
Von Corner of a Life via Flickr
Begonnen hatte alles mit den Protesten in der amerikanischen Wall Street. Unter dem Motto „Occupy Wall Street“ belagern zahlreiche Amerikaner seit vier Wochen das Bankenviertel New Yorks und machen mit verschiedensten Aktionen auf sich und auf missliche Umstände im Land aufmerksam. Die Klagen der Bürger betreffen oftmals die fragwürdigen Handlungen rund um das internationale Finanzsystem und das mutmaßlich ungerechte Verhalten vieler Regierungen.
Es dauerte nicht lange, bis die Protestaktion auch auf die anderen Teile der Welt überschwappte. Am gestrigen Samstag standen auf der ganzen Welt Demonstrationen auf dem Programm. Auch in Deutschland fanden sich viele Demonstranten zusammen. Laut Zählungen der Polizei gingen in Berlin bis zu 10.000 Menschen auf das Gelände des Bundeskanzleramtes und des Reichtages. Abends hielten sich noch 2.500 Personen auf dem Platz auf und hatten zum Teil im Sinn, vor dem Regierungssitz zu zelten. Dies wusste die Berliner Polizei allerdings mit mehreren Festnahmen zu verhindern, wie es in einigen Internetberichten heißt. Angeblich seien mehrere Beamte verletzt worden. Über überzogene Polizeigewalt klagte bisweilen jedoch niemand.
Auch das Bankenviertel Frankfurths blieb von den Aktionen nicht verschont. Dort belagerten circa 5.000 Menschen die Gegend und protestierten zum Teil mit Spruchbändern, wie „Wo bleibt mein Rettungspaket, Frau Merkel“ gegen die missliche Situation der Eurowährung. Von polizeilichen Aktivitäten war dort trotz 200 zeltender Aktivisten vor der Europäischen Zentralbank nichts zu sehen. Andere Standorte der Occupy-Bewegungen in Deutschland waren in den Städte Köln, Hamburg und Düsseldorf. Dort fielen die Teilnehmerzahlen allerdings geringer aus.
Auch außerhalb der mitteleuropäischen Grenzen fanden etliche Demonstrationen statt. Fernsehberichten zufolge gingen allein in Rom rund 150.000 Menschen auf die Straße. Einige der Teilnehmer nahmen den Vorsatz des friedlichen Protests allerdings weniger ernst. Mehrere vermummte Aktivisten steckten Autos in Brand und zündeten in Räumlichkeiten des Verteidigungsministeriums Sprengsätze und Rauchbomben.
Auch im Ursprungsort der Bewegung, New York, war am Samstag ein erhöhtes Aufkommen an demonstrierenden Bürger zu bemerken. Dort kam es allerdings erneut zu Festnahmen durch die Polizei, da rund 70 Personen sich geweigert haben sollen, eine Nebenstraße freizumachen. In anderen Bundesstaaten des Landes kam es ebenfalls zu Protesten.
Assange in London
In London hatten die Proteste sogar einen prominenten Gast. Vor der St.-Pauls-Kathedrale ergriff der Wikileaks-Gründer Julian Assange das Wort und sprach zu den Demonstranten. Er verkündete, dass das Bankensystem in der britischen Hauptstadt Empfänger von korruptem Geld sei. Aus diesem Grund werde die Whistleblowing-Plattform in den kommenden Monaten eine Kampagne gegen Finanzinstitute starten, so der Australier. Weiter kam es in London unter den mehreren Tausend Demonstranten zu drei Festnahmen.
Neben den genannten Städten wurden jedoch auch in allen anderen Teilen der Welt Demonstrationen und Aufstände im Rahmen der Occupy-Bewegung gemeldet. Unter anderem ist in Presse- und Polizeiberichten sowie in sozialen Netzwerken wie Twitter und Facebook von kapitalismuskritischen Protesten in den Städten Athen, Brüssel, Sarajevo, Helsinki, Madrid, Tokio, Sydney und Auckland (Neuseeland) die Rede. Zentraler Klagespruch der Demonstranten war immer wieder „We are the 99%“. Dieser Satz geht auf die Behauptung zurück, dass nur ein Prozent der Bevölkerung auf Kosten der restlichen 99 Prozent reich sei. Vor allem in Griechenland kam es zu Aktionen im größeren Rahmen, vermutlich da die dortige Stimmung wegen der schlechten finanziellen Lage ohnehin schon angespannt ist.
Meldungen von unverhältnismäßiger Polizeigewalt blieben im Gesamten eher selten. Lediglich in Brüssel wurde ein Polizist vom Dienst suspendiert, da er einer Frau nach ihrer Verhaftung ins Gesicht getreten haben soll. Nach einer vorübergehenden Festnahme des Polizisten darf er bis zu Klärung des Vorfalls seiner Arbeit vorerst nicht nachgehen.
Es ist davon auszugehen, dass sich die Proteste in den vielen Ländern wiederholen werden. In einigen Standorten wird bereits geplant, nach amerikanischem Vorbild Aktionen über einen längeren Zeitraum zu starten.
Bild-Quellen: Von Corner of a live via Flickr (rechtl. Hinweise auf URL beachten) youtube
Julian Wolf am Sonntag, 16.10.2011 18:50 Uhr
Wir brauchen keine Mollis im Informations-Krieg, unsere Waffe ist das Wort He, du hast nur den letzten Teil des Absatzes beachtet. Jetzt fühlt sich der vorangehende Teil missachtet und weint! Aber hoffen ma mal, dass das wort tatsächlich reicht - also die Leu ...
Immer wieder interessant, wie viele Menschen "Kapitalismus" und "Demokratie" für Synonyme halten. www.youtube.com/watch?v=K-6JIDriRgs Naja. Zu behaupten die Finanzkrise 08 waere fuer Griechenland verantwortlich ist schon seeeehr weit hergeholt. De ...
Wir brauchen keine Mollis im Informations-Krieg, unsere Waffe ist das Wort Da sind wir mal einer Meinung! :T ...
..ich habe grad keinen Molli in der Hand... Wir brauchen keine Mollis im Informations-Krieg, unsere Waffe ist das Wort! Von mir bekommt jeder nen Headshot! (: Nur damit sich einige hier noch aufregen.. END THE FED! $chreits raus.... ...
Immer wieder interessant, wie viele Menschen "Kapitalismus" und "Demokratie" für Synonyme halten. www.youtube.com/watch?v=K-6JIDriRgs Hallo du Clown ;-) nirgendwo wurde Kapitalismus und Demokratie gleichgesetzt. Erst lesen, dann Quoten. ;-) Aber ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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