
Reichstag Berlin. Foto: Lars Sobiraj
In Berlin und Umgebung ist es am Montag zu mehreren Anschlägen gekommen. Auf der Strecke Berlin-Hamburg wurde ein Kabelkasten mit Signalleitungen zerstört. In unmittelbarer Nähe des Berliner Hauptbahnhofes waren sieben Brandsätze versteckt, die bei einer Explosion verheerende Schäden angerichtet hätten. Die Täter werden laut LKA Brandenburg in der linksextremen Szene vermutet. Wenige Stunden nach dem erfolgten Brandanschlag eines Kabelkastens der Strecke Berlin-Hamburg, entdeckte ein Mitarbeiter der Deutschen Bahn AG sieben Brandsätze mit Flüssigbrennstoff, die die Täter in unmittelbarer Nähe einer Tunneleinfahrt des Berliner Hauptbahnhofs deponiert hatten. Die antimilitaristische Hekla-Gruppe bezeichnet ihr Vorgehen in ihrem Bekennerschreiben als „Sabotagehandlungen“ mit Brandbeschleunigern und elektronischen Zeitgebern. Das Landeskriminalamt (LKA) Brandenburg hält das Schreiben nach einer vorläufigen Bewertung für authentisch. Die Hekla-Gruppe fordere unter anderem die Freisetzung des mutmaßlichen Wikileaks-Informanten Bradley Manning, der nach Angaben des US-Militärs zahlreiche Interna an die Enthüllungsplattform weitergegeben hat und deswegen inhaftiert wurde. Manning ist seit seiner Verhaftung im Mai 2010 im Militärgefängnis inhaftiert. Zeitweise soll er unmenschlichen Haftbedingungen ausgesetzt gewesen sein. Der Name der Gruppe entstammt übrigens einem isländischen Vulkan.
Die Brandsätze haben am gestrigen Montag den Zugverkehr in ganz Deutschland erheblich beeinträchtigt. Für viele Reisende kam es zu stundenlangen Verspätungen. Ein Sprecher der Bahn bezeichnete die Anschläge als „absolut verantwortungslos“. Die Gewerkschaft der Polizei sprach sogar von einem Aufleben der RAF, nur eben mit anderen Forderungen. Im Mai dieses Jahres erfolgte ein Anschlag auf den Berliner Bahnhof Ostkreuz. Auch damals hatte sich die Gruppierung nach einem isländischen Vulkan benannt.
Update vom 11.10. um 18:30 Uhr: (Ghandy)
Am Montag um 8:11 Uhr wurde auf linksunten.indymedia.org allem Anschein nach die Presseerklärung von Hekla veröffentlicht. Demnach sei jeder Tag der richtige Tag für eine Sabotage, "denn jeder Tag bietet so viele Anlässe für radikales Eingreifen in den üblichen, tagtäglichen Ablauf". Die Gruppe „Das Grollen des Eyjafjallajökull“ habe die neue Gruppierung mit ihrem Anschlag auf den Bahnhof Ostkreuz inspiriert. Zur Namensnennung kam es, weil die isländischen Vulkane mit ihren Eruptionen dazu in der Lage waren, die "europäischen Wirtschaftsabläufe auszubremsen". Die Verfasser der Erklärung glauben, sie können mit ihren Brandanschlägen ganz ähnliche Effekte erzielen.
Die Kommentare auf indymedia.org waren hingegen alles andere als einheitlich. "Wie kann man da von einer antimilitaristischen Gruppierung sprechen wenn man selber zu Gewalt greift. Welch eine Bigotterie". Passend auch: "Gerade als die Medien sich warm laufen, um BKA und BMI gehörig (wegen des Bundestrojaners) auf den Teller zu scheißen, gebt ihr eben diesen Behörden hervorragende Munition zu deren Verteidigung." Ein anderer Kommentator merkt an, dass derartige Anschläge letztlich zumeist Arbeitnehmer, Studenten und die linksgerichtete Bürgerschicht selbst treffen würden. Er glaubt, kaum jemand in der linken Szene würde den Tätern in irgendeiner Weise dankbar sein. Auch an Waffentransporten und Militäreinsätzen können die Anschläge nichts ändern. "Eure Taten retten keinen Menschen in Afghanistan, sparen keine Ressourcen, verringern nicht den Verkauf von Handys, verringern den CO2-Ausstoß um kein Gramm, befreien kein Kind aus Zwangsarbeit und statt zu entschleunigen setzen sie die Menschen unter massiven Stress und verschwenden deren Lebenszeit." Höchst ironisch schließt er ab mit den Worten: "Die Arbeiterin, die durch die Zugausfälle ihren Job verloren hat, die Mutter, die ihre kleine Tochter nicht vom Kindergarten abholen konnte, sie werden euch euren selbstlosen Einsatz sicher danken." Als abschließende Aussage schrieb jemand, dass der Zweck eben nicht die Mittel heilige, was man an dieser Stelle durchaus als Kernaussage festhalten sollte.
2. Update vom 12.10 um 8:35 Uhr: (Ghandy)
Die Anschlagserie ist offenbar noch nicht vorüber. Gestern entdeckten Mitarbeiter der Deutschen Bahn neue Brandsätze. Mit brennbarer Flüssigkeit gefüllte Flaschen wurden am Grünauer Kreuz und in der Nähe des Berliner Hauptbahnhofes entdeckt. Ein weiterer Brandsatz konnte nach offiziellen Angaben am S-Bahnhof Bornholmer Straße ausfindig gemacht werden. Auch gestern kam es im Bahnverkehr wieder zu massiven Behinderungen und Verspätungen. Da die Durchführung der Anschläge so wenig professionell daherkommt, werden in der linken Szene und darüber hinaus erste Stimmen einer inszenierten Anschlagserie laut. Diese Theorie kann aber leider nicht überprüft werden.
3. Update vom 13.10. um 9:00 Uhr (Ghandy)
Wikileaks hat sich per Twitter zu Wort gemeldet. Man verstehe die Wut über die Behandlung von Bradley Manning. Allerdings verurteile man die Methoden der Hekla-Gruppe, soweit die öffentlich zugänglichen Informationen in dieser Form tatsächlich korrekt seien.
Lars Sobiraj (Ghandy) von gulli.com meint:
Terror egal in welcher Form ist nicht tolerabel und darf von niemandem aktiv oder passiv unterstützt werden. Es darf meines Erachtens keinerlei Gründe dafür geben, trotz der überaus beklagenswerten Behandlung von Bradley Manning für derartige Angriffe auf unsere Demokratie Sympathie zu empfinden. Wer sich auch immer für eine Freisetzung von Manning einsetzt, darf dabei keine Menschenleben aufs Spiel setzen
Typisch in diesem Zusammenhang ist aber, dass die Polizeigewerkschaft die Angelegenheit sofort mit dem schlimmsten anzunehmenden Fall in Verbindung bringt und propagiert, eine neue RAF befände sich in Gründung. Da ist es wenig erstaunlich, wenn im gleichen Atemzug eine Aufstockung des Personals für Verfassungs- und Staatsschutz gefordert wird. Vor meinem geistigen Auge sehe ich schon jetzt konservative Politiker nach mehr Überwachung und Bespitzelung des ganzen Volkes rufen. Wenn man die „linksextremistischen Gewalttaten“ nicht in den Griff bekommt, müssen halt über 81 Millionen Menschen mit Hilfe der Vorratsdatenspeicherung und anderen Methoden wie potentielle Schwerstkriminelle behandelt und entsprechend ausgeforscht werden.
HBF Berlin. Foto: Lars Sobiraj
Es ist jetzt an den Bürgerinnen und Bürgern zu erkennen, dass sie es trotz der Anschläge nicht hinnehmen müssen, sollte man sie weitergehend in ihren Rechten beschneiden wollen. Auch eine zunehmende Aufweichung des Informantenschutzes und der Pressefreiheit ist nicht auszuschließen, sollte man den Brandanschlag entsprechend medial aufbereiten und Angst in der Bevölkerung schüren. Praktisch ist in diesem Zusammenhang natürlich auch, dass dabei eklatante Vorfälle wie der unrechtmäßige Einsatz des Bundestrojaners schnell in Vergessenheit geraten.
Text-Quellen: focus.de focus.de Hamburger Abendblatt indymedia sueddeutsche.de
Lars Sobiraj am Mittwoch, 12.10.2011 08:35 Uhr
Man nimmt ein paar billige PET-Flaschen und legt sie vor den Eingang der EZB. Ein alter Wecker dazu und einen Draht reinstecken und das Sonderkommando rückt an. :T :D Und wieso willst du dich selbst exponieren? Heute followed man ein par hundert Leuten in der Hoff ...
Ich bin schockiert, dass es immer wieder einzelne Idioten gibt die das Leben von anderen gefährden wollen. Ob da nun wer Autos anzündet oder Brandsätze an Schienen legt... es bleiben schlicht weg Idioten die man aus dem Verkehr ziehen sollte... Hast Du Dir schonmal über ...
Das ganze Thema hat mich natürlich nicht ganz kalt gelassen. Jedoch finde ich die Diskussion die BILD und auch N-TV da voran treiben wieder völlig überzogen "Fürchten sie nun eine Welle von neuem Linksterrorismus?" - NEIN! NEIN! Ich fürchte keine Welle von irgendwelchem Terrorismus. Wieso link ...
Kann mir mal jemand sagen, wie die beiden Bilder zusammen passen? 1. Bulle legt "Atomsplitterbombe" ins Gleisbett (mit bloßen Händen!) 2. Bulle in Sprengstoffanzug holt mit Müllzange "Atomsplitterbombe" aus dem Gleisbett. ...
Das wäre doch was für die Demo in Frankfurt. Man nimmt ein paar billige PET-Flaschen und legt sie vor den Eingang der EZB. Ein alter Wecker dazu und einen Draht reinstecken und das Sonderkommando rückt an. :T :D ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
Kämpfe als Held in diesem einzigartigen Fantasy Game. Viele Gefahren und Abenteuer erwarten dich!
spielen
Erschaffe deine eigene Insel und erobere die Welt. Krieg oder Wachstum - deine Strategie entscheidet!
spielen
Werde Gladiator und kämpfe im antiken Zeitalter um Ruhm und Ehre. Gehe Bündnisse mit anderen Spielern ein und kämpft gemeinsam gegen die schrecklichen Barbaren.
spielen
Ziehe als einsamer Waldläufer oder an der Seite von Kampfgefährten in einem Fantasy-Spiel von Abenteuer zu Abenteuer.
spielen
Tritt gegen legendären Samurai aus Japan des 19. Jahrhundert an und werde der gefürchtetste aller Samurai.
spielen
Tritt in eine epische Schlacht zwischen Werwölfen und Vampiren, in der nur die Stärksten überleben werden, ein.
spielen