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Gelöschte Dokumente: Domscheit-Berg bestreitet WikiLeaks-Aussagen

Der Openleaks-Gründer und ehemalige WikiLeaks-Mitarbeiter Daniel Domscheit-Berg weist von WikiLeaks aufgestellte Behauptungen über eine Reihe von ihm bei seinem WikiLeaks-Ausstieg mitgenommener und nun angeblich gelöschter Geheimdokumente zurück. WikiLeaks übertreibe die Wichtigkeit der Dokumente, um Openleaks in den Augen der Öffentlichkeit schlechter dastehen zu lassen, so Domscheit-Berg.

WikiLeaks hatte in einer Reihe von Tweets Angaben darüber gemacht, was angeblich in dem gelöschten Datenpaket enthalten sei. Demnach soll Domscheit-Berg unter anderem eine Reihe von NPD-E-Mails, interne Daten der Bank of America, die US-amerikanische "No-Fly List" sowie ein Video von US-Kriegsverbrechen in Afghanistan vernichtet haben. Domscheit-Berg widerspricht dieser Darstellung jedoch. In einer E-Mail an das Technologie-Magazin Wired erklärte der Openleaks-Gründer, WikiLeaks-Chef Julian Assange habe gewusst, welche Dateien eingereicht worden seien, und habe die wertvollsten davon herausgezogen. "Er behauptet einfach alle möglichen Sachen, die nicht wahr sind," wirft Domscheit-Berg Assange vor. Assanges Äußerungen seien "falsch und irreführend". Einige der Daten - darunter die der Bank of America - habe er niemals besessen, andere seien weitaus weniger bedeutsam, als Assange es suggeriere. So sei etwa die besagte "No-Fly List" zum Zeitpunkt der Einreichung bereits im Internet verfügbar gewesen.

Domscheit-Bergs Erklärung gegenüber dem Nachrichten-Magazin "Der Spiegel", er habe die rund 3500 von ihm damals mitgenommenen Dokumente gelöscht, sorgte in der Netzgemeinde für äußerst kontroverse Reaktionen. Domscheit-Berg erklärte, ihm gehe es um den Quellenschutz, da die Daten - und somit die Identitäten der Informanten - bei WikiLeaks nicht sicher seien. Kritiker werfen dem OpenLeaks-Gründer dagegen Verrat an der Sache der Whistleblower vor. Vereinzelt hieß es sogar, Domscheit-Berg stehe womöglich auf der Gehaltsliste der Geheimdienste, oder seine Aktion wurde mit "Bücherverbrennungen" verglichen. Der Konflikt zwischen den beiden Whistleblowing-Plattformen und ihren Gründern scheint momentan immer mehr zu eskalieren.

 

Text-Quellen: Wired Threat Level

Annika Kremer (g+) am Mittwoch, 24.08.2011 14:57 Uhr

Tags: whistleblowing julian assange wikileaks openleaks daniel domscheit-berg

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13 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Sannea am 25.08.2011 10:46:16

    Vielleicht interessiert das ja jemanden - offenbar hat die Frau Daten übergeben: http://nothingispermanent.blogspot.com/2011/08/open-letter.html ...

  • nefu01 am 25.08.2011 02:17:23

    Herr Domscheidt kam mir schon immer etwas suspekt vor. In keinem Zusammenhang kann ich mich erinnern, dass er iwie überzeugend rüberkam oder iwas geleistet hätte. Immer nur "böses Wikileaks, böser Assange, ich mach es besser" aber Open Leaks is schon seit über einem Jahr "in Arbeit". Domsche ...

  • GBK666 am 25.08.2011 00:01:59

    Kommt mir vor als wurde er "umgedreht" In den letzten Monaten hat wohl niemand dem Whistleblowing an sich so sehr geschadet wie dieser einzelne Mann. ...

  • Annika_Kremer am 24.08.2011 17:56:07

    @Annika_Kremer Bringt ihr noch was zu den aktuellen Sachen von Wikileaks? Immerhin haben die heute 35000 Cables rausgebracht, bzw. es sollten insgesamt 55000 sein. Das fühlt sich irgendwie n bisschen so an, als ständen sie unter Druck, zumal sie angeblich unter DDOS steh ...

  • Killerhund am 24.08.2011 17:39:02

    @Annika_Kremer Bringt ihr noch was zu den aktuellen Sachen von Wikileaks? Immerhin haben die heute 35000 Cables rausgebracht, bzw. es sollten insgesamt 55000 sein. Das fühlt sich irgendwie n bisschen so an, als ständen sie unter Druck, zumal sie angeblich unter DDOS stehen und deren Californian DN ...

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