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Occupy London: Schwere Vorwürfe gegen Protestbewegung

"Occupy London" - Grafik eines Unterstützers

Das seit dem 15. Oktober bestehende "Occupy London"-Protestcamp soll geräumt werden. Mittlerweile tauchte ein Dokument der "City of London Corporation", das die Forderung nach einer Räumung begründet, im Internet auf. In diesem werden verschiedene Vorwürfe - darunter Hygiene-Probleme, Störung des Gemeindelebens einer nahe gelegenen Kirche, Verkehrsbehinderung und Drogenkonsum - erhoben.

Die Corporation wirft den Demonstranten vor, mit ihrem Camp vor der St Paul's Cathedral den Verkehr zu behindern. Daher verlangt sie nun die Räumung. Verhandlungen zwischen beiden Seiten verliefen ergebnislos. Nächste Woche werden sich Corporation und Protestbewegung vor Gericht treffen.

Im Vorfeld dieser Verhandlung tauchte ein von der Corporation eingereichtes Dokument mit mehreren Zeugenaussagen auf, in denen heftige Vorwürfe gegen die Demonstranten erhoben werden. So wird eine Zeugenaussage von Nicholas Cottam, dem Archivar von St Paul's, zitiert, laut der Demonstranten die Kirche durch Graffitis - teilweise mit anstößigem Inhalt - "entweiht" hätten. Außerdem hätten Demonstranten im Eingang - und teilweise auch im Innenraum - der Kirche Kot hinterlassen. Gottesdienste seien durch Lärm gestört worden, obwohl man mehrfach um Ruhe gebeten habe. Angestellte der Kirchengemeinde seien mehrfach beleidigt worden. Cottam äußert die Vermutung, dass Alkohol - und wahrscheinlich auch illegale Drogen - ihren Teil zum lauten und undisziplinierten Verhalten der Demonstranten beitragen. Außerdem stört sich die Kirchengemeinde offenbar daran, dass das Camp und die massive Medienpräsenz Besucher abschrecken. Die Kathedrale ist normalerweise ein beliebtes Ausflugsziel, insbesondere für Schüler.

Außerdem wird in dem Schreiben die Sozialarbeiterin Joy Hollister zitiert, die erklärte, dass teilweise auch "anfällige Personen" durch das Camp angezogen würden. So habe sie dort psychisch Kranke, Drogenabhängige und Personen mit extrem mangelhafter Körperhygiene angetroffen. Außerdem würden mehrere Kinder im Camp leben oder dort viel Zeit verbringen, was sie ebenfalls als problematisch einstuft. Auch ein Aushilfs-Polizist berichtet in seiner Zeugenaussage von Drogenkonsum im Camp.

Occupy London äußerte sich bislang nicht zu den Vorwürfen, was eine Einschätzung von deren Wahrheitsgehalt schwierig macht. Ein Sprecher der Protestbewegung erklärte, man beschäftige sich derzeit mit dem Dokument und werde vor Gericht eine Stellungnahme dazu abgeben.

Herrschen im Camp tatsächlich derartig bedrohliche Zustände, oder handelt es sich um einen Versuch, die Protestierenden zu diskreditieren? 

Bild-Quellen: "Occupy London" by Party9999999@DeviantArt

Text-Quellen: The Guardian

Annika Kremer (g+) am Montag, 21.11.2011 20:30 Uhr

Tags: london aktivismus #occupywallstreet

 
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13 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • DerTiger am 24.11.2011 12:38:48

    Ah, ach so. So ist das also. Wenn ungewaschene Gestalten, Drogenabhängige und Psychos in Unterführungen oder Hintergässchen herumlungern dann ist alles paletti und völlig OK. :T sieht ja keiner, sind ja nur Einzelpersonen, sollen die doch machen was sie wollen. Aber wenn die sich mal versammeln so ...

  • ESmazter am 22.11.2011 18:25:16

    Ich bezweifle, dass Anwohner in der Aufstellung von Dixiklos ein gelöstes Problem sähen :rolleyes: Nö aber AA im Dixiklo ist besser als AA in der Kirche :D ...

  • Schinni999 am 22.11.2011 11:25:16

    Wenn permanent vor dein Haus geschissen wird, wirst du dich auch um eine Räumung bemühen. Demonstrationsfreiheit heißt nicht, dass man machen kann was man will, solange man es Demonstration nennt. Absolut korrekt. Denn das erinnert mich eher an Woodstock als an ei ...

  • VacuumCleaner am 22.11.2011 10:08:53

    In Amsterdam wurden Dixiklos aufgestellt. Dann wäre man die Hygieneprobleme schon mal los Ich bezweifle, dass Anwohner in der Aufstellung von Dixiklos ein gelöstes Problem sähen :rolleyes: ...

  • enteKross am 22.11.2011 09:14:07

    Viele mögen es für ein Vorurteil halten aber ich habe das in mehreren Wochen England-Urlaub ähnlich empfunden - Engländer sind nicht gerade für ihr gutes Benehmen bekannt. Kann mir das schon gut vorstellen. Auf die paar Kirchgänger muss man Rücksicht nehmen, aber auf die V ...

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