Bradley Manning
Der Guardian stellte kürzlich einen "investigativen Film" ins Netz, in dem Mannings angebliche psychische Probleme beleuchtet werden. Außerdem widmete man dem Thema einen Artikel. Darin wird ein ehemaliger Ausbilder Mannings von der Fort Leonard Wood Militärbasis zitiert, wo Manning im Jahr 2007 trainierte. Der anonyme Offizier berichtet dabei Dinge über Manning, die sich mit einem angeblich geleakten geheimen Militärdokument decken, dem zufolge Manning schwere psychische Probleme hatte und niemals auf einen Fronteinsatz hätte geschickt werden sollen.
Manning sei von seinen Kameraden einmal so fertig gemacht worden, dass er sich eingenässt habe, berichtet der Offizier. Zudem sei Manning mehrfach aggressiv geworden, habe Kameraden und Vorgesetzte angeschrien oder sogar mit Gegenständen geworfen. Schließlich habe der Psychologe festgestellt, dass Manning Schwierigkeiten habe, sich an das Leben im Militär anzupassen. Trotzdem sei Manning in den Irak versetzt worden. Dort habe man nach zwei Monaten sein Gewehr deaktiviert, um auszuschließen, dass er sich und andere gefährdet - diesen Teil der Geschichte bestätigt laut Guardian auch Mannings Verteidiger, David E. Coombs.
Der ungenannte, vom Guardian zitierte Zeuge formuliert seine Aussagen als Kritik an der Armee und ihrer Personalpolitik. Die US Army habe "versagt"; Manning hätte niemals in einen Fronteinsatz geschickt werden sollen, so der Offizier, der seinen Namen angeblich deswegen nicht nennen will, weil er befürchtet, dass seine Kollegen ihn für zu freundlich gegenüber Manning halten könnten. Manning sei in der Armee äußerst unbeliebt, so der Zeuge. Ebenso befürchtet er, für seine Kritik an der Militärführung in Schwierigkeiten zu kommen.
Auffällig ist allerdings, wie genau die Äußerungen des anonymen Zeugen - trotz ihrer Formulierung als Kritik an der Armee und Besorgnis gegenüber Manning - in die Agenda der US-Behörden passen. Unterstützer Mannings haben mehrfach und mit guten historischen Beispielen angemerkt, dass Whistleblower oder allgemein politisch missliebige Personen in der Vergangenheit immer wieder durch Infragestellen ihrer geistigen Gesundheit diskreditiert wurden. Eine Konzentration auf Mannings angebliche psychische Probleme - ob diese nun existieren oder nicht - könnte die dem Militäranalysten vorgeworfenen Taten als irrationalen Akt eines verwirrten Einzeltäters darstellen und somit ihrer politischen und moralischen Dimension im öffentlichen Bewusstsein komplett die Bedeutung rauben. Diese Lesart wäre für die Gegner Mannings durchaus attraktiv - und gerade von einem angeblichen "Armee-Kritiker" kommend besonders glaubwürdig.
Betrachtet man die im Internet verfügbaren Chatlogs zwischen Manning und dem Ex-Hacker Adrian Lamo als echt - und wer dies nicht tut, hat kaum eine Grundlage, eine Schuld Mannings für die geleakten Dokumente anzunehmen - kommt man nicht umhin, auch die darin von Manning vorgebrachten sozialen und politischen Argumente zur Kenntnis zu nehmen. Auf die Frage, was er sich von seinen Leaks erhoffe, sagte Manning dort "hoffentlich weltweite Diskussionen, Debatten und Reformen". Er wolle "dass Leute die Wahrheit sehen… unabhängig davon, wer sie sind… denn ohne Information kann man als Gesellschaft keine informierten Entscheidungen treffen", soll Manning laut diesen Logs geschrieben haben. Die Regierungsdokumente seien "öffentliche Daten" und "Informationen sollten frei sein", um dem öffentlichen Wohlergehen zu nutzen.
Diese mutmaßlichen Äußerungen Mannings passen kaum zu dem Bild, das viele Medien momentan von ihm zeichnen. Sie legen vielmehr nahe, dass Manning sich Gedanken über politische Fragen gemacht hat und dass die ihm zur Last gelegten Taten - falls er sie tatsächlich begangen hat - in diesem Kontext zu sehen sind.
Medienberichte wie der des Guardian sind somit kritisch zu betrachten. Der Wahrheitsgehalt lässt sich kaum überprüfen - aber zumindest sollte man im Hinterkopf behalten, wer von der Betonung bestimmter Theorien und dem Verschweigen anderer Theorien einen Vorteil haben könnte.
Annika Kremer (g+) am Samstag, 28.05.2011 12:57 Uhr
Gewehr deaktiviert? Wie und warum denn das? Sollte die Waffe auf Einsätzen noch als Attrappe dienen? Oder wurde das heimlich gemacht? Er war Analyst... kein Frontsoldat. Er hat das Lager mit ziemlicher Sicherheit nie verlassen. also brauchte er eigentlich auch kein ...
Ein dummer Fehler meinerseits. Ich habe das im Portal schon länger geändert, aber das Forum noch nicht editiert. ...
Im Teaser wird der britische "Guardian" als US-Zeitung betitelt. ...
Gewehr deaktiviert? Wie und warum denn das? Sollte die Waffe auf Einsätzen noch als Attrappe dienen? Oder wurde das heimlich gemacht? So oder so schon fast ein Todesurteil. Die US Regierung wird sich im Nachhinein bestimmt ärgern, ihn nicht noch direkt in ne Uniform mit aufgemaltem Fadenkreuz in L ...
Manning mental instabil? Bin ich der einzige, der jetzt einen "Selbst"mord Mannings seiner "mentalen Instabilität" wegen noch vor den Gerichtsverhandlungen erwartet? Auch mein erster Gedanke. So gut es der Guardian auch meint, DAS ist gefährlich. Ich halte die USA ni ...
Heutzutage ist die Internettelefonie neben Fest- und Mobilnetztelefonie immer gefragter. Per Internet zu kommunizieren ist nicht nur komfortabler und billiger, man ist zudem unabhängig von Tarifen, welche nur eine bestimmte Gesprächszeit günstig ermöglichen. Also wieso nicht auch Internet-Telefonie nutzen?
Lars Sobiraj am 12.05.2013, 12:51 Uhr
Wie ein 73-jährige Japaner beweist, kann man das am häufigsten benutzte Tabellenkalkulationsprogramm Microsoft Excel nicht nur für reguläre Berechnungen einsetzen. Tatsuo Horiuchi erstellt ausnahmslos seine traditionellen Gemälde mit Hilfe dieses Programms. Er arbeitet bereits seit 10 Jahren mit der Software und stellt seine Bilder in diversen Ausstellungen vor.