
Flagge von Estland
Die Spekulationen finden sich in einem kürzlich von WikiLeaks veröffentlichten "Cable" der US-Botschaft in Tallin vom Juni 2007. Darin berichtet ein Informant - dessen Name von WikiLeaks aus Gründen des Informantenschutzes redigiert wurde - von Spekulationen innerhalb der estnischen Regierung, dass Russland an der Infrastruktur des osteuropäischen Landes eine neue Cyberwaffe erprobt habe.
Zuerst sei man davon ausgegangen, dass es sich bei den Angriffen um Protestaktionen einer Reihe von Individuen handle, so der Informant. Dann sei man jedoch ins Grübeln geraten. Sich so viele Bots zu sichern, wie in diesen Attacken zum Einsatz kamen, war zum damaligen Zeitpunkt extrem kostspielig. Zudem habe man sich gefragt, wer von den Angriffen profitiere. Die "testende Natur" der Angriffe auf spezifische Regierungs- und strategisch wichtige privatwirtschaftliche Ziele unter Benutzung anonymer Proxies passe laut Einschätzung der estnischen Regierung "zum Modus Operandi des Putin-Regimes beim Test einer neuen 'Waffe'". Man sei daher zu dem Schluss gekommen, dass die ursprüngliche Einstufung der Angriffe als "Cyber-Ausschreitungen" ("cyber riot") womöglich inkorrekt sei.
Das Angriffsmuster lege den Schluss nahe, dass es eine kleine Kerngruppe von Individuen gab, die den Angriff eigentlich am 9. Mai 2007 habe durchführen wollen, erklärt der Informant. Man habe diesen dann jedoch auf den 27. April vorverlegt, um auf aktuelle Ereignisse - nämlich die Entfernung eines umstrittenen Kriegerdenkmals durch die estnische Regierung, die von den Russen als Provokation verstanden wurde - zu reagieren. Die Angriffe seien technisch äußerst hochentwickelt gewesen und mit Hilfe russisch-sprachiger Diskussionsforen organisiert worden. Spätere IT-forensische Untersuchungen durch estnische Behörden hätten seien daher zu dem Schluss gekommen, dass gezielte Angriffe lediglich als spontane Protestaktion ausgegeben worden seien. "Man erwartet nicht von spontanen, populistischen Cyber-Angriffen, dass sie eine zuvor festgelegte Liste von Zielen und präzisen Angriffszeitpunkten haben," erklärte der Informant.
Endgültige Beweise für oder gegen diese Theorie gibt es bis heute nicht. Wie so oft im Internet sind die tatsächlichen Verantwortlichen kaum festzustellen. Das Cable zeigt jedoch, dass auch im Bereich des "Cyber War" offenbar viele Dinge geschehen und diskutiert werden, von denen die Öffentlichkeit wenig mitbekommt.
Annika Kremer am Freitag, 26.08.2011 16:08 Uhr
warum haben die nich einfach die angreifenden ips geblockt ? Estland ist von der russischen Infrastruktur abhängig, wenn die Angriffe über Petersburg reinkommen können sie nicht einfach grobschlächtig zumachen. Um beim Traffic mit einem der bzw. dem wichtigste ...
Du solltest den Artikel besser nochmal durchlesen. Es wird vermutet, dass es eine kleine Kerngruppe von Individuen war. Die haben auch selber gesagt, dass sie nicht nur DDOS Angriffe genutzt haben, sondern auch einige Schwachstellen. ...
Es hat sich doch eine Hackergruppe junger Russen zu dem Angriff bekannt, die den Angriff im Auftrag der russischen Regierung durchgeführt haben. Ist das nicht allgemein bekannt? Das hab ich jedenfalls in einer Reportage gesehen. Es wurde ein großes Botnetz für den Angriff ...
Es hat sich doch eine Hackergruppe junger Russen zu dem Angriff bekannt, die den Angriff im Auftrag der russischen Regierung durchgeführt haben. Ist das nicht allgemein bekannt? Das hab ich jedenfalls in einer Reportage gesehen. Es wurde ein großes Botnetz für den Angriff benutzt, deshalb konnte ...
Möglicherweise waren die Server so überlastet, dass die nichts mehr machen konnten. ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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