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Update

Occupy Wall Street: Protestcamp droht Räumung (Update)

"Occupy Wall Street" - Grafik

Die "Occupy"-Bewegung konnte in den USA mittlerweile einige Anhänger finden. In zahlreichen Städten wird demonstriert und gecampt. Nun droht den Aktivisten in New York und Denver jedoch die Räumung; das Übernachten in den öffentlichen Parks soll verboten werden.

In der vergangenen Nacht erklärten New Yorks Bürgermeister, Michael Bloomberg, und die New Yorker Polizei gegenüber den Demonstranten, sie planten, den von den Aktivisten besetzten Park "zu säubern". Dies soll um 7 Uhr am Morgen des morgigen Freitag (Ortszeit) beginnen. Die Aktivisten befürchten nun, dass diese Pläne eine Ausrede sind, um den Protest zu unterbinden. Sie erklären, dies sei bereits anderenorts gegenüber friedlichen Demonstranten praktiziert worden.

Bloomberg erklärte, nach der Aufräum- und Säuberungsaktion sei der Park wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Er betonte aber nach Angaben der Aktivisten, dass die "Occupy Wall Street"-Demonstranten den Regeln folgen müssten. Diese beinhalten unter anderem ein Verbot von Planen und Schlafsäcken und die Regel, dass man sich nicht hinlegen darf.

Die Demonstranten werten dies als Versuch, den seit dem 17. September andauernden Protesten ein Ende zu setzen. Sie rufen daher alle US-Bürger auf, Bloombergs Büro anzurufen und für das Recht auf Demonstrationsfreiheit und die Ziele von Occupy Wall Street (OWS) einzutreten. Daneben sollen alle Sympathisanten, die sich in der Nähe befinden, sich am Freitag Morgen um 6 Uhr im Camp einzufinden, um "die Besetzung gegen eine Räumung zu verteidigen". Wie genau dies aussehen wird, ist noch unklar. Da die OWS-Aktivisten bislang sehr viel Wert auf friedliche Demonstrationen legten, steht zu vermuten, dass sie planen, passiven Widerstand gegen die Ordnungskräfte zu leisten.

Die Demonstranten betonen, sie seien selbst daran interessiert, den Park "sauber und sicher" zu halten, und hätten bereits selbst entsprechende Maßnahmen in die Wege geleitet. Sie würden aber nicht zulassen, dass dies als Ausrede benutzt werde, um ihren Protest zu stoppen. "Dies ist eine Besetzung, kein gestattetes Picknick," erklären sie kämpferisch.

Mit ähnlichen Problemen sieht sich derzeit "Occupy Denver" konfrontiert. Gouverneur John Hickenlooper erklärte, die Aktivisten dürften nicht mehr nachts im "Civic Center Park" campieren. Er begründete dies mit einem Gesetz des Bundesstaates Colorado zum Camping auf staatlichen Grundstücken. Auf einer Pressekonferenz nannte Hickenlooper allerdings keinen konkreten Termin, bis zu dem die Aktivisten das Camp geräumt haben müssen. Die Verantwortlichen ließen außerdem offen, ob sie die Anordnung notfalls mit Polizeigewalt durchzusetzen planen. In Denver campieren derzeit über 70 Menschen, die eine beachtliche Infrastruktur - unter anderem eine Küche, ein Sanitätszelt und einen eigenen Sicherheitsdienst - aufgebaut haben.

 

 

Update:

Einem Bericht der Zeitung "die Zeit" zufolge wird in New York vorerst auf eine Räumung des Camps verzichtet. Das Büro des Bürgermeisters kündigte an, mit den Demonstranten zu einer gemeinsamen Lösung kommen zu wollen, "um sicherzustellen, dass der Park sauber, sicher und für die Öffentlichkeit zugänglich bleibe". Die Demonstranten sollen sich daher um die Reinigung der Fläche kümmern. Von einer Putzaktion der Behörden oder einem Camping-Verbot ist derzeit nicht mehr die Rede.

In Denver kam es dagegen in der vergangenen Nacht zur Konfrontation zwischen Demonstranten und Ordnungskräften. Wie die Protestierenden auf Twitter mitteilten, wurden Zelte eingerissen und Demonstranten festgenommen. Man erklärte, es habe nach Polizeiangaben eine Bombendrohung aus der Occupy-Szene gegeben, was das harte Vorgehen der Behörden erklären könnte. 

 

Bild-Quellen: "Occupy Wall Street" by twistedfunk@DeviantArt

Text-Quellen: AnonOps Communications Huffington Post

Annika Kremer am Freitag, 14.10.2011 14:35 Uhr

tagsTags: aktivismus usa #occupywallstreet

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24 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Etokles am 14.10.2011 18:54:41

    @Dante: Das gute am Internet ist, dass jeder mitmachen kann. Das schlechte ist, dass jeder mitmacht. @topic: Ich hoffe, dass die Demonstranten durchhalten und etwas bewegen oder zumindest aufmerkssam machen. ...

  • DanteConstantin am 14.10.2011 16:13:22

    Per Definition ist es zumindest meinem subjektivem Empfinden nach so. Der Großteil der Bevölkerung interessiert sich nur dafür seinen eigenen Arsch möglichst bequem zu parken. Von allen Bildungsschichten höre ich nur noch "Ich kann eh nichts machen." Das Internet war mal ein avandgardistischer ...

  • Soulvation am 14.10.2011 16:06:02

    @Dante: Das glaube ich nicht. jeder der sich so berieseln lässt und auch noch das für bare Münze nimmt, ist erstmal ein Mensch, nur ein recht einfältiges dummes hohles A****loch. Genau solche "Menschen" sind nach meiner Meinung der Grund für das Übel. Informierte Menschen werden bestimmt nicht ...

  • redfreakz am 14.10.2011 15:44:06

    Oh schon die erste Bombendrohung aus der Gruppe der extremen Radikaldemonstranten. Wie wäre es, wenn sie jetzt erstmal mit Flugzeugen angegriffen werden. Nur um sicher zu gehen... Die bösen Menschen - brechen einfach Gesetze, indem sie einen öffentlichen Park übernehmen. Diese Aktionen sind zum ...

  • JinRoh3181 am 14.10.2011 14:22:52

    Da hat das Kapitalland aber lange auf sich Warten lassen, bis solche Gesetze genutzt werden. Aber auch damit können die das nicht mehr Aufhalten. Mal sehen was die Politiker dieser Welt mit den Historischen Möglichkeiten machen ...

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