden allein schon die ersten drei Seiten des Vernehmungsprotokolls zeigen, auf denen das Thema komplett ausgeklammert wurde. Gegen Anonymous-Aktivisten war unter anderem der Vorwurf der Volksverhetzung erhoben worden. Laut Aussagen aus dem Anonymous-Umfeld wurden im Chat mitunter provokante - womöglich auch geschmacklose - Kommentare über Hitler und andere Nazi-Themen gepostet. Dabei habe es sich jedoch lediglich um Provokation und "Trolling", keineswegs um den Ausdruck einer rechtsradikalen Gesinnung, gehandelt, so die Anons. Der Versuch, dies nun als Ausdruck verfassungsfeindlicher Ansichten oder Aktivitäten darzustellen, sei lediglich dem Bemühen der Behörden geschuldet, Anonymous zu diskreditieren und einzuschüchtern. Dieser Ansicht ist auch der befragte Aktivist: "Dass da [hinter Anon Austria] rechtes Gedankengut dahintersteht, stimmt nicht und schadet dem Image der Bewegung."
Der Aktivist berichtet, die Polizei habe ihn angerufen und um eine Zeugenaussage gebeten. Er sei zunächst gar nicht darauf gekommen, dass dies mit seinen Kontakten zu Anonymous im Zusammenhang stehen könnte. "AnonAustria habe ich als weitere Möglichkeit zwar nicht ganz ausgeschlossen, aber nachdem ja auch Verhetzung im Raum stand, hatte ich es nicht mit Anonymous assoziiert. Leute mit diesem Gedankengut findet man an anderen Orten," sagt der Aktivist.
Berichte, er sei "unter Druck gesetzt" worden, seien "ein wenig übertrieben", erklärt der Anonymous-Sympathisant. Er habe aber "durchaus gemerkt, dass ein gewisser Druck herrschte." So sei ihm zwar gesagt wurden, er sei nur Zeuge. Er sei aber gleichzeitig darauf hingewiesen worden, dass seine Zeugenaussage ihn "auch zu einem Verdächtigen machen könnte". Insbesondere, nachdem er das Protokoll des ersten Verhörs an zahlreiche Menschen, darunter Anonymous-Aktivisten, weitergegeben hatte, hätten die Polizisten deutlich unfreundlich reagiert, obwohl er zuvor gefragt habe, ob er das Protokoll weitergeben dürfe, berichtet der Aktivist. So habe die Polizei erwogen, ihn wegen der Weitergabe des Straftatbestands der "Begünstigung" anzuklagen.
Dazu, ob die Polizei tatsächlich Anonymous-Sympathisanten einzuschüchtern versucht, will sich der Aktivist nicht explizit äußern. Er selbst jedenfalls will entsprechende Konsequenzen ziehen. "Nach der zweiten Vernehmung habe ich beschlossen, mich auf meine Tätigkeiten als Aktivist zu beschränken und aus dem Anonymous-Teil des Geschehens auszusteigen. Auch weil mir die Polizei gesagt hat, wenn ich dort wieder aktiv handle, würden sie mich mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder zu einem Gespräch bitten. Diesen Stress will ich mir nicht noch einmal antun. Ich werde als Datenschützer aber auf jeden Fall weitermachen, sicherheitshalber die Verbindung zu Anonymous und Anonymous Austria jedoch abbrechen. Zu den Werten, die Anonymous vermittelt, stehe ich aber weiterhin: Meinungsfreiheit, Informationsfreiheit, Netzfreiheit, Meinung des Einzelnen," sagt er. Er ist der Ansicht, dass nicht jeder Datenschutz-Aktivist Angst vor polizeilichen Maßnahmen haben müsse. "Wenn man allerdings Aktionismus in direkter Verbindung mit Anonymous betreibt, sollte man derzeit vorsichtig sein."
Text-Quellen: Futurezone
Annika Kremer am Donnerstag, 24.11.2011 15:22 Uhr
Ich halte diesen ganzen "Bericht" für einen Fake. Mich hat hier sehr gewundert, dass dem "Befragten" anscheinend ein Vernehmungsprotokoll ausgehändigt worden sein muss, das er dann einscannen und in´s Netz stellen konnte. Ist das in Österreich normal? Hier ...
Aktivisten von Anonymous Austria stehen derzeit verstärkt im Fokus polizeilicher Ermittlungen. Das Online-Kollektiv befürchtet eine Einschüchterungs-Kampagne. Beim österreichischen IT-Newsportal "Futurezone" tauchte nun der Erfahrungsbericht eines Betroffenen auf, d ...
Na, dann war dein Vater wohl auf mehr Barrikaden. Meine Eltern hätten mir sowas sicher nicht gesagt (da sie es auch nicht wirklich gewusst hätten). Aber zum Glück ist mir nie sowas passiert (ich glaube, im Vergleich zu den meisten hier war ich einfach immer unglaublich brav :D oder aber ich hatte ...
Okay, klar. Das weiß man meist erst wenn die erste Vorladung ins Haus flattert - meist so zwischen dem 14. und 16. Lebensjahr. Damals meint Vaddern nur: "Gib' mal her die Vorladung... *ratsch* ... brauchste nicht hingehen!" :D Also, da liegt die Verantwortung natürlich ganz klar bei den Eltern, di ...
So was sollte man eigtl. mit der Muttermilch aufgesogen haben. Wenn nicht, waren die Eltern wohl bei der CDU/CSU.http://www.rote-hilfe.de Nun ja. Ich habe das von meinen Eltern nicht gelernt, und die sind durchaus kritisch (und keine CDU-Wähler). Ich ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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