
Die schnelleren Bandbreiten würden es möglich machen: 200 Songs in fünf Minuten. Die Wirtschaft beklagt nach der Studie Einbußen in Höhe von Milliarden Pfund, sagen Regierungsberater.
Die Forscher fanden heraus, dass 1,3 Mio. Menschen an einem Werktag, jeweils ein File-Sharing-Netzwerk aufsuchen und ermittelten daraus, dass über ein Jahr hinweg ein geschätzter Schaden von ca. 137 Euro pro Nutzer entstehen würde. Der Strategische Beirat für geistiges Eigentum (SABIP) hat davor gewarnt, dass es schwierig werden könnte, die Gewohnheiten der Nutzer zu ändern. Die Regierung meint hierzu, dass es einer internationaler Zusammenarbeit bedarf, um das Problem zu lösen. Es wird also weiter nach einer internationalen Gesetzgebung gesucht, um das Problem der illegalen Downloads in den Griff zu bekommen. Bei sieben Millionen Sündern müssen da einige Zellen leergeräumt werden, ganze Horden von Anwaltskanzleien zum Verschicken der Abmahnungen angeheuert werden.
David Lammy, Mitglied des Parlaments aus Tottenham und zuständiger Minister für Fragen zum geistigen Eigentum sagte, dass der Bericht einen Zusammenhang herstellen würde, zwischen den Auswirkungen von illegalen Downloads auf die Copyright-Industrie und der britischen Wirtschaft im Ganzen. Aber er fügte hinzu, dass dieses Problem nicht nur innerhalb der nationalen Grenzen behandelt werden müsste, sondern, "dass die anderen [EU] Mitgliedstaaten und deren Copyright Industrien diesen Bericht dazu verwenden werden Politik zu machen." Wieder ein Stein in der Mauer, die die Rechteinhaber zwischen dem Nutzer von Tauschbörsen und dem geschützten Material errichtet.
Ein Bündnis von neun britischen Einrichtungen, die die kreativen Industrien repräsentieren, hat sich kürzlich an den britischen Bund der Gewerkschaften gewandt. Sie möchten, dass der Bund die Regierung dazu zwingt, Internet-Service-Provider aufzuerlegen, die illegalen File-Sharer abzuschneiden. Wie in Deutschland bei den Sperren gegen die Kinderpornographie diskutiert (siehe gulli Bericht zu AK Zensur), wird es aller Wahrscheinlichkeit nach nicht bei diesen Sperren bleiben. Wenn Großbritannien ein Gesetz entwirft, um nun auch mit dem nötigen Druck auf die Internet-Service-Provider File-Sharer zu bannen, dann wird sich auch die Deutsche Industrie daran ein Beispiel nehmen.
Es bleibt zu hoffen, dass sich die Mächtigen im eigenen Land mit ihren Sperrforderungen nicht durchsetzen, denn, wenn in Deutschland die Sperren gegen die Seiten mit kinderpornographischen Inhalten im Netz kommen und in Frankreich das Three-Strikes-Gesetz (ehemals geplant als HADOPI-Behörde) bereits beschlossen ist und nun in Großbritannien über ein weiteres Gesetz nachgedacht wird, um die Copyright Industrie zu stützen, so wird man sich auf internationaler Ebene verständigen und möglichst alle Sperrvorhaben in einem europäischen Mischgesetz berücksichtigen.
Mit der hier in Auftrag gegebenen Studie, die zu solchen marktschreienden Ergebnissen kommt, wie dass "die Hälfte des Netto-Traffic im Vereinigten Königreich illegale Inhalte" seien, werden die Forderungen gestützt. Selbst die BBC macht sich nicht die Mühe, diese Forschungsergebnisse genauer zu durchleuchten. Man spricht zwar von einer Copyright Verwirrung, da sich die Internet Service Provider gegen die Rolle der "Polizei im Internet" verwehren und die Konsumenten nicht wüßten, was sie dürfen und was nicht, aber letztendlich nimmt man die Ergebnisse der Studie als gottgegeben hin, obwohl sie aller Wahrscheinlichkeit nach von der Copyright Industrie selbst in Auftrag gegen wurde.
Diese behaupten auch, dass man mit der neuen Generation der Breitband-Zugänge von bis zu 50Mbps, 200 MP3-Dateien in fünf Minuten herunterladen kann, eine DVD in drei Minuten und die vollständigen digitalisierten Werke von Charles Dickens in weniger als 10 Minuten. Wozu diese Vergleiche? Die Kriminalisierung der Filesharer muss möglichst plakativ ausfallen. Die Studie meint, dass nicht alle sieben Millionen Downloader Studenten sein können und dass die meisten dieser Menschen gar nicht darüber aufgeklärt sind, was legal und was illegal ist. Die Tatsache, dass es so vieles im Internet gratis gebe, würde die Verwirrung herbeiführen. Zu viel gratis, dem kann man abhelfen. Dame Lynne Brindley, Vorstand von SABIP, sagte, dass dieser Bericht einige grundlegende Hinweise liefern würde, "die wir weiter ausbauen, um eine klare Strategie, zur Unterstützung der politischen Entwicklung in diesem sich schnell bewegenden Bereich zu unterstützen."
Wieder dient sich die Copyright Industrie dem Gesetzgeber an, mit hilfreichen Studien (die der Gesetzgeber nicht bezahlen muss) eine Entwicklung herbeizuführen, die in Richtung Sperren geht. Der Lobbyismus macht hier die Gesetze. (Christian Schmidt-David alias double screening)
(via BBC News Danke!)
(Bildquelle deviantArt Danke!)
News Redaktion am Freitag, 29.05.2009 11:11 Uhr
Und wird das geld halt woanders ausgeben ... Is ja nicht so als wen die Menschen dort das geld Sparen :rolleyes: Einer der richtig Arbeitet wird sich drüber freuen :T ...
Bei 5mb/Song ergibt sich: >>> 5*200.0/300*8 26.666666666666668 mbit/s sind notig um das ganze in 5min zu ziehen Mit VDSL also locker machbar. Bei 3mb pro Song reichen sogar 16mbit. ...
du vertauscht da ein kleines wenig bit und byte ;) ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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