
Fukushima - von Bakterje.deviantart.com
Die japanische Regierung hat ihre ganz eigenen Strategie entwickelt, um mit der Atomkatastrophe umzugehen. Ein Sprecher gab bekannt, die freien Journalisten der ausländischen Medien würden zumeist Falschmeldungen verbreiten und sich unerlaubt in die Sperrzone rund um die Atommeiler schleichen. Bei der anhaltenden Verschleierungstaktik des Betreibers möchte sich offenbar nicht jeder Journalist auf die weichgespülten PR-Meldungen der Firmensprecher verlassen.
Als Reaktion wurden kurzerhand alle Online-Journalisten und Mitarbeiter der ausländischen Presse von den meisten Pressekonferenzen ausgesperrt. Sind keine kritischen Berichterstatter anwesend, können vor laufender Kamera auch keine bohrenden Fragen gestellt werden. Die handverlesenen Reporter dürfen zu jeder Pressekonferenz zweimal am Tag, der Rest ist nur einmal in der Woche erwünscht. Die ausländischen Journalisten werden zudem ausschließlich von Regierungsmitarbeitern informiert. Sie stellen auf den Veranstaltungen von TEPCO hintergründige Fragen, während die Vertreter der Mainstream-Medien lediglich mitschreiben, was man ihnen diktiert. Bei TEPCO wird immer wieder erklärt, alles sei unter Kontrolle und es gäbe keinen Grund zur Beunruhigung. Kritiker vergleichen die Informationslage mit der Propaganda zu Kriegszeiten, wo auch immer wieder versichert wurde, Japan würde den Zweiten Weltkrieg siegreich überstehen. Auch sind immer häufiger widersprüchliche Informationen aufgefallen. Einen Tag wird behauptet, für ausgetretenes Plutonium gäbe es keinen Nachweis. Nur einen Tag später spricht TEPCO vom genauen Gegenteil. Immer wieder wird nur das zugegeben, was man nicht mehr verschweigen kann.
Wer öffentlich Kritik übt, muss mit den entsprechenden Konsequenzen rechnen. Nachdem Mitte März der Journalist Uesugi Takashi die Informationspolitik in einer Radiosendung anzweifelte, wurde er von der weiteren Programmgestaltung des Radiosenders ausgeschlossen. Auch wurde kürzlich eine gemeinsame Reise von TEPCO-Vertretern mit weniger kritischen Journalisten nach China publik. Wer nicht die Wahrheit schreibt, wird offenbar für sein Schweigen belohnt. Angeblich will der Konzern nicht alle Kosten aber immerhin einen Großteil davon übernommen haben. Der Zweck der vermeintlichen "Studienreise" ist bis dato unbekannt.
Doch damit nicht genug. Die Regierung will jetzt aktiv gegen die unabhängige Berichterstattung vorgehen. Zur Wahrung der öffentlichen Ordnung und Moral sollen alle unerwünschten Gerüchte "bekämpft" werden. Für den Innenminister, die Polizei und andere staatliche Stellen gelte es jetzt zu entscheiden, über was öffentlich gesprochen werden darf und was nicht. Die kritischen Reporter hätten den bislang erlittenen Schaden durch die Naturkatastrophe noch um ein Vielfaches erhöht, heißt es.
Internet-Anbieter, Telefongesellschaften, Kabelnetzbetreiber und andere Stellen wurden jetzt schriftlich angemahnt, angemessene Maßnahmen zu ergreifen, um die illegalen Informationen zu unterdrücken. Konkret wird dazu aufgefordert, Informationen zu löschen oder
An der anhaltenden Demonstrationsmüdigkeit und Folgsamkeit der Bürgerinnen und Bürger soll sich auch auf Dauer nichts ändern. Bei den strahlenden Aussichten Japans werden die Behörden noch lange auf die Mitarbeit und das Verständnis der eigenen Bevölkerung angewiesen sein. Kritische Zwischenrufe wären dabei nur hinderlich.
Bild-Quellen: http://Bakterje.deviantart.com luvataciousskull.deviantart.com
Text-Quellen: fefes blog JapanFocus.org
Lars Sobiraj am Mittwoch, 20.04.2011 11:56 Uhr
Sry, aber ich weiß nicht worauf du hinaus willst? Strahlen sind schädlich. Diese Schädlichkeit nimmt mit Einwirkdauer und Intensität zu. Und dann gibt es immer noch solche und solche Strahlungen. Aber das es da Details gibt, wollte dir Metal_Warrior ja schon erklä ...
Das ist schon richtig. Es ist ja auch ein Sperrgebiet. Todeszone nennen halt die Medien dieses Gebiet. Wie genau es genannt wird ist auch nicht weiter wichtig, es darf dort niemand dauerhaft leben. Mit Ausnahme dieser paar Verrückten natürlich. ...
Dass du irgendwas von Verdünnung faselst, die leider nirgends relevant existiert (ja nicht einmal in Fukushima, da die Konzentration von Strahlern im Wasser eben aufgrund der Verdünnung wesentlich uninteressanter ist als die Menge, die bereits von Meerestieren und -pflanz ...
@Mr_J Todeszone sagt einfach nur aus, dass niemand dort Wohnen darf. So etwas nennt man Sperrzone/Sperrgebiet. MfG Mr. J ...
@Mr_J Todeszone sagt einfach nur aus, dass niemand dort Wohnen darf. Zu Zeit leben noch etwa 392 von den 2000 einstigen Rücklehrern. Es ist nicht erlaubt, wird aber aus irgendeinen Grund geduldet. Wahrscheinlich sind sie auch ganz wissbegierig was mit diesen Leuten so los ist. Solche Langzeitstudi ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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