Der unabhängige IT- und Tech-Kanal!
internet.board.entertainment.games.hardware

  • gulli
  • Nachrichten
  • Staatstrojaner: CCC-Sprecher kritisiert Vertuschung und Inkompetenz (Update)
Update

Staatstrojaner: CCC-Sprecher kritisiert Vertuschung und Inkompetenz (Update)

Der

Der "Staatstrojaner" (Symbolgrafik)

Einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" zufolge übte der Chaos Computer Club (CCC) heftige Kritik am Umgang von Bundesregierung und Sicherheitsbehörden mit der Staatstrojaner-Affäre. Dirk Engling, Sprecher der Hacker-Vereinigung, wirft den Zuständigen Inkompetenz und mangelnde Transparenz vor.

Engling kritisiert den Umgang der Exekutive mit einer parlamentarischen Anfrage der Partei "Die Linke". Diese bestätige den "Eindruck anhaltender technischer Inkompetenz und mangelnder Kontrolle", sagte der CCC-Sprecher. "Statt Aufklärung und Transparenz versucht die Regierung weiter, ihre Blamage durch Geheimhaltung und Beschönigung der peinlichen Tatsachen zu vertuschen."

In der "Kleinen Anfrage" hatte die Linke insgesamt 64 Fragen zum Einsatz des Staatstrojaners formuliert. "Die 33 Seiten lange Antwort liegt SPIEGEL ONLINE vorab vor. Schon die erste Antwort legt die Vermutung nahe, die Bundesregierung wolle es lieber gar nicht so genau wissen, was in den Ländern vor sich geht: Man verfüge über keine eigenen Erkenntnisse darüber, ob Behörden der Länder die vom CCC untersuchte Software eingesetzt hätten, heißt es," berichtet das Nachrichten-Magazin. Dies zog nun die Kritik des CCC und auch des Linken-Abgeordneten Jan Korte auf sich. "Wenn die Bundesregierung zum Einsatz der vom CCC analysierten Software in den Ländern nichts weiter weiß, als bisher in der Presse stand, was hat sie dann die ganze Zeit getan?," kritisiert Korte.

Engling sieht auch im von den Behörden durchgeführten Testverfahren, das sicherstellen sollte, dass die Firma DigiTask qualitativ und rechtlich einwandfreie Software liefert, einen Beleg für "eklatante Inkompetenz und Ignoranz". Insbesondere bemängelt er, dass Regierung und Sicherheitsbehörden keinen Zugriff auf den Quellcode des Trojaners hatten.

Ein Teil der Aussagen zum Staatstrojaner ist der Öffentlichkeit gar nicht zugänglich. "In welcher Weise das Bundesamt für Verfassungsschutz und der Bundesnachrichtendienst Quellen-TKÜ einsetzen, erfahren die Parlamentarier nur in der Geheimschutzstelle. Wer aus dort hinterlegten Papieren auch nur zitiert, macht sich strafbar. Auch Details zur Online-Durchsuchung, bei der nicht nur Kommunikation abgehört wird, gibt es nicht. Das Informationsinteresse des Parlaments müsse hinter den berechtigten Geheimhaltungsinteressen zurücktreten, heißt es in der Antwort, ansonsten könne ein wirksamer Schutz vor Terrorismus erheblich gefährdet werden," berichtet Spiegel Online. 

Ebenso sei die Antwort auf die Frage geheim, ob die Bundesbehörden auch Mobiltelefone "anzapfen" können, berichtet das Nachrichtenmagazin. "Die Fähigkeiten und Methoden der Behörden sollen im Dunkeln bleiben, sonst könnten staatliche und nichtstaatliche Akteure Rückschlüsse daraus ziehen. Haben Internetprovider bei der Infektion der Zielrechner geholfen? 'VS - Nur für den Dienstgebrauch'", heißt es weiterhin. Letzteres ist ein Hinweis auf die Geheimhaltungsstufe dieser Informationen.

CCC-Sprecher Engling will das nicht gelten lassen. "Wenn die Fragen konkret werden, verweist die Regierung auf vorgebliche Geheimhaltungsinteressen und verwehrt damit der Öffentlichkeit und dem Parlament eine wirksame Kontrolle der Polizeibehörden und Geheimdienste." Er glaubt, dass es nicht nur um Sicherheitsfragen, sondern auch um den Versuch, Peinlichkeiten zu vertuschen, geht: "Nur ungern will man zugeben, dass man sich ein teures und doch so amateurhaftes Programm hat andrehen lassen." DigiTask hatte diese Einschätzung zurückgewiesen und darauf verwiesen, die Software habe zum Auslieferungszeitpunkt dem Stand der Technik entsprochen (gulli:News berichtete).

Korte schlussfolgert: "Trotz vollmundiger Versprechungen wurde weder die Staatstrojaner-Affäre aufgearbeitet, noch irgendetwas grundsätzlich an der verfassungswidrigen Überwachungspraxis geändert."

Update:

Das entsprechende Antwortschreiben ist mittlerweile im Internet einsehbar. Der Inhalt deckt sich, soweit bisher feststellbar, mit den Angaben von Spiegel Online.

Text-Quellen: Spiegel Online

Annika Kremer am Donnerstag, 24.11.2011 12:00 Uhr

tagsTags: bundestrojaner ccc die linke transparenz dirk engling bayerntrojaner überwachung

Bookmark and Share
 
Weitere interessante News
15 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Schubbel am 24.11.2011 16:28:02

    Das halte ich für Quatsch, denn wenn man den Herrn Politikern schon das Recht einräumt heimlich in ihren Kämmerchen daran rumzubasteln, weil man denkt die Virenprogramme kriegen das eh schon hin, dann werden die schön Geld investieren und sich vielleicht irgendwelche Ze ...

  • king lui* am 24.11.2011 13:53:52

    Also: WENN der CCC doch schon sooo viele Lücken, Ecken und Kanten des Staatstrojaners aufdeckt, den Regierungsbehörden diese auch mitteilt, DIE allerdings jedoch keinen Grund zur Veranlassung sieht, dann -bitteschön- pflegt doch bitte die Virenschutzpr ...

  • k4rma am 24.11.2011 13:06:26

    es gibt drei möglichkeiten: 1. auf die justiz vertrauen 2. selbstjustiz 3. demonstrieren gehen, alle 4 jahre was anderes wählen. bei nummer eins wird nicht gerichtet sondern vertuscht, kläger werden in einer jahre dauernden teergrube aka rechtsweg gebunden. bei nummer zwe ...

  • MrDraco am 23.11.2011 22:20:39

    Ja ja unser toller "Rechts"staat, wie er leibt und lebt... ...

  • Shodan_v2-3 am 23.11.2011 21:40:38

    Jup, lasst uns alle in die CDU eintreten, in ein paar Jahren haben wir den Laden unter Kontrolle :D ...

weitere Kommentare lesen     Nachricht kommentieren

 
News [Kurioses]

Apple filterte den Begriff "Jailbreak" im iTunes Store

Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr

befreit: ipad 3 & iphone 4s

Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.

mehr mehr lesen...

Browsergames
Gondal World

TOPTIPP: Gondal World

Kämpfe als Held in diesem einzigartigen Fantasy Game. Viele Gefahren und Abenteuer erwarten dich! Escaria spielen

Escaria

Escaria

Erschaffe deine eigene Insel und erobere die Welt. Krieg oder Wachstum - deine Strategie entscheidet! Escaria spielen

Artyria

Artyria

Werde Gladiator und kämpfe im antiken Zeitalter um Ruhm und Ehre. Gehe Bündnisse mit anderen Spielern ein und kämpft gemeinsam gegen die schrecklichen Barbaren. Artyria spielen

Gondal

Gondal

Ziehe als einsamer Waldläufer oder an der Seite von Kampfgefährten in einem Fantasy-Spiel von Abenteuer zu Abenteuer. Gondal spielen

Last Emperor

Last Emperor

Tritt gegen legendären Samurai aus Japan des 19. Jahrhundert an und werde der gefürchtetste aller Samurai. Last Emperor spielen

Nightcreeps

Nightcreeps

Tritt in eine epische Schlacht zwischen Werwölfen und Vampiren, in der nur die Stärksten überleben werden, ein. Nightcreeps spielen

gulli:picsArtikel empfehlengulli RSS News Feedsgulli RSS NewsPresso Feedsgulli:Newslettergulli twittertgulli bei facebookgulli:news im AppStoreSeitenanfang