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SPD-Sprecher: Staat soll Trojaner künftig selbst entwickeln

Der

Der "Staatstrojaner" (Symbolgrafik)

Am heutigen Mittwoch fand im deutschen Bundestag eine "aktuelle Stunde" statt, bei der anlässlich des kürzlich erfolgten Leaks das Thema "Staatstrojaner" diskutiert wurde. Dabei erhob die SPD die Forderung, dass der Staat sich künftig bei der Programmierung entsprechender Software nicht mehr auf private Unternehmen verlassen soll. Statt dessen soll man die Trojaner künftig selbst programmieren.

Der frisch gewählte innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Michael Hartmann, forderte, dass der Staat bei der Programmierung von Überwachungs-Software künftig nicht mehr die Dienste privater Firmen in Anspruch nehmen soll. Dieser Forderung schloss sich auch der Vorsitzende des Bundesinnenausschusses,  Wolfgang Bosbach (CDU), an.

Um sich auf private Firmen - wie bisher das Unternehmen DigiTask zu verlassen - seien Einsatzformen wie insbesondere die sogenannte Quellen-Telekommunikationsüberwachung, bei der VoIP-Telefonie direkt auf dem Rechner des Verdächtigen abgehört wird, zu sensibel, so die beiden Politiker. "Entweder man lässt es ganz, oder man macht das selbst, koste es, was es wolle," sagte Hartmann gegenüber dem Online-Nachrichtenmagazin "Spiegel Online". Eines der Argumente für die Inanspruchnahme privater Dienstleister waren bisher stets die Kosten gewesen.

Statt die Trojaner-Entwicklung bei Unternehmen der freien Wirtschaft in Auftrag zu geben, soll der Staat künftig selbst entsprechende Software programmieren, wie es das BKA für die Online-Durchsuchung bereits tut. So hätte man besseren Einblick in den Quellcode der Software und könne dadurch sicherstellen, dass diese rechtsstaatlich einwandfrei sei, so die Argumentation von Hartmann und Bosbach.

Daneben forderte Hartmann  "einheitliche Regeln für die Quellen-TKÜ", die sich strikt nach den 2008 festgelegten Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts orientieren. So soll Rechtssicherheit garantiert werden. 

Text-Quellen: Spiegel Online Sueddeutsche Zeitung

Annika Kremer (g+) am Mittwoch, 19.10.2011 23:02 Uhr

Tags: bundestrojaner quellen-tkÜ bayerntrojaner überwachung online-durchsuchung

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23 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Kamikaze_Urmel am 20.10.2011 17:38:55

    Seit wann ist der Bundestag denn auch gleichzeitig das Bundesamt für Bürgerbespaßung? Das kann doch nur nach hinten losgehen:D ...

  • needlenose am 20.10.2011 14:34:10

    Die ganze Sache soll verdammt nochmal erstmal vernünftig aufgeklärt werden, wer, wann, was gemacht oder versaut hat oder eben nicht. Dann müssen geeignete Konsequenzen folgen. Ich hab das Gefühl, dass hier wieder der zweite Schritt (Aufklärung) übersprungen werden soll. Jeder beschuldigt den anderen ...

  • Horstkassel am 20.10.2011 13:13:17

    Wen wundert das eigentlich? Ein Thema, mit dem sich die Stammwaehlerschaft dieser Brut kaum auskennt, kommt auf den Tisch, also sagt man : Wir wollten Euch was gutes tun, liebe Schafe aber die boehse Firma hatts verbockt. So sammelt man Pluspunkte, diesen Scheiss lueckenlos aufdecken, und sie damit ...

  • hackint0sh am 20.10.2011 12:36:40

    ...na die müssen ja geld haben.. grml. statt dass man korruptes pack wie guttenberg entlarvt, will man nun von sich ablenken durch beschissene taten. hmm.. ...

  • KaPiTN am 20.10.2011 12:16:17

    Selber entwickeln? Der Staat kauft DigiTask. -> Forderung erfüllt.:rolleyes: ...

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