
Der Bundestrojaner
Eigentlich müsste man den Entwicklern des Trojaners schon fast dankbar sein. Dankbar dafür, dass Sie so einen Schund programmierten, dass es ein Leichtes war, den Trojaner zu finden und auseinander zu nehmen, weil die Selbstzerstörungsfunktion versagte. Ich kann mich darüber aber nicht wirklich freuen. Natürlich ist es schön, dass der CCC solche Sachen nicht durchgehen lässt und den Mächtigen auf die Finger schaut, aber es bleibt der schlechte Beigeschmack, systematisch belogen worden zu sein.
"Niemand hat die Absicht, Schadcode nachzuladen"
Was mich vor allem stört ist die Tatsache, über so vieles im Unklaren zu sein. Wenn ein Bundestrojaner eingesetzt wird, dann ist das eine Sache. Darüber kann man - und sollte man sogar - streiten. Das heißt zwar noch lange nicht, dass das in Ordnung ist, aber wenigstens ist der Bürger aufgeklärt. Wenn hinter seinem Rücken allerdings offenbar systematisch weitere Funktionen hinzugefügt werden, die mit der eigentlichen Aufgabe nichts zu tun haben und sogar den verfassungsrechtlichen Rahmen sprengen, dann ist das ein ganz anderes Kaliber. Jeder kann stutzig werden und sich die Frage stellen, warum ein Trojaner, der ja eigentlich nur die Aufgabe des Schnüffelns hat, auf einmal beliebige Dateien verändern oder neue hinzufügen kann. Hier wurde bewusst gegen den Rahmen verstoßen, den das Verfassungsgericht festgesetzt hatte.
Interessant wird es jetzt, wie wohl die Reaktionen der Politiker darauf ausfallen werden. Ob der CCC kritisiert wird, weil er (illegal?) Daten angenommen hat? Wird es eine Hausdurchsuchung geben, um die Quellen zu ermitteln? Die unwahrscheinlichste Möglichkeit wäre, dass die Verantwortlichen ihre Schuld eingestehen und freiwillig zurücktreten. Davon abgesehen kann ich mir fast alles vorstellen.
Scheinheilig ist auch, dass es in Deutschland viele Diskussionen um Facebook gibt, das die IP-Adressen in den USA speichert und vermutlich dazu benutzt, die Welt zu versklaven, der Bundestrojaner aber seine gesammelten Daten ebenfalls exportiert.
Dass die deutsche Exekutive aber sich nicht besonders gerne zu ihren Taten bekennt, wird auch aus dem Schreiben des Bayrischen Justizministeriums deutlich. Bei der Kostenevaluierung für das Abhören von Skype-Telefonaten ist ein Posten "Das Anmieten von zwei Proxyservern zur Verschleierung der eigenen IP-Adresse".
Was wohl die lieben Herren Uhl und Friedrich dazu sagen werden? Wie verträgt sich das mit ihrer Forderung nach weniger Anonymität beziehungsweise Pseudonymität im Netz?
Auch die Polizei sollte lieber mit "offenem Visier argumentieren".
Robert Clausen am Sonntag, 09.10.2011 16:25 Uhr
Warum gibt es überhaupt Programmierern die bereit sind solche Software zu schreiben. Money money money.. - Für Geld kannst du alles haben. ...
" Dem Chaos Computer Club (CCC) wurde Schadsoftware zugespielt, deren Besitzer begründeten Anlaß zu der Vermutung hatten, daß es sich möglicherweise um einen „Bundestrojaner“ handeln könnte" Aber ob es nun stimmt, weiß keiner ...
und am ende ist das dingen gar nicht so unheimlich heimlich. unter zuhilfenahme modernster betriebsysteme enttarnt sich der trojaner ganz von selbst: Bundestrojaner.exe hat einen Fehler verursacht. :rolleyes::D wie wurde denn die authentizität des angeblichen bundestrojaners nachgew ...
Dass die deutsche Exekutive aber sich nicht besonders gerne zu ihren Taten bekennt, wird auch aus dem Schreiben des Bayrischen Justizministeriums deutlich wird. Bei der Kostenevaluierung für das Abhören von Skype-Telefonaten ist ein Posten "Das Anmieten von zwei Proxyservern zur Verschleier ...
Was ich nicht verstehe: Was genau hat der CCC da gehackt und analysiert? Der CCC hat den Client (in mehreren Versionen) zugespielt bekommen. Zudem steht im klartext die server ip des c&c servers FEST in der datei. ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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