
Anonymous
Eine führungslose Gesellschaft wie diese Gruppierung hat natürlich auch ihre Nachteile. Barrett Brown hat früher Artikel für Publikationen wie Vanity Fair, The Huffington Post und viele andere verfasst. Nachdem er anfangs nur über Anonymous berichtete, wurde er im Laufe der Zeit zu einem aktiven Mitarbeiter. Er verfasste Presseerklärungen, gab Interviews und musste schließlich erkennen, dass diese digitale Schwarmintelligenz nicht von einer oder mehreren Personen geleitet werden möchte. Neben Brown hab lediglich Gregg Housh seine Identität für Interviews preis.
Barrett Brown findet, die Qualität der Arbeit war noch bei Hilfestellungen für den Sturz nordafrikanischer Diktaturen nachrangig. Als sich die Gruppe aber gegen Sony wendete, bekamen sie Unterstützung und Zuspruch von vielen Personen, denen nur darum ging, einem größeren Konzern zu schaden. Demokratischen Bewegungen zu helfen wäre eben etwas völlig anderes, als ein Unternehmen zu bekämpfen, das sich lediglich mit der Produktion und Vermarktung von Consumer Electronics beschäftigt. Die Aktion OpSony habe laut Brown ein sehr spezielles Klientel angelockt. Die politischen Motive blieben bei vielen offenbar eher im Hintergrund. Bekannt wurden leider immer nur die Angriffe, die sich gegen Firmen gewendet haben und nicht die Versuche des Kollektivs, das unterdrückte Volk diverser Staaten mit digitalen Mitteln zu unterstützen.
Die konservative Presse fand auf die bekannt gewordene Identität des Sprechers eine entsprechende Antwort. Ein Magazin aus Dallas berichtete über angebliche sexuelle Eskapaden, seine chaotische Wohnung, volle Aschenbecher, ausgestopfte Füchse und den Konsum von Heroin. Bei der Berichterstattung ging es offenbar nur darum, die Reputation des Journalisten zu zerstören. Doch Brown wusste, worauf er sich mit der Veröffentlichung seines Namens eingelassen hatte.
Anfang des Jahres 2010 trat er erstmals bei der Operation Titstorm in die Öffentlichkeit, mit der sich Anonymus gegen die Zensurmaßnahmen der australischen Regierung wendete. Schnell erkannte er das Potenzial der Gruppe und schloss sich ihr an. Er glaubt sogar, eine solche Struktur könnte vielleicht eines Tages die jetzigen Organisationsstrukturen der Menschheit beeinflussen oder sogar ersetzen. Doch der anfänglichen Euphorie folgte irgendwann die Ernüchterung.
Sein neues "Projekt PM" soll alle möglichen Interessenten aus dem Internet zusammenbringen, um gemeinsam Informationen zu sammeln und diese auszuwerten. Damit steht zumindest nicht mehr das Destruktive im Vordergrund dieser Organisation, die sich ebenfalls in IRC-Kanälen und Wikis organisieren. Im Rahmen der Operation MetalGear sollen diverse mit der Forschung betraute Unternehmen und spezielle Abteilungen des US-amerikanischen Geheimdienstes durchleuchtet werden. Dies ist natürlich deutlich anspruchsvoller, als eine Software automatisch einen DDoS-Angriff über die heimische DSL-Leitung durchführen zu lassen. Brown wendet sich mit seinen Aktionen an ein ganz anderes Publikum. Ob er für solche Vorhaben auch genügend freiwillige Helfer finden wird? Man darf abwarten, ob beziehungsweise wann die ersten Berichte von Projekt PM an die Öffentlichkeit gelangen werden.
Bild-Quellen: XyZeR.deviantart.com
Text-Quellen: ars technica computerworld.com
Lars Sobiraj am Freitag, 20.05.2011 12:00 Uhr
in welcher hinsicht effizienter? im bombardieren von fremdservern bis die in die knie gehen? ich glaub nicht,dass das die aufgabe des bka sein dürfte Da vielleicht, aber insgesammt ist die Polizei effizienter. Während Anons die Leitung dichtmachen beschlagnahmt die ...
Der Typ schrieb für die Huffington Post... Kleine Aufmerksamkeits-Hure. Aber vielleicht kommt ja was von seinem "Projekt". Erstaunlich das kaum Jemand versteht wie Anonymus aufgebaut ist und funktioniert. ...
Zumindest wenn man nicht betrunken ist und seinen PC als Kotzeimer gebraucht. ...
in welcher hinsicht effizienter? Auch wenn es teilweise so rüberkommt: Anon bombardiert nicht nur Server, sondern stellt auch Infrastruktur bereit, zum Beispiel für die arabischen Länder. Auch sind die Anons nicht gerade inaktiv, was Informationsverbreitung angeht ...
Ist ein Bakterienpool etwas anderes? :D Aber dito - tausendmal lieber mit Anon als mit BKA. Effizienter sind die sowieso in welcher hinsicht effizienter? im bombardieren von fremdservern bis die in die knie gehen? ich glaub nicht,dass das die aufgabe des bka ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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