
Meldung bei zahlreichen Videos
Der Streit zwischen dem Videoportal YouTube und der deutschen Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA) hält weiter an. Die deutsche Vereinigung weigert sich offenbar vehement, dem Google-Unternehmen die nötigen Rechte einzuräumen, um bestimmte Musiktitel in Deutschland zeigen zu dürfen. Das Resultat ist vielen YouTube-Nutzern hierzulande sicherlich bekannt. Beim Klick auf ein entsprechendes Musikvideo ist nur die Meldung „Leider ist dieses Video […] in Deutschland nicht verfügbar, da die GEMA die Verlagsrechte hieran nicht eingeräumt hat.“ zu lesen. Das sorgt nicht nur für Frust bei den Nutzern, die das fragliche Stück gerne auf der Internetseite anhören möchten. Auch die Platten-Labels von Sony Music und Universal Music sind mit der konservativen GEMA schwer unzufrieden.
Gegenüber dem SPIEGEL bezogen die Deutschland-Chefs der beiden Unternehmen eindeutig Stellung zu dem Streit zwischen YouTube und der deutschen Gesellschaft. Denn in den Verhandlungen zwischen den beiden Parteien herrscht aktuell absoluter Stillstand. Die GEMA verlangt für das Zeigen eines Musiktitels in Deutschland pro Videoaufruf 13 Cent. Dieser Betrag – so klein er auch klingen mag – ist durch simple Werbeeinnahmen vor dem fraglichen Video oder auf der Seite des Portals kaum aufzubringen. Für 1000 Konsumenten müsste YouTube demnach 130 Euro berappen, was jedoch die durchschnittlichen Werbeeinnahmen um Längen übersteigt. Zur heutigen Zeit kann man bei dieser Besucherzahl mit nur rund 20 bis 25 Euro rechnen. Zwar ist Google bereit mit der GEMA in Verhandlungen zu gehen, allerdings verklagte die deutsche Vereinigung den amerikanischen Konzern, statt sich mit ihm an einem Tisch zu setzen. Unter diesen Bedingungen verweigert YouTube allen Anschein nach weitere Gespräche.
Der deutsche Chef von Sony Music Edgar Berger verliert langsam die Geduld. "Alles muss durch ein Nadelöhr, den Gema-Aufsichtsrat. Einige Mitglieder scheinen noch nicht im digitalen Zeitalter angekommen zu sein“, klagte er gegenüber dem Spiegel. Denn durch die ablehnende Haltung gingen sowohl den Labels als auch den Künstlern Millionen von Einnahmen durch die Lappen. Nichtsdestotrotz gebe es bei der GEMA unverständlicherweise „offenbar kein Interesse daran, werbefinanzierte Musik-Streamingdienste wie Vevo, YouTube und Spotify in Deutschland zuzulassen“, so Berger. Für den Geschäftsmann ist Deutschland „im digitalen Musikmarkt ein Entwicklungsland - und ein wesentlicher Grund dafür ist die Haltung der Gema“. Er gibt zu bedenken, dass in Italien, Spanien und Polen die zuständigen Gesellschaften wesentlich kooperativer seien, da dort erst kürzlich Lizenzvereinbarungen mit YouTube getroffen wurden.
Auch Universal-Music-Chef Frank Briegmann versteht die Haltung der GEMA nicht. Seiner Meinung nach, ist es unverständlich warum die Videoplattform sich mit der Gesellschaft nicht einigen kann. "Wir kennen die Details der Verhandlungen zwar nicht, aber was an Preislisten von der Gema veröffentlicht wurde, ist schlicht unrealistisch.", erklärt er. Die GEMA soll dem digitalen Markt eine Chance geben. "Dann muss man sehen, wie sich das entwickelt, und die Vergütung der Künstler gegebenenfalls nach oben korrigieren."
Die GEMA selbst dementiert eine mutmaßliche Blockadehaltung. Man habe sich mit YouTube noch auf kein Nutzungsmodell einigen können. Allerdings seien genaue Informationen über den Streit nicht für Öffentlichkeit gedacht, da beide Seiten eine Stillschweigevereinbarung getroffen haben.
Wie es mit der Auseinandersetzung weitergeht steht wohl noch in den Sternen. Bislang werden deutsche Internetnutzer bei dem Versuch einen entsprechenden Titel auf YouTube anzuhören weiterhin mit der oben beschriebenen Meldung abgespeist.
Nach eigenen Angaben hat YouTube weltweit bereits 20 Vereinbarungen mit Verwertungsgesellschaften für 33 Länder getroffen. Dort können die Anwender das Musikangebot der Plattform weitgehend uneingeschränkt nutzen.
Bild-Quellen: youtube
Text-Quellen: spiegel
Julian Wolf am Freitag, 17.06.2011 12:43 Uhr
@Metal_Warrior: sehr gut, wirklich sehr gut. Zeigt aber auch wiederum sehr gut, wie gering das Handwerk mancherorts geschätzt wird, dass es so abgetan wird. Ich möchte noch ergänzen: habe oben ja bereits angeführt, dass es schon Musik gab, bevor es die Möglichkeit gab, Musik in Dosen (sprich T ...
Wow! Ich dachte immer, Probleme a la "Der gewünschte Content ist in ihrem Land nicht verfügbar." kämen ausschließlich von den Rechteinhabern... Wieder was gelernt... Damit wäre dann auch der GEMA endgültig ein Platz auf meiner Idiotenliste sicher... ...
Denn ein Handwerker bekommt für die eigentliche Arbeit Geld. Für die eigentliche Arbeit ein Lied zu produzieren bekommt man aber kein Geld. Ahja. Der Schreiner stellt sich also deiner Meinung nach hin vor das Holzbrett, packt wild entschlossen Säge und Hammer ...
Für die eigentliche Arbeit ein Lied zu produzieren bekommt man aber kein Geld. Man kann jeden Tag 30 super Lieder produzieren, aber wenn man sie nicht verkaufen kann, dann verdient man schlicht nichts. Wie sollen Musiker also leben? Musiker zu sein ist ein ganz normaler B ...
Das ist zum Glück nur deine Meinung und stimmt nicht. (Puh) Du kannst ja mal eine Sinnvolle alternative vorstellen, wie man als Musiker sonst überleben sollte? Die ganzen "Vergleiche" mit Handwerkern die nur einmal Geld für eine Arbeit bekommen funktionieren nicht. Denn ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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