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In einer ersten, kurzen Stellungnahme erklärte WikiLeaks: "Ein Guardian-Journalist hat, in einem bisher unentdeckten Akt der groben Fahrlässigkeit oder Böswilligkeit und unter Missachtung eins von ihm unterschriebenen Sicherheits-Vertrags mit Guardian-Chefredakteur Alan Rusbridger, streng geheime Passwörter zum Entschlüsseln des gesamten, unredigierten WikiLeaks-Cablegate-Archivs veröffentlicht." Man deutete an, man habe mit dem Außenministerium Kontakt aufgenommen und erwäge, die Verantwortlichen zu verklagen.
Wenige Stunden später folgte eine zweite, ausführlichere Stellungnahme. Darin heißt es, das Wissen um die Veröffentlichung der Information durch den Guardian habe sich seit Monaten verbreitet. Letzte Woche aber habe es "eine kritische Masse erreicht". In dem bislang unveröffentlichten Material seien über 100.000 als geheim eingestufte, nicht redigierte Cables enthalten, die von Medien und Menschenrechtsorganisationen analysiert worden seien. Das Passwort soll aus einem von David Leigh verfassten Buch hervorgehen, aus dem WikiLeaks auch den entsprechenden Ausschnitt zitiert.
Im vergangenen Monat sei WikiLeaks in der "nicht beneidenswerten Position" gewesen, die Vorgänge nicht kommentieren zu können, da man damit die Aufmerksamkeit auf das Guardian-Buch und die darin enthaltenen Passwörter gelenkt hätte. Vor zwei Wochen hatte sich die Information über Leighs Buch bis zu den Redakteuren der Wochenzeitung "Der Freitag" herumgesprochen, die beinahe den Hinweis auf Leighs Buch veröffentlicht hätten. WikiLeaks habe dies allerdings im letzten Moment durch ein Telefonat mit dem zuständigen Redakteur verhindert. Gleichzeitig habe die Whistleblowing-Plattform ihre Anwälte damit beauftragt, diejenigen, die mit böser Absicht entsprechende Informationen verbreitete, zum Aufhören zu bewegen.
Man habe außerdem zahlreiche Dokumente eher als geplant veröffentlicht, um einen möglichst großen Teil der Informationen "den Journalisten und Menschenrechts-Anwälten in die Hand zu geben, die sie brauchten". Dies erklärt die große Menge kürzlich veröffentlichter Cables. Diese unterlagen bis auf einige Cables aus Australien und Schweden sowie "wenige andere, die von unseren Partnern zur planmäßigen Veröffentlichung vorgesehen waren" nur der niedrigsten Geheimhaltungsstufe "unclassified". Zudem habe man Kontakt mit Menschenrechtsorganisationen sowie der US-Botschaft in London aufgenommen, um den möglicherweise angerichteten Schaden zu begrenzen.
Mittlerweile verbreiten sich der Name der fraglichen Datei und das zugehörige Passwort immer rasanter im Internet, unter anderem über den Kurznachrichten-Dienst Twitter. Die Verbreitung dürfte nicht mehr aufzuhalten sein. Nun, da die Verbindung ohnehin öffentlich bekannt sei, könne man Stellung nehmen und schildern, was man weiterhin vorhabe, erklärt WikiLeaks. Man plane, den Guardian sowie "eine Person in Deutschland, die die Guardian-Passwörter verteilte, um sich selbst einen Vorteil zu verschaffen" zu verklagen. Über die Identität letzterer Person kann nur gemutmaßt werden.
Die Veröffentlichung des Passworts durch den Guardian verletze ein zwischen WikiLeaks und Guardian-Chefredakteur Alan Rusbridger geschlossenes Geheimhaltungs-Abkommen, erklären die Aktivisten. Angeblich verletzte der Guardian bereits zuvor mehrmals die aufgestellten Sicherheitsregeln.
WikiLeaks erklärt in der Stellungnahme auch den Prozess, anhand dessen Cables verteilt und redigiert werden. Man habe sich sehr viel Mühe gegeben und trage eine große Verantwortung. Die "Verantwortungslosigkeit" des Guardians habe entsprechende Bemühungen nun kompromittiert.
Die Folgen des Leaks können erheblich sein. WikiLeaks warnt in seiner Stellungnahme davor, dass Revolutionen oder Reformen womöglich nicht stattfinden würden, weil Geheimdienste und Regierungen vor der Öffentlichkeit von den Inhalten der Cables erführen. Ebenso ist es natürlich auch denkbar, dass Informanten durch die Veröffentlichung der nicht redigierten Cables gefunden werden könnten.
David Leigh bestreitet bislang die erhobenen Vorwürfe. Auf Twitter erklärte der Journalist, der "Mangel an Sicherheit" sei allein die Sache von WikiLeaks und der Guardian habe nie Zugriff auf die fragliche Datei gehabt. Assanges Behauptungen seien lediglich "Unsinn" und "Lügen".
Update 1 (3:29 Uhr):
Update 2 (04:42 Uhr):
In einem Test von gulli:News gelang es, die fragliche Datei mit Hilfe von im Internet verfügbaren Informationen zu lokalisieren, herunterzuladen und zu entschlüsseln. Die Datei enthält tatsächlich ein Cablegate-Archiv. Ob dieses aber tatsächlich vollständig und unredigiert ist, lässt sich auf die Schnelle nicht überprüfen.
Update 3 (04:52 Uhr):
Wie aus einem von WikiLeaks veröffentlichten Schreiben hervorgeht, handelt es sich bei der erwähnten deutschen Person offenbar um OpenLeaks-Gründer Daniel Domscheit-Berg. Diesem wirft WikiLeaks vor, dem Freitag und anderen Publikationen Informationen über die unredigierten Cables zugespielt zu haben, um dem Ruf von WikiLeaks zu schaden. Beweise dafür, dass es tatsächlich Domscheit-Berg war, der die Journalisten auf die Datei und die Passphrase aufmerksam machte, lieferte WikiLeaks aber bislang nicht.
Danke an Killerhund aus dem gulli:board für den Hinweis.
Annika Kremer (g+) am Donnerstag, 01.09.2011 04:52 Uhr
Sorry, Noob-Frage: wenn ich "gpg.exe --decrypt z.gpg -o z.7z" eingebe, kriege ich die Meldung: "Aufruf: gpg --decrypt " Warum entschlüsselt der nicht? p.s.: klar, ich könnte es mir auch entpackt ziehen, aber ich habe Lust, das selbst zu machen... ...
*hust* https://www.wuala.com/Wikileakd https://www.wuala.com/WikiLeaks http://cryptome.org mfg ...
Wieso wird eigentlich nirgends erwähnt, dass DER FREITAG einer Medienpartner von OpenLoaks ist und dass ausgerechnet er die Story als erste Redaktion hochkocht einen recht eigennützigen Touch hat. Hunderte andere, u.a. jeder der einen Mirror hatte, hatten die passwort-gesicherte Datei, viele davon ...
Oder Tom Clancy lesen, dann kannst du das fast so weglesen. Ja, das funktioniert wirklich :D aber nicht mit den Filmen. ...
hmm Schlagwörter (handcuffed => irakische Familie mit Kleinkindern wird von US Soldaten getötet // rape: Jungs werden auf Hochzeiten in Indien oft Opfer von Gruppenvergewaltigungen etc), ansonsten gibts auf WL eine kleine Erläuterung zu den Cables an sich. Abkürzungen muss man googlen (ich hab mir d ...
Heutzutage ist die Internettelefonie neben Fest- und Mobilnetztelefonie immer gefragter. Per Internet zu kommunizieren ist nicht nur komfortabler und billiger, man ist zudem unabhängig von Tarifen, welche nur eine bestimmte Gesprächszeit günstig ermöglichen. Also wieso nicht auch Internet-Telefonie nutzen?
Lars Sobiraj am 14.05.2013, 13:52 Uhr
Der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags steht seit vielen Jahren den Bürgern und Gruppen für ihre Anliegen offen. Wir haben uns kürzlich mit einem der 80 Mitarbeiter des Hauses unterhalten. Da seit der Gründung nur sehr wenige Gesetzesänderungen durch Petitionen entstanden sind, wollen wir den Sinn dieser Institution hinterfragen. Dies ist vorerst der letzte Teil unserer Interview-Serie.
Lars Sobiraj am 12.05.2013, 12:51 Uhr
Wie ein 73-jährige Japaner beweist, kann man das am häufigsten benutzte Tabellenkalkulationsprogramm Microsoft Excel nicht nur für reguläre Berechnungen einsetzen. Tatsuo Horiuchi erstellt ausnahmslos seine traditionellen Gemälde mit Hilfe dieses Programms. Er arbeitet bereits seit 10 Jahren mit der Software und stellt seine Bilder in diversen Ausstellungen vor.