
Anonymous (Logo)
Wie der anonym auftretende Aktivist berichtet, gibt es verschiedene Gründe für die meist jungen Anons, sich dem lose organisierten Kollektiv anzuschließen. "Einige Mitglieder sind politisch motiviert und wollen die Welt verändern, andere die Freiheit des Internets verteidigen. Es gibt auch Leute, die es einfach nur cool finden, Teil von Anonymous zu sein. Die sind aber nie lange dabei," sagt er. Im Wesentlichen seien den Anons zwei Dinge wichtig: "Es geht ihnen darum, die Freiheit zu verteidigen, also Meinungs-, Presse- und Informationsfreiheit. Und mit Anonymous können viele ihrer eigenen Stimme mehr Kraft geben. Allein auf der Straße kann man nicht viel unternehmen, aber als Gemeinschaft schon."
Darin, dass die Anons nicht mit ihrem Namen und ihrem Gesicht hinter ihren Aktionen stehen, sieht der Anon kein großes Problem. "Der Wahrheitsgehalt von Informationen hängt nicht davon ab, ob sie von einer rechtmäßig gewählten Kanzlerin oder von einem drogenabhängigen Obdachlosen stammen. Und: Anonymität schützt auch die Person, die ihre freie Meinung äußert," ist er überzeugt. Den durch die Anonymität gebotenen Schutz hält er auch in Deutschland durchaus für notwendig. "Wer heute Lötkolben und Grillanzünder kauft, macht sich ja schon verdächtig. Menschen werden ohne Grund durchsucht, es gibt gedankenlose Abhörmaßnahmen, staatliche Spähprogramme auf privaten Computern. Heute wird mehr kontrolliert als vor ein paar Jahren. Es gibt immer mehr Regeln und Gesetze, und man muss den Drang dazu etwas bremsen. Wer überwacht die Überwacher und die Medien? Zensur und Kontrolle wachsen, und in Fersehen und Radio wird oft nur noch die Hälfte der Informationen veröffentlicht, und die meistens noch verdreht," so die eher pessimistische Einschätzung des Anons.
Dass Anonymous lediglich Angriffe auf IT-Systeme durchführt, statt auf friedlicherem Wege für geselllschaftliche Veränderungen einzutreten, stimmt nach Ansicht des Aktivisten nicht. "Eigentlich führen wir sehr viele Gespräche. Nur wissen die meisten nicht, wann sie ein Mitglied von Anonymous vor sich haben," sagt er. Auch parallel zu vielen Aktionen gebe es umfassende Aufklärungskampagnen. Dies werde aber von den Medien oftmals nicht ausreichend gewürdigt.
Die von den Aktivisten häufig durchgeführten DDoS-Attacken seien "nichts anderes als eine Sitzblockade", so der Anon. Trotzdem gelten diese Angriffe nach deutschem Recht als Computersabotage und sind mit einer Geldstrafe oder gar einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren bedroht. "Gerade im Netz beweisen viele Politiker immer wieder Unkenntnis, und das schlägt sich in weltfremden Gesetzen nieder," kritisiert der Anon. Trotzdem hält er am Vorgehen von Anonymous fest: "Sicherlich bietet das Ignorieren oder Über-Gesetze-Hinwegsetzen Angriffsfläche für Kritiker. Für uns ist es aber moralisches Handeln. Und: Jedes Anonymous-Mitglied kann frei entscheiden, ob es sich an solchen Attacken beteiligen will."
Die Anons identifizieren sich gegenseitig anhand ihrer Nicknames. Die Planung einer Aktion sieht dabei folgendermaßen aus: "Jemand schlägt im Chat ein Thema vor, zum Beispiel dass er es ungerecht findet, wie Sony mit Kunden oder Hackern umgeht. Danach folgen Vorschläge, was zu tun ist, und wir einigen uns auf eine Aktion, ein Projekt, eine Operation. Es ist uns sehr wichtig, dass sich jeder eine eigene Meinung bildet, um dann zu entscheiden: Mache ich mit oder nicht? So kann jeder nach bestem Gewissen handeln."
Ein Problem für Anonymous - wie für andere Gruppen von Hackern und Hacktivisten - ist die mögliche Unterwanderung durch Polizei und Geheimdienste. Erst kürzlich berichtete das Hacker-Magazin "2600", dass in den USA bereits rund jeder vierte Hacker zum Behörden-Spitzel geworden sei (gulli:News berichtete). Bei Recherchen zu diesem Thema stellte sich auch Anonymous als Ziel von Infiltrationsbemühungen des FBI heraus. Der anonyme Aktivist sieht dieses Risiko aber eher gelassen: "Wir stehen für Freiheit. Von uns aus kann sich jeder in unseren Chats rumtreiben, den ganzen Tag lang. Es gibt kein Netz, keine Gesellschaft, keinen Geist, der zu 100 Prozent sicher ist. Menschen können manipuliert und verärgert werden, sie können ihre Meinungen ändern. Dadurch ist es natürlich einfach, Anonymous zu infiltrieren. Es gibt im Kollektiv aber erstens ein grundsätzliches Misstrauen, wir bleiben auch untereinander anonym. Und zweitens: Wenn tatsächlich jemand das Kollektiv selbst aushebeln will, was auch schon passiert ist, ergibt das einen Selbstreinigungsprozess. Dann überarbeiten wir unsere Strukturen, und alles stellt sich neu auf."
Momentan, so der Anon, sei Anonymous vor allem gegen die Atomkraft engagiert: "Es geht nach der Atomkatastrophe in Japan bei uns zurzeit vor allem um die "Operation GreenRights". Die wendet sich gegen Konzerne, die ihr Geld mit Atomkraft verdienen. Soweit ich weiß, unterstützt Anonymous Demonstrationen. Es gibt auch diverse DDoS-Attacken, die mit dieser Operation in Zusammenhang gebracht werden." Daneben werden aber auch andere politische Ziele verfolgt: "Anonymous unterstützt die Proteste gegen die Regierung in Spanien und Aufständische in Ägypten, dem Iran oder Syrien. Einige Regierungen in den arabischen Ländern haben zuletzt das Netz abgeschaltet oder denken darüber nach. Wir halten da Kanäle offen, damit Informationen weiter nach außen dringen können."
Text-Quellen: 1 Live
Annika Kremer am Mittwoch, 08.06.2011 16:56 Uhr
Geil, musste ordentlich lachen. So absurd aber so wahr. Danke dafür, das heb ich mir auf. ...
Dabei ist es doch so einfach: :D http://s.gullipics.com/image/p/o/e/hq2x3b-jp2qdu-js79/img.gif ...
Anonymous wurde überhaupt nicht gegründet. Anonymous hat sich wenn überhaupt formiert. "Einfach passiert" triffts aber am besten. Genau. Blank aus dem Nichts :rolleyes: Natürlich wurde es gegründet. Irgendwer muss den Anstoß gegeben haben und auch heute noch ...
Anonymous wurde überhaupt nicht gegründet. Anonymous hat sich wenn überhaupt formiert. "Einfach passiert" triffts aber am besten. Meinst du nicht Lynchmeute 2.0 trifft es besser? Ich meine das ist nur die Version eines aufgebrachten Mobs mt Fackeln und Mistgabel ...
Ich habe das Interview schon auf 1live.de gelesen und muss sagen, es hat sich nicht gelohnt die Fragen zu den Antworten wegzulassen xD Auch eine einzelne Adverbialkonstruktion wegen dem reißerischen Klang raus zu nehmen und zum Titel zu erheben ist zwar noch nachvollziehbar, aber irgendwie abwegig, ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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