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Urteilsverkündung: Julian Assange darf ausgeliefert werden

Julian Assange in einer künstlerischen Darstellung

Julian Assange in einer künstlerischen Darstellung

Im Auslieferungsprozess um WikiLeaks-Mitbegründer Julian Assange wurde heute das Urteil verkündet. Zwei Richter des Londoner High Court bestätigten ein früheres Urteil, das eine Auslieferung Assanges an Schweden - wo er verdächtigt wird, Vergewaltigung und sexuelle Nötigung an zwei Frauen begangen zu haben - für zulässig erklärt.

Assange, der stets seine Unschuld beteuerte, fürchtet im Falle einer Auslieferung, dass er von Schweden an die USA ausgeliefert werden und dort wegen seiner Aktivitäten bei WikiLeaks verurteilt werden könnte. Dies hatten seine Anwälte auch vor Gericht als eines der Argumente gegen eine Auslieferung angeführt. Die Richter schlossen sich der Argumentation jedoch nicht an.

Die zuständigen Richter, Sir John Thomas und Duncan Ouseley, bezeichneten das Vorgehen Schwedens gegenüber Assange - insbesondere auch die von Assanges Anwälten stark kritisierte Ausstellung eines "European Arrest Warrants" (EAW) - als "rechtmäßig" und "verhältnismäßig". Auch Vorwürfe Assanges, dass Beschreibungen seiner Vergehen nicht "fair und akkurat" seien, wiesen die Richter zurück. Medienberichten zufolge nahm Assange das Urteil sowie dessen Begründung durch die Richter äußerlich unbewegt zur Kenntnis. 

Assanges Anwälte deuteten an, dass sie womöglich Berufung gegen das Urteil vor dem Supreme Court einlegen wollen. Dieser ist das höchste Gericht in England und behandelt Fälle von öffentlichem Interesse. Für eine Berufung haben Assange und seine Anwälte nun 14 Tage Zeit. Daneben erklärten die Juristen auch, sie wollten die Assange auferlegten Gerichtskosten in Höhe von 19.000 britischen Pfund - umgerechnet etwa 22.000 Euro - anfechten. Einige Beobachter sehen dies als Hinweis darauf, dass Assange die Kosten womöglich nicht bezahlen kann. Sollte die Berufung des Australiers abgelehnt werden, müsste er binnen zehn Tagen an Schweden ausgeliefert werden.

Vor dem Gerichtsgebäude hatten sich vor und während der Urteilsverkündung wieder einige Demonstranten versammelt, die ihre Solidarität mit dem WikiLeaks-Chef bekundeten. Auf Spruchbändern standen Parolen wie "Free Assange! Free Manning! End the wars." Über das nun verkündete Urteil sind Assanges Unterstützer nach eigenen Angaben "empört". 

Bild-Quellen: "Julian Assange" by Felix-2@DeviantArt

Text-Quellen: BBC The Guardian

Annika Kremer am Mittwoch, 02.11.2011 12:05 Uhr

tagsTags: großbritannien schweden julian assange wikileaks

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29 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • VacuumCleaner am 03.11.2011 09:55:24

    @ blahblah: Deine Aussage ist deswegen schon unsinnig, da es von Staat zu Staat gerade bei Straftaten gegen Frauen extreme Abweichungen der Dunkelziffer gibt. Sinnig ist also deine Aussage nur dann, wenn du sie entsprechend fomulieren würdest (Das Land mit den meisten verfolgten Vergewalti ...

  • blahblah am 03.11.2011 05:22:59

    Spontan konnte ich jetzt nur das hier finden: http://www.thelocal.se/19102/20090427 Da war irgendwo aber auch mal eine weltweite Statistik. ...

  • Rammsteiner am 03.11.2011 05:08:46

    Dadurch ist Schweden nach einem afrikanischen Staat weltweit das Land mit den meisten Vergewaltigungen. Find jetzt bei google keine Quellen dazu. Kannst du die bitte mal hier posten? Würd mich auch mal interessieren wie Europäische Länder so abschneiden ... ...

  • blahblah am 03.11.2011 04:55:28

    Toll. Da können sie ihn ja direkt an die USA ausliefern. Schweden hat eh ein extrem komisches Sexualstrafrecht. Prostitution ist dort vorboten. Dadurch ist Schweden nach einem afrikanischen Staat weltweit das Land mit den meisten Vergewaltigungen. Das versuchen sie damit auszugleichen, dass es s ...

  • Yulassetar am 03.11.2011 04:13:44

    Ich denke, daß die Vergewaltigungsvorwürfe gegen Assange eine reine Hetzkampagne sind. Schon komisch, daß das dann immer passiert, wenn die Leute missliebig werden. Ich nenne da nur mal Strauss-Khan als Beispiel. Ein linker Politiker, der die kommenden Wahlen in Frankreich gewinnen könnte und SC ...

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