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Darpa: Mit gefälschten Geheimdokumenten gegen Whistleblowing

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Von der US-Militärforschungsbehörde Darpa finanzierte Forscher stellten kürzlich ein neues Projekt vor, das der Whistleblowing-Website WikiLeaks und ähnlichen Projekten das Handwerk legen soll. Es handelt sich um eine Software zur automatischen Generierung gefälschter Geheimdokumente, die als Köder dienen und zur Identifikation von Whistleblowern dienen sollen.

Das Projekt ist Teil des vom Pentagon finanzierten Programms "Anomaly Detection at Multiple Scales". Es dient laut Selbstbeschreibung der "Generierung und Verteilung glaubwürdiger Falschinformationen". Es soll dazu dienen, automatisch erstellte gefälschte Dokumente in für Geheiminformationen verwendeten Netzwerken zu platzieren. Die Dokumente sollen so präpariert werden, dass sie die IP-Adresse des Interessenten sowie die genaue Zugriffszeit speichern. Mit diesen Informationen wird dann der zuständige Administrator alarmiert. Die gespeicherten Informationen sollen dann zur Identifikation der Person, die auf das Dokument zugegriffen hat, verwendet werden. Das Projekt soll gegen Eindringlinge von außen ebenso wie auf die Veröffentlichung geheimer Informationen bedachte Insider wirken.

"Anomaly Detection at Multiple Scales" ist nur eines von mehreren Pentagon-Programmen, die Whistleblowing und Spionage in Militär-Netzwerken aufdecken sollen. Neben der möglichen Identifikation einzelner Whistleblower soll die Platzierung gefälschter Geheimdokumente auch weitere, großflächigere Auswirkungen haben. Die Köder-Dokumente würden das Vertrauen von Hackern und Aktivisten in kopierte Geheimdokumente untergraben und sie sich fragen lassen, ob eine Veröffentlichung das Risiko wert sei, so eine Hoffnung der Darpa. In jedem Fall müsste WikiLeaks - oder ein vergleichbares Projekt - vor der Veröffentlichung von Dokumenten eine genauere Echtheitsprüfung der Dokumente durchführen, was erhebliche Ressourcen binden würde. "Wenn wir viele Köder in das System einbringen, muss der Gegner eigene Ressourcen aufwenden, um zu bestimmen, was echt ist und was nicht," erklärte Salvatore Stolfo, der Chef-Wissenschaftler des neuen Projekts, gegenüber dem US-Blog "Danger Room". Würde ein gefälschtes Dokument irrtümlich als echt veröffentlicht, würde dies das öffentliche Vertrauen in die Whistleblowing-Website, die es veröffentlicht habe, untergraben, so Stolfo weiter.

Für die zur Generierung der Köder-Dokumente dienende Software läuft derzeit ein Patent-Antrag. 

Text-Quellen: Danger Room

Annika Kremer am Samstag, 05.11.2011 21:28 Uhr

tagsTags: whistleblowing geheimdokumente darpa wikileaks it-forensik

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32 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Isschonwech am 09.11.2011 13:06:18

    Gefälschte Geheimdokumente? Sowas wie "Massenvernichtungswaffen im Irak"? och menno. das wäre auch mein spruch gewesen :D ...

  • Gugel am 09.11.2011 10:14:40

    Und getrennt auf dem Server wird es dann vom Whistleblower gelöscht :rolleyes: Häufig ist der Whistleblower nicht gleichzeitig ein Admin mit Zugriff auf die Logs. Den Zugriff auf die Logs kann man viel restriktiver beschränken, als den auf die Daten. Man muss e ...

  • Shodan_v2-3 am 08.11.2011 22:58:47

    Und getrennt auf dem Server wird es dann vom Whistleblower gelöscht :rolleyes: Deswegen heißt es ja auch in der News: "Die Dokumente sollen so präpariert werden, dass sie die IP-Adresse des Interessenten sowie die genaue Zugriffszeit speichern." Security by Obscurity halt :D ...

  • Gugel am 07.11.2011 23:29:48

    Du übersiehst da etwas: Wenn in dem Dokument nur ein Log Auszug drin steht, der identifiziert, wer das Dokument angefordert hat, ist es leicht zu erkennen und verursacht keine große Verwirrung. Zugriffslogs gehören nicht ins Dokument. Sowas wird meist getrennt ...

  • Shodan_v2-3 am 07.11.2011 18:24:08

    Wenn sie leicht erkennbar sind, werden sie bei der obligatorischen Prüfung durch die Crowd oder Fach-Journalisten erkannt. Dann verfehlen sie ihre Wirkung.Du übersiehst da etwas: Wenn in dem Dokument nur ein Log Auszug drin steht, der identifiziert, wer das Dokument a ...

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