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US-Geheimdienst will Zukunft mittels Social-Media-Daten vorhersagen

Social Media aus Sicht der Geheimdienste

Social Media aus Sicht der Geheimdienste

Die Intelligence Advanced Research Projects Activity (IARPA) will die frei zugänglichen Daten aus Internetdiensten wie Twitter, Facebook oder Wikipedia, von Blogs und auch von öffentlichen Webcams sammeln und analysieren. Ziel dieses Projekts ist es, mittels der Daten mögliche politische Ereignisse wie etwa soziale Unruhen vorherzusagen.

Es klingt fast wie der Anfang einer Kurzgeschichte von Philip K. Dick. Eine Organisation, die IARPA, gegründet von der amerikanischen National Security Agency (NSA), will versuchen, größere politsche und auch wirtschaftliche Ereignisse vorherzusagen. Das Mittel, um dieses Ziel umzusetzen, sind jedoch nicht drei bemitleidenswerte Individuen in Glastanks, sondern frei verfügbare Daten aus dem Internet.

Was auf den ersten Blick etwas absurd klingt, hat jedoch durchaus einen ernsten Hintergrund. So hatten soziale Netzwerkdienste wie zum Beispiel Twitter und Facebook eine nicht zu unterschätzende Rolle bei den bisherigen Revolutionen des Arabischen Frühlings gespielt. Mittels solcher Dienste wurden Demonstrationen organisiert und Informationen aus den jeweiligen Ländern verbreitet, die durch herkömmliche Medien nicht zu erhalten waren.

Es gibt zwar bereits andere Projekte, bei denen versucht wird, mögliche politische Vorfälle zu prognostizieren, aber das "Open Source Indicators"-Programm (OSI) ist das erste, das hierzu auch Daten aus der Social Media verwenden will. Der Gedanke, der dem gesamten Projekt zugrunde liegt, ist der, dass sich größere soziale Umwälzungen schon recht früh durch Indikatoren ankündigen, die in den sozialen Netzwerken auftauchen. "Einige dieser Veränderungen könnten indirekt durch öffentlich zugängliche Daten überwachbar sein, wie etwa Web Search Queries, Blogs, Micro-Blogs, Internet Traffic, Finanzmärkte, Verkehrswebcams, Wikipediaeinträge und viele andere," so eine Ankündigung von 25. August. "Veröffentlichte Untersuchungen haben herausgefunden, dass einige dieser Datenquellen in Einzelfällen bei der Früherkennung von Ereignissen wie etwa Krankheitsausbrüchen, politischen Krisen und makroökonomischen Trends nützlich sind."

Die IARPA definiert dabei öffentliche Daten als "gesetzmäßig beschaffte Daten, die jedem Mitglied der allgemeinen Öffentlichkeit zugänglich sind, eingeschlossen durch Kauf, Bestellung oder Anmeldung".

Bild-Quellen: Pogrebnoj-Alexandroff under: CC-BY-SA

Text-Quellen: wired.com

Christian Maxheimer am Mittwoch, 07.09.2011 17:37 Uhr

Tags: microblog nsa zukunft social media iarpa blog

vgwort
 
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11 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • PausErich am 08.09.2011 14:18:42

    Die Zukunftsvorhersage aus dem Kaffeesatz hat gegenüber dieser Methode den Vorteil, daß sie weniger rückgekoppelt und deshalb immanent auch nicht so unsicher ist. ...

  • Version1 am 07.09.2011 22:03:39

    einerseits faszinierend andererseits trau ich denen keinen meter über den weg, weder was die daten angeht die sie so auswerten noch wozu sie diese nutzen. von "vorhersagen" zu "zerschlagen" ist es vermutlich nur ein sehr, sehr kleiner schritt. ...

  • simzep am 07.09.2011 21:43:01

    Können die mir dann mal die Lottozahlen von nächster Woche zuschicken? ...

  • Affenart am 07.09.2011 21:24:53

    Wo ist das Problem? Freie Daten. Freie Nutzung. Kein Problem! Ich nutze auch jegliche Dienste wie topsy oder twittervision.com, um mir ein Bild zu machen. Letztlich ist es Gezwitscher! Was aber auch in der Masse machtvoll sein kann :D Die Tendenz der IARPA geht i ...

  • mein_wahres_ich am 07.09.2011 20:58:25

    ein schritt in richtung minority report...ein hoch auf die geistigen ergüsse der amis :rolleyes: ...

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